Zuschüsse beantragt, Eröffnung Ende Oktober

In Kürze beginnt der Kunstrasen-Bau beim SV Münster

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An die riesigen Pappeln am Mäusberg erinnern nur noch die Stümpfe. Der Hartplatz wird bald ein Bild aus vergangenen Tagen sein.

Münster - Der Bau eines Kunstrasen-Großfelds auf dem Sportgelände des SV Münster nimmt immer konkretere Konturen an. Von Jens Dörr 

Bislang fielen zwischen dem Naturrasen-Hauptfeld, das bestehen bleibt, und dem umzuarbeitenden Hartplatz schon die riesigen Pappeln als erste sichtbare Vorstufe der größten und teuersten Investition der 97-jährigen Vereinsgeschichte. Noch in den Sommerferien könnten die eigentlichen Arbeiten am Platz beginnen. In einem „Projekttagebuch“ auf der eigens zum Kunstrasen-Bau veröffentlichten Website www.maeuse-fuer-den-maeusberg.de kann jeder die wichtigsten Schritte verfolgen und nachvollziehen. Nachdem die Mitglieder im Januar ohne Gegenstimmen die Umsetzung des Projekts und den Finanzierungsplan beschlossen hatten (und der SV Münster in Bruno Labbadia einen prominenten Schirmherrn aus dem Hut gezaubert hatte), reichte der 800 Mitglieder starke Verein im April die Zuschussanträge beim Land Hessen, dem Landkreis Darmstadt-Dieburg und dem Landessportbund Hessen ein. Dies war erst nach der Fertigstellung bestimmter Gutachten - etwa zum Boden - sowie der detaillierten Finanzplanung möglich geworden. Der SVM hatte indes schon lange vorher geprüft, in welcher Höhe Zuschüsse von welcher Stelle fließen würden, sofern der Verein die Voraussetzungen für die Förderungen erfüllen würde.

Im Mai stimmte sich der SVM mit dem Planer über die Details des Ausbaus ab. Am 27. Juni erfolgte die Veröffentlichung des Bauvorhabens in der „Hessischen Ausschreibungsdatenbank“. „Momentan sind wir dabei, die Angebote auszuwerten“, sagte am Dienstag Peter Roßkopf, einer der drei SVM-Vorsitzenden. Der Planer ist derzeit für zwei Wochen im Urlaub. „Mitte August wird die Entscheidung fallen, wer beauftragt wird“, so Roßkopf. Zum Beginn der Bauarbeiten wird es voraussichtlich einen offiziellen Spatenstich geben, zu dem unter anderem auch Münsters Bürgermeister Gerald Frank eingeladen werden soll.

Neben oben genannten Förderern bildet der Zuschuss der Gemeinde in Höhe von 20 Prozent der Investitionssumme ein wichtiges Fundament für das Projekt, das die Trainingsbedingungen am Mäusberg deutlich verbessern und damit zugleich einen Beitrag gerade zur Jugendarbeit des Vereins mit seinen 300 Kindern und Jugendlichen leisten soll. Dem entspricht der SVM auch mit seinem Projekttitel „Tradition braucht Zukunft“.

Veranschlagt für den Bau des Kunstrasens sind insgesamt 582.000 Euro sowie 50.000 Euro für ein weiteres Naturrasen-Kleinfeld, das zwischen dem bisherigen Hartplatz und den Garagen der Goethestraßen-Anwohner sozusagen als zusätzliches „Bonbon“ entstehen soll. „Auf dem Kleinfeld sollen vor allem unsere jüngsten Mannschaften spielen“, erläuterte Roßkopf. Zugleich werde damit das aktuelle Kleinfeld (im SVM-Ton gern „Tivoli“ genannt) am Vereinsheim entlastet. Das neue Großfeld wird etwas kürzer als der bisherige Hartplatz, dafür jedoch etwas breiter. Es wird bei den Maßen die Mindestvorgabe des Deutschen Fußball-Bunds erfüllen, so dass dort auch Pflichtspiele von Junioren wie Aktiven stattfinden können. Eingeweiht werden soll der fertige Kunstrasen-Platz „Ende Oktober“ (Roßkopf) –was das Einhalten des zu Jahresbeginn gesetzten Zeitplans bedeuten würde.

Archivbilder

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Zur Gesamtfinanzierung muss der SV Münster neben den Zuschüssen, dem Einsatz vorhandener Eigenmittel und Eigenleistungen auf jeden Fall ein Darlehen aufnehmen. Bislang ging man im Verein von 150.000 Euro aus – was sich je nach Eingang der nur bedingt kalkulierbarer Spenden und Einnahmen aus Veranstaltungen noch reduzieren oder erhöhen könnte. Der Kalkulation liegt zugrunde, dass der Verein 150.000 Euro in dem Fall aufnehmen muss, wenn 100.000 Euro an Spenden und Veranstaltungseinnahmen generiert werden können. Jeder bis zu den 100.000 fehlende Euro erhöht das Darlehen, jeder Euro darüber reduziert es (und damit auch die monatliche Zinsbelastung des SVM). Der letzte offizielle Spendenstand – datiert auf den 10. Juli – sieht wie folgt aus: Zu diesem Zeitpunkt waren bereits mehr als 74.000 Euro zusammengekommen.

Quelle: op-online.de

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