Kicken wie die Bundesliga-Profis

Lilien-Trainer beim „Merck Fußball-Camp“ auf dem Mäusberg

+
Die Teilnehmer des Fußball-Camps beim SV Münster mit Campleiter Christian Reibold (Hintere Reihe, Zweiter von links).

Münster - Auch ohne die Lilien-Stars strahlte beim „Merck Fußball-Camp“ von SV Münster und SV Darmstadt 98 der Bundesliga-Glanz ab. Lernten die Teilnehmer doch von echten Profi-Trainern. Von Jens Dörr

Mit 76 Kindern im Alter zwischen sechs und 14 Jahren und damit einigen Teilnehmern mehr als im Vorjahr geht noch bis morgen das „Merck Fußball-Camp“ mit Trainern des SV Darmstadt 98 auf dem Sportgelände des SV Münster über den Rasen. Während nebenan der Umbau des Hartplatzes in ein Kunstrasen-Spielfeld in den letzten Zügen liegt, tummelten sich auf dem Naturrasen-Hauptfeld bereits am Montag, Dienstag und Mittwoch jene, die noch die letzten Tage ihrer Herbstferien genießen dürfen.

„In diesem Jahr sind unter den Teilnehmern 44 Kinder, die in unseren Jugendteams spielen, sowie 32 externe“, sagte am Dienstagmittag Sylvia Tautz vom Jugendförderkreis des SVM. Sie bewirtete mit einigen Helfern und insbesondere in Zusammenarbeit mit Pedros Samsounis von der Münsterer Gaststätte „Zum Goldenen Barren“ die Kinder vor allem in der Mittagspause. Die Arbeit auf dem Platz übernahmen vom SV 98 bezahlte Trainer. Die Eltern der Kinder bezahlen für das Camp ihrerseits Geld, ein kleiner Erlös bleibt auch beim SV Münster über.

Das Camp dieser Woche steht unter der Leitung von Christian Reibold. Er ist hauptamtlich beim Fußball-Bundesligisten angestellt. Das Gros der Trainer sind derweil Honorarkräfte. An die 40 Camps pro Jahr seien es mittlerweile wohl, die in Kooperation mit den Lilien meist auf den Sportgeländen der „kleinen“ Vereine stattfänden, schätzte Reibold. „Allein in diesen Herbstferien laufen neun Camps“, sagte er. Inzwischen bewege man sich damit nicht nur am heimischen Böllenfalltor und in der näheren Darmstädter Umgebung: „Wir sind auch schon im Eintracht-Gebiet angekommen“, meinte er augenzwinkernd. Im Raum Offenbach und Frankfurt, wo der SV 98 noch vor wenigen Jahren kaum Fans und Bezugspunkte hatte, ist der Verein inzwischen ebenso zugegen wie an der Bergstraße. Eins der Camps findet etwa in Bensheim statt - früher oft schon stärker gen Waldhof Mannheim orientiert denn gen Darmstadt.

Die schönsten und die hässlichsten Bundesliga-Trikots

Dribbeln durch den Hütchenparcours war nur eine von etlichen Übungen der ersten Camptage.

Weil der SV Münster in diesem Jahr aufgrund der großen Nachfrage im Vorjahr nochmals 16 Kinder mehr zuließ, erhöhten die Campmacher zugleich auch die Zahl der Trainer von vier auf sechs. Neben Christian Reibold coachen bis Freitag noch Alexander Reibold, Ersan Yesil, Orazio Giordano, Alexander Johanntokrax – und Can-Luka Aydogan. Letztgenannter sagt zumindest Lilien-Insidern etwas – er zählt als einer von vier sogenannten „Local Playern“ offiziell zum Erstliga-Kader der 98er. Ein „Local Player“-Quartett muss jeder Erstligist zwingend im Kader haben und mit einem mittleren vierstelligen Mindest-Bruttogehalt bezahlen. Die Spieler müssen dabei über eine gewisse Zeit hinweg im eigenen Verein ausgebildet worden sein. Mittrainieren oder gar spielen darf Aydogan beim SV 98 unter Chef-Coach Norbert Meier wie auch die drei anderen 17- und 18-jährigen „Local Player“ nicht – stattdessen laufen sie noch für die A-Junioren auf. Zwischen ihnen und den „echten“ Profis sind die Leistungsunterschiede noch sehr groß. Für heute und morgen war Aydogan dennoch als Trainer und kleiner Höhepunkt des Camps vorgesehen – Autogrammstunde inklusive. Auch ohne die Stars des Bundesligisten fiel auf diese Weise – und das Gefühl, von Lilien-Trainern gecoacht worden zu sein – etwas vom Bundesliga-Glanz auf die Kinder in Münster ab.

Inhaltlich strukturierte Reibold mit den Trainern die Woche so, dass am Montag bei teils heftigem Regen ein freies Training den Auftakt bildete. Am Dienstag stand Stationstraining auf dem Plan, am Mittwoch das DFB-Fußball-Abzeichen. Heute werden erneut Schwerpunkte wie Technik, Schuss, Pass, Dribbling, Ballgefühl und Koordination an diversen Stationen geschult. Zum Abschluss morgen steht ein Turnier an.

Quelle: op-online.de

Mehr zum Thema

Kommentare