Gesamtplan für die Kinderbetreuung

Nach Schimmelbefall: Neubeginn mit Entrümpelung

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Nicht der Wurm ist drin im Kindergarten Im Rüssel, der Schimmelpilz steckt überall. Mit der großen Entrümpelung beginnt jetzt nicht nur die Kernsanierung des Hauses, auch die komplette Münsterer Kinderbetreuung soll neu aufgestellt werden.

Münster - Mit der Entrümpelung der von Schimmelpilz befallenen Kindertagesstätte Im Rüssel beginnt die langerwartete Kernsanierung. Von Thomas Meier 

Spätestens im Herbst, so erklärte es der Architekt den Gemeindevertretern vor deren einstimmigem Beschluss zum Projekt, solle der Kindergarten wieder bezugsfertig sein. Der vormals geplante Anbau an die Rüssel-Kita fiel dem neuen Konzept der Gemeinde für die Kinderbetreuung zum Opfer. Dafür soll die Einrichtung jedoch nicht nur komplett saniert und energieeffizient aufgestellt werden, sondern sich auch inhaltlich neu präsentieren.

Wie Detlef Pröve, Leiter der Abteilungen für Sport und Kultur sowie für Soziales, Kinder- und Jugendförderung, auf Nachfrage mitteilt, werden seit zwei Tagen vom Schimmel kontaminiertes Spielzeug und Möbel aus dem Kindergarten entsorgt: „Wir haben extra einen Container aufstellen lassen, um das, was wir später nochmals nutzen können, einzulagern. Was auch nur irgendwie bedenklich erscheint, landet auf dem Sondermüll.“ Auch aus dem Bodenbereich der Kita kommen alle belasteten Materialien raus. Hinein kommt dafür dann eine moderne Fußbodenheizung, das Gebäude wird energetisch innen sowie außen aufgemöbelt und nach neuesten Erkenntnissen isoliert.

Die Rüssel-Kita gibt derzeit 80 Kindern einen Platz: Zwei Gruppen mit 25 Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren, eine integrative Gruppe mit 20 Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren sowie eine Kleinkindgruppe mit zehn Kindern im Alter von zwei bis drei Jahren. Einmal mit frisch saniertem Haus versehen, wird sie auch neu aufgestellt und soll dann zwei Krippen- und zwei Elementargruppen haben.

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Pröve macht sich stark für das von der Gemeinde anvisierte Gesamtkonzept einer Kinderbetreuung für Münster. Am Mittwoch zur Trägerversammlung stellte er ein Konzept vor, das es künftig vor allem Eltern und Kindern einfacher machen soll. Sechs Träger von Kitas gibt es derzeit im Ort: die Kommune, die christlichen Kirchen, den Arbeiter-Samariter-Bund und die „Blumenkinder“ als Verein. Jeder Träger verfolgt bislang sein eigenes Konzept und die eigene Angebotspalette. Da kann es immer wieder passieren, dass ein Kind in einer reinen U3-Einrichtung ist, doch wenn es dann drei Jahre alt wird, es in eine andere Einrichtung wechseln muss. Nicht schön für die Kleinen, die aus vertrauter Umgebung herausgerissen und in neues Umfeld gesteckt werden, ebenfalls für die Eltern meist ziemlich problematisch.

In der Gesamtbedarfsplanung für die Kinderbetreuung einer Gemeinde gehören alle Aspekte zusammen. Dies wurde am Mittwoch erörtert und Pröve gab den Trägern mit auf den Weg, sich bis Ende April zu äußern, ob sie sich am Gesamtprojekt beteiligen wollen. Unter-Drei- und Über-Drei-Jahre-Konzepte sollen verschmelzen, in allen Einrichtungen sollen sowohl die Ü3- wie auch die U3er Berücksichtigung finden. „Ein Anfang ist jetzt jedenfalls gemacht“, freut sich Pröve.

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Quelle: op-online.de

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