Konzert des Mandolinenorchesters der Wandergesellschaft

Manege in der Kirche

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Unter der Leitung von Dirigentin Antje Rosenberger begeisterte das Mandolinenorchester der Wandergesellschaft „Frisch-Auf“ Münster im Zusammenspiel mit dem Mandolinenclub Wiebelsbach 120 Zuhörer.

Münster - Immer mal wieder was Neues – nicht nur bei der Auswahl der Stücke und der Aufmachung, sondern auch beim Konzertort: Das zieht sich bei den Auftritten des Mandolinenorchesters der Wandergesellschaft „Frisch-Auf“ Münster im Zusammenspiel mit dem Mandolinenclub Wiebelsbach wie ein roter Faden durch die Jahre.

Jetzt gastierte die Orchestergemeinschaft unter der Leitung von Dirigentin Antje Rosenberger bei der Christlichen Gemeinde im Münsterer Quartier „Auf der Beune“. Trotz herrlichen Frühlingswetters draußen blieb drinnen keiner der Stühle unbesetzt. 120 Zuhörer bildeten ein ausverkauftes Haus, ein größeres Auditorium hätten die Gastgeber schwerlich unter bekommen. Mit einer Kirchenmusik von Fritz Pils eröffnete das Orchester den Spätnachmittag und bot im ersten Teil auch gleich ein Mozartstück mit auf, bei dem Nicole Bauer an der Querflöte die Mandolinen der Münsterer und Wiebelsbacher begleitete. Mit dem „Earth Song“ von Michael Jackson ging das Orchester in die Pause.

Im zweiten Teil überraschten die Protagonisten vorab eingeweihte Zuhörer einmal mehr: Da verwandelte sich der Saal, dessen Akustik in Anja Roßkopf hernach die „Frisch-Auf“-Fachbereichsleiterin als „wunderbar“ bewertete, in eine Zirkusmanege. Auf der Bühne saßen plötzlich Clowns mit Hütchen und Fliegen, die Musiker präsentierten ihre Instrumente jetzt von einer ganz anderen Seite. Dazu passend intonierten die Mandolinen „A day at the Circus“ und entführte das Publikum in die Welt der Akrobaten. Als Clown verkleidet, gab sich Arno Petri nicht nur dem Klamauk hin, sondern jonglierte darüber hinaus gekonnt mit Bällen und Keulen.

Anschließend zogen die Musiker weiter Richtung Westen. Mit dem Stück „Amerika“ hatte Andreas Roßkopf an der Trompete einen Soloauftritt zum Satz „Mississippi“. Nach einem schwungvollen Tango verabschiedete sich das Orchester mit dem Winnetou-Stück, das wiederum von Nicole Bauer an der Querflöte begleitet wurde.

Mit dem Nachmittag vor vollem Haus, das auch klanglich einen adäquaten Rahmen fand, zeigten Mandolinenorchester und –club aufs Neue die Vielfalt, die ein Zupforchester vorzubringen vermag – weit mehr als „nur“ Klassik oder Wanderlieder. Dabei störte es auch niemanden, dass das Orchester gerade aus Münsterer Sicht seiner Tradition untreu wurde, bei Jubiläen statt in Kirchen in der Münsterer Kulturhalle aufzutreten. Dies wäre in diesem Jahr – 55 Jahre seit Gründung des Mandolinenorchesters der Wandergesellschaft – eigentlich der Fall gewesen. „Aber das nehmen wir uns für in fünf Jahren vor“, blickte Anja Roßkopf weit voraus. Dann wird das Orchester runde 60. Wer das Konzert verpasst hat oder es noch einmal genießen möchte, hat dazu am 9. Oktober in der katholischen Kirche in Wiebelsbach die Chance.

jd

Quelle: op-online.de

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