Erdrutschartige Verluste der Union

CDU verliert absolute Mehrheit

Münster - Die CDU verliert nach 38 Jahren ihre absolute Mehrheit im Parlament. Rund elf Prozent büßt die Partei zu 2011 ein. Davon gewinnen dem Trend zufolge die SPD sechs, die Alternative Liste Münster und Altheim fünf Prozent. Von Thomas Meier 

Die Verluste der CDU haben Methode: Nach 2005 mit satten 57 Prozent der Stimmen kam sie 2011 auf 51,9 Prozent, jetzt auf 40,9. Dagegen gewann die SPD zunächst nur moderat, sie kam vor zehn Jahren auf 32,5 und vor fünf Jahren auf 33,5 Prozent. Mit 39,7 Prozent gelang nun ein großer Sprung. Ähnlich bei der ALMA: 2006: 10,6 Prozent, 2011 dann 14,6, heute im Trend bei 19,5.

Die stetig wachsende Wechselstimmung in Münster war spätestens zur Bürgermeisterwahl Anfang 2014 ganz deutlich zu spüren. Nachdem die Union im Parlament die absolute Mehrheit verloren hatte, weil ein parteiloser Fraktionär ausscherte, ist spätestens seit gestern deutlich, dass die Konservativen beim Wähler noch viel mehr verloren haben.

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Es war absehbar, dass sich die Wahlbeteiligung gegenüber 2011, als in Münster magere 43,6 Prozent zur Kommunalwahl-Urne gingen, erhöhen würde, verzeichnete Wahlleiter Reiner Werner gestern doch knapp 1 400 Briefwähler. Vor fünf Jahren waren es nur 1 029, die schon vor dem Wahltag ihre Stimmen per Post aufgaben. Doch mehr als 46,8 Prozent sollten es auch gestern nicht werden.

Reiner Werner weiß aber auch zu berichten: „Die Tendenz der Bürger geht immer stärker zum Kumulieren und Panaschieren.“ 50 Prozent der Münsterer Wähler nutzten bereits 2011 diese gestern zum dritten Male praktizierte Kommunalwahl-Praxis. Das macht es seinen Wahlhelfern freilich nicht leichter. Stand das amtliche Endergebnis 2011 am Dienstag nach dem Wahltag am Nachmittag fest, so bleibt das Rathaus heuer bis Mittwoch für den normalen Verkehr geschlossen. Das große „Auswählen-dürfen“ für die Bürger fordert seinen Tribut.

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In Sitzen betrachtet kommen Union und SPD auf jeweils 15 in der Gemeindevertretung, die ALMA auf sieben. Letztere Fraktion ist – bestätigt sich der Trend – also die große Gewinnerin: Ihr Votum gibt des Ausschlag. (tm)

Quelle: op-online.de

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