Keine dreckigen Füße mehr

Neuerungen am Altheimer Friedhof haben begonnen

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Michael Prokosch vom Bauhof verlegte die letzten Pflastersteine am Altheimer Friedhof. So stehen die Wasserbehälter nicht mehr auf schlammigem Boden.

Altheim - Pünktlich zum Start der grauen Jahreszeit sind Matsch und Schlamm am Altheimer Friedhof schon bald passé. Mit der Sanierung geht die Gemeindeverwaltung auf die Wünsche der Bürger ein. Von Corinna Hiss

Am Hintereingang sind die Wasserbehälter bereits unterkoffert. Neu sind auch die handlichen Körbe für Grünabfälle.

Beim Tod eines geliebten Menschen ist die regelmäßige Grabpflege oft das einzige, das den Angehörigen noch bleibt. Umso ärgerlicher ist es dann, wenn beim Friedhofsrundgang immer die Schuhe verdreckt werden. „So erging es den Bürgern auf dem Altheimer Friedhof“, erzählt Tatjana Maier von der Gemeindeverwaltung, die seit 2010 die zuständige Sachbearbeiterin ist. Das soll sich jetzt aber ändern: Ein großer Teil der Sanierungsarbeiten auf dem Friedhof befasst sich mit den Wasserflächen und Grünabfällen. Denn dass die Wasserbehälter auf Naturboden stehen, der schnell aufweicht, wollten die Altheimer nicht mehr hinnehmen. „Vergangenes Jahr gab es eine Friedhofsbegehung“, berichtet Maier. „Da haben viele diesen Wunsch geäußert.“ Für die Gemeindemitarbeiterin war der Rundgang generell ein voller Erfolg. „Wir haben unsererseits erzählt, was am Altheimer Friedhof getan werden muss, wollten aber auch die Bedürfnisse der Bürger nicht außen vor lassen.“

Dass es mit der Sanierung erst jetzt voran geht, liegt indes nicht an den vermeintlich langsam mahlenden Mühlen der Verwaltung. Viel mehr hat es einen von Natur aus gegebenen Grund: Um den Bereich rund um die Wasserhähne zu erneuern, mussten Tannen gefällt werden. Und das geht nun mal erst, nachdem die Brut- und Setzzeit beendet ist. Seit dieser Woche sind also Mitarbeiter des Bauhofs vor Ort, die den Boden auf 18 Quadratmetern bepflastern. So stehen die großen Wasserbehälter in Zukunft nicht mehr auf erdigem Boden. Wird doch mal etwas aus der Gießkanne verschüttet oder gab es einen kräftigen Regen, so bleiben die Schuhe der Trauernden dennoch sauber. Bauhofsmitarbeiter Michael Prokosch hofft, dass die Arbeiten rasch abgeschlossen sind – vor allem auch im Hinblick auf den ersten Bodenfrost, der das Ganze erheblich verzögern könnte. „Normalerweise ist die Unterkofferung so einer Fläche in drei bis vier Tagen erledigt“, sagt er, „aber der Bauhof ist zur Zeit unterbesetzt und wir kommen nur stückchenweise voran.“

Eine weitere Verbesserung des Altheimer Friedhofs wird am Hintereingang deutlich. Dort ist der Boden um die Wasserstellen bereits gepflastert. Daneben finden die Besucher kleine Körbe, in die sie zukünftig ihre Grünabfälle werfen können. Insgesamt sechs an der Zahl sollen auf dem ganzen Gelände verteilt werden. Sie ersetzen die große Kompostfläche, die zum einen schwer zu entsorgen war und zum anderen besonders in den Sommermonaten unappetitliche Gerüche absonderte. Die handlichen Körbe können öfter geleert werden, sodass es gar nicht erst zur Zersetzung auf dem Friedhof kommt.

Mehr als Orte der Trauer: Friedhöfe locken Touristen an

Tatjana Maier ist mit dem Fortschritt der Arbeiten bis jetzt zufrieden. Da das meiste von den Mitarbeitern des Bauhofs erledigt werden konnte, sind für die Gemeinde nur Materialkosten angefallen. Ein Sorgenkind hat sie aber trotzdem: Die Natursteinmauer in Richtung Straße und in der Mitte des Friedhofs ist noch Erstbestand, denn so groß war die Totenstätte früher einmal. „Sie hätte nie verputzt werden sollen“, sagt sie kopfschüttelnd. Da das aber da Fall ist und der Putz an vielen Stellen marode und eingerissen ist, steht auch diese Sanierung auf der Agenda. Was genau geschehen soll, ist aber noch nicht festgelegt. „Wir wissen nicht, ob wir den Putz komplett entfernen sollen oder neu drauf machen“, gesteht Maier.

Momentan beherbergt der Friedhof 763 Verstorbene, die in 411 Gräbern bestattet sind, Urnen mit eingeschlossen. Deren Angehörige und Freunde nehmen die Sanierung trotz kleiner Lärmbelästigungen – bei den Sägearbeiten an den zu fällenden Tannen oder beim Schleifen der Pflastersteine – durchweg positiv auf. „Sie sehen, dass wir etwas zu ihrem Wohl verbessern, und das finden sie gut“, ist Maier zufrieden. Sind diese Maßnahmen im Laufe des nächsten Jahres abgeschlossen, ist die Arbeit am Friedhof jedoch noch lange nicht vorbei. „Es gibt immer etwas Neues zu tun, sei es nur, alle zwei Jahre die Bänke zu streichen“, so Maier.

Quelle: op-online.de

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