SPD und ALMA jubeln über ihre Mehrheit

CDU stärkste Fraktion, Heinz sieht Regierungsauftrag

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Das Breitefeld endlich zu entwickeln steht auf der Agenda von Bürgermeister Gerald Frank.

Münster - Das Endergebnis zeigt sich vor allem für die CDU von einer besseren Seite: Mit 17 Sitzen bleibt sie stärkste Fraktion im Gemeindeparlament. Von Thomas Meier

Die absolute Mehrheit ist allerdings dahin, denn SPD mit 14 und ALMA mit sechs Sitzen können nun mehrheitlich bestimmen, wo es langgeht. Nach der Trend-Sitzverteilung von 15/15/7 am Sonntagabend nun also doch die CDU weiterhin als stärkste Kraft. Das ist Labsal für Münsters Unions-Gemeindeverbandsvorsitzenden Thomas Heinz: „Wir wussten, dass es nach der verlorenen Bürgermeisterwahl schwer werden wird, die absolute Mehrheit zu halten. Aber unser Ziel, stärkste Fraktion in der Gemeindevertretung zu bleiben, haben wir erreicht.“ Und die stärkste Fraktion habe seinem Verständnis nach auch den Auftrag, die Regierung zu bilden. Nun müsse man schauen, wie es weiter geht. Der Wähler habe letztlich doch erkannt, dass er der CDU im Ort vertrauen könne. Es sei kein Erdrutsch für die Union eingetreten, vielmehr müsse sich der Bürgermeister fragen, ob sein Bonus für seine Partei nicht zu gering ausgefallen sei.

Das dürfte Bernd Fritsch, SPD-Fraktionsvorsitzender in der Gemeindevertretung, freilich anders interpretieren. Er sieht das Ziel seiner Partei in Münster erreicht, die absolute Regentschaft der Union nach 38 Jahren gebrochen zu haben. Mit der Alternativen Liste Münster und Altheim habe man drei Sitze mehr als die Union, nach den Gemeinsamkeiten der vergangenen Jahre sei eine noch engere Zusammenarbeit durchaus denkbar. „Die Bürgermeisterwahl hat sich sehr wohl durchgeschlagen aufs Kommunalwahlergebnis“, ist sich Fritsch sicher, der Wähler unterstütze die Politik von Gerald Frank. Umzusetzen gedenke er baldmöglichst den Bebauungsplan für das Frankenbachareal, auf dem ein generationenübergreifendes Zentrum mit Kinderbetreuung und Seniorenzentrum geplant sei, die Umgestaltung des Rathausplatzes und eine schnellere Entwicklung des Breitefeldes. „Und ganz vorn wird für uns stehen, zu versuchen, nochmals EU-Gelder aus dem Leader-Topf für die Instandhaltung des Arthauses in Altheim zu bekommen“, sagt Fritsch.

Doch müssten nun erst einmal viele Gespräche stattfinden. Gestern noch traf er sich mit Bürgermeister Frank, um das weitere Vorgehen abzustimmen. Doch bis zum 25. April, wenn sich die neue Gemeindevertretung konstituieren soll, wird er auch mit Gerhard Bonifer-Dörr und der ALMA gesprochen haben. Bonifer-Dörr, Spitzenkandidat und Fraktionschef der Alternativen, ist ebenfalls zufrieden mit dem Wahlausgang. Auch wenn sich der zunächst noch besser ausgemachte Trend nicht bestätigt habe, so sei die ALMA gegenläufig zum Trend im Land von grünen Verlusten nicht nur verschont geblieben, sondern habe kräftig zulegen können.

Wie werde ich ...? Diplomat/in

„Unsere Ziele aus der jüngeren Zeit liegen dicht bei denen der Sozialdemokraten“, sagt der Politiker, jetzt müsse man schauen, wie man sich personell für die neue Legislaturperiode aufstellen könne. „Die erhoffte neue Mehrheit ist erreicht. Das ist gut für Münster“, sagt Bürgermeister Gerald Frank zum Wahlausgang. Für ihn ist es jetzt sicher einfacher zu regieren, aber er erklärt: „Ich werde selbstverständlich mit allen Gemeindevertretern diskutieren und keinen klugen Kopf ausschließen.“ Jede gute Idee sei willkommen. Er sieht als dringlichste Probleme die bedarfsgerechte Versorgung an Kinderbetreuung, vor allem an den Nachmittagen: „Und das wird Geld kosten.“ Der soziale Wohnungsbau müsse forciert, geeignete Grundstücke dafür gefunden werden. Und freilich müsse die Gemeinde unbedingt das Breitefeld voran bringen, das Entwicklungskonzept der Darmstädter Studenten analysieren und Lösungen entwickeln.

Quelle: op-online.de

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