Gutachten mahnt zahlreiche Maßnahmen und Vorsorgen an

Kindertagesstätte Im Rüssel: Schimmel-Exil dauert wohl länger

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Nach Asylbewerbern findet nun die Kita Im Rüssel Exil im Jugendzentrum. Ein Zaun soll die Kleinen auf dem Freigelände an der Gersprenz schützen. Die Erzieherinnen sagen, man sei froh über ein Dach überm Kopf. Und: „Wir tun unser Bestes für die Kinder“.

Münster - Seit August ist die kommunale Kindertagesstätte Im Rüssel wegen Schimmelbefalls geschlossen, sind die knapp 90 Kinder im Jugendzentrum an der Gersprenz untergebracht. Von Thomas Meier 

Gab sich die Verwaltung anfangs noch optimistisch, dass es wohl keine langwierige Angelegenheit mit der Schadensregulierung sei, so gibt der Bericht des Bürgermeisters im Parlament keinen Anlass auf schnelle Entwarnung. Die Mitteilungen von Gerald Frank bargen die größte Brisanz zur jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter. Wobei die zur Kindertagesstätte am meisten aufhorchen ließen. Der Bürgermeister stellte das von der Gemeinde in Auftrag gegebene Gutachten zum Schimmelbefall in Auszügen vor. Zu Kosten oder Zeitabläufen äußerte er sich dabei nicht.

Die Ergebnisse der Experten belegten, dass im rechten Teil der Einrichtung (steht man vor dem Haupteingang), also der Bereich, Flur und Garderobe, die Gruppenräume 1 und 2, Personalraum sowie weitere Nebenräume „massive Belastung der Raumluft und großflächige Schimmelpilzschäden“ vorlägen, so Frank. Im linken Teil des Gebäudes hätten die Gutachter deutlich geringere Belastungen festgestellt, und diese rührten wohl auch eher durch „Verfrachtungsvorgänge“. Kinder, Erzieher und Eltern hätten sie wohl aus den massiv belasteten Räumen und der angrenzenden Bereiche in die eher unbelasteten Kita-Teile gebracht.

Gutachter empfehlen etliche Sofortmaßnahmen

Die im linken Teil des Gebäudes aufgefundenen Schimmelpilzflecken seien laut Experten offensichtlich Schäden, die durch Nutzung und bauliche Gegebenheiten verursacht seien, jedoch nicht im Zusammenhang mit den großflächigen Schäden im rechten Gebäudeteil bestünden. Die Gutachter empfehlen etliche Sofortmaßnahmen. Darunter als erste die umgehende räumliche Trennung des stark vom Schimmelpilz betroffenen Gebäudeteils mit staubdichter Folienabschottung und eingesetzter Reißverschlusstür vom Rest der Kita. Diese Maßnahme sollte gestern beginnen, allerdings waren bis zum Mittag keine Arbeiter vor Ort auszumachen.

Als folgende Maßnahme raten die Fachleute an, im rechten und stark belasteten Gebäudeteil das dort noch vorhandene bewegliche Inventar auszulagern, um es einer intensiven Reinigung zu unterziehen. Und dabei raten die Experten, das kontaminierte Mobiliar oder Spielgerät über Nebeneingangstüren, nicht über den Haupteingang zu transportieren. Noch relativ unbelastete Gebäudeteile sollen nicht noch mehr belastet werden.

Der Schimmelbefall zieht sich im rechten Kita-Gebäudekomplex die Wände hoch. Ein Gutachten empfiehlt umfangreiche Sanierungen. Gestern sollten sie laut Bürgermeister beginnen.

„Die Beseitigung der im rechten Gebäudeabschnitt befindlichen Schimmelpilzschäden ist als umfangreiche Maßnahme durchzuführen“, zitierte der Bürgermeister aus dem Gutachten. Die amtlich vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen seien dabei „voll umfänglich auszuschöpfen“. Befallene Wandputze oder Leichtbauwände aus Gipskarton seien zu beseitigen. Untersuchen solle man, inwieweit die Schicht im Estrich betroffen ist, ob er erhalten bleiben, oder in Teilbereichen wieder aufgebaut werden müsse. Diesen Maßnahmen müsse sich eine „intensive Feinreinigung und gegebenenfalls Desinfektionsmaßnahmen“ anschließen. Vor einer erneuten Inbetriebnahme der Kita solle sich die Gemeinde die Unbedenklichkeit der Rüssel-Räumlichkeiten bescheinigen lassen.

Kommunen ächzen unter drastisch gestiegenen Sozialausgaben

Und die Gutachter raten auch dringend an, im linken Gebäudekopmplex die kleinräumig festgestellten Schimmelpilzschäden im Zuge der umfangreichen Sanierungsmaßnahme im rechten Gebäudeabschnitt gleich mitsanieren zu lassen. Auch für diese Räume wird nach den Arbeiten eine „intensive haushaltsübliche Reinigung“ allen Inventars angeraten. Kontrollmessungen sollten schließlich Sicherheit geben. Wie Bürgermeister Frank ankündigte, solle Anfang Oktober ein weiteres Gutachten zur baulichen Substanz und Baumängel erstellen werden. Beraten werde das Gemeindeparlament dann, wie weiter verfahren werde.

Quelle: op-online.de

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