Krippenausstellung in St. Michael

Jesu Geburt das ganze Jahr präsent

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Robert Grimm (v.l.), Margaretha Esser und Albert Weyrauch werkeln das ganze Jahr an ihren Krippen. Heute und morgen werden sie in St. Michael Münster ausgestellt. - Foto: Hiss Robert Grimm (v.l.), Margaretha Esser und Albert Weyrauch werkeln das ganze Jahr an ihren Krippen. Heute und morgen werden sie in St. Michael Münster ausgestellt.

Münster - Wenn viele erst jetzt an Weihnachtsdeko und Christbaum denken, ist für drei Münsterer die meiste Arbeit bereits getan: Sie basteln schon seit Monaten liebevoll an ihren Weihnachtskrippen. Die Werke der vergangenen Jahrzehnte stellen sie heute und morgen erstmalig aus. Von Corinna Hiss 

Maria, Josef, das Baby, Schafe und die drei Weisen aus dem Morgenland – die Hauptfiguren für das aufwändige Hobby von Robert Grimm, seiner Frau Margaretha Esser und Albert Weyrauch, Grimms angeheirateter Cousin, sind von vorneherein klar. Für alles andere ist der Fantasie der drei Münsterer keine Grenzen gesetzt. Sie fertigen selbst in monatelanger Handarbeit Weihnachtskrippen an. Dabei halten sie sich nicht unbedingt an das, was in der Bibel steht. „Unsere erste Krippe war schlicht“, erzählt Robert Grimm. Dort verweilten Maria und Josef noch – wie es überliefert ist – in einem Stall. Mit den Jahren wurde das Ambiente dann immer weiter entwickelt: Während das Ehepaar Grimm/Esser ihren Stil in alpenländischen Krippen gefunden hat, zieht es Weyrauch eher zur orientalischen Variante.

Mittlerweile haben die drei Münsterer rund 40 Krippen gebastelt, manche bis zu drei Metern lang – eben genau so, dass sie noch aufs heimische Fensterbrett passen. Während Weyrauch dieses ungewöhnliche Hobby bereits seit 30 Jahren pflegt, hat es bei Grimm und Esser vor rund 15 Jahren angefangen. Das Paar liebt es, im Allgäu wandern zu gehen. Die grüne, bergige Natur und die Art der Häuser inspirieren sie jedes Mal zu neuen Motiven an ihren Krippen. „Immer, wenn wir dort Urlaub machen, nehme ich mit, was ich sehe“, sagt Esser lachend.

Trockene Zweige, Moos, heruntergefallene Rinde oder interessant geformte Äste, denen gewöhnliche Wanderer nur selten Beachtung schenken, fallen Esser sofort ins Auge. Sie eignen sich perfekt für ihre alpenländische Interpretation der Weihnachtsgeschichte. Während Grimm das Grundgerüst baut, ist Esser für die Dekoration und Verziehrung zuständig. Alles ist selbstgemacht, außer den Figuren. Dabei wird aufs Detail Wert gelegt: Ein altes Scheunendach wird liebevoll mit bis zu 200 Schindeln bedeckt, am Haus hängen getrocknete Maiskolben, ein Kutschenrad lehnt an der Wand.

Jede Krippe, die Grimm, Esser und Weyrauch herstellen, ist ein Unikat und unterscheidet sich von anderen, bereits angefertigten Exemplaren. Dass so ein Werk nicht in wenigen Tagen vollbracht wird, versteht sich von selbst. Während sich andere diesen Sommer im Freibad abkühlten oder in ihren Wohnungen schwitzten, saß das Ehepaar bereits im Keller und bastelte an neuen Motiven. „Die Geschichte um die Geburt Jesu beschreibt eine ganz besondere Stimmung, die es einzufangen gilt“, sagt Esser.

Mit seinem orientalischen Stil ist Weyrauch der Bibel da ein Stück weit näher, immerhin liegt Bethlehem nicht in den Alpen. Wüstenlandschaften, Ockerfarben, Palmen, Türmchen und Höhlen dienen in seinen Krippen dem jungen Paar als Unterschlupf. Der Rentner versucht sich seit einiger Zeit sogar auch darin, Schafe und Kamele selbst zu schnitzen.

Damit die vielen Krippen nicht nur in Kisten verpackt im heimischen Keller stehen, haben sich Grimm, Esser und Weyrauch für eine Ausstellung zusammengetan. Erstmals sind alle Exemplare heute und morgen in der katholischen Kirche St. Michael in Münster zu sehen. Manche Krippen sind so aufwändig, dass sie sogar in mehrere Kartons gepackt werden mussten. Wegen der Ausstellung sieht es im Hause Grimm/Esser deshalb noch recht karg aus. „Wenn alles vorbei ist, stellen wir die neueste Krippe dann endlich bei uns im Wohnzimmer auf“, freut sich Esser.

‘ Die Krippenausstellung ist in der Aula von St. Michael heute (12.) von 17 bis 20 Uhr und morgen (13.) von 11 bis 19 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei, eine Spende für die Pfarrgemeinde wird erbeten.

Quelle: op-online.de

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