Nimas 8. Ghana-Fest

Viel Afrika für die Hilfe

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Drekt aufs T-Shirt: begehrtes Autogramm von Constant Djakpa.

Münster - Tanz, Trommeln, Informationen und viele lukullische Genüsse bescherte das Fest seinen vielen Besuchern: Im zehnten Jahr seines Bestehens lud der Ghana-Hilfe-Verein „Nima“ zum achten Mal zum Afrika-Fest in die Kulturhalle. Von Peter Panknin 

Als das Fest 2008 zum ersten Mal stattfand, ahnte noch niemand, dass es einmal eine so große Anziehungskraft entwickeln würde. Viele an Afrika und insbesondere an Ghana interessierte Menschen hatten sich den Termin im Kalender vermerkt und besuchten die am Samstag von 14 Uhr bis in den späten Abend stattfindende Veranstaltung.

Der nachmittägliche Teil war geprägt von Darbietungen für und von Kindern, denn Nima (Nima ist der Name eines Vorortes von Accra, der Hauptstadt von Ghana) möchte unter dem Grundsatz der Hilfe zur Selbsthilfe vor allem benachteiligten Kindern und Jugendlichen in Ghana den Weg in eine bessere Zukunft ebnen und versucht mit verschiedenen Projekten in Ghana Ursachen für die weltbewegende Welle von Flüchtlingen vor Ort zu bekämpfen.

Eine große Chorformation, gebildet aus Kindern der Kitas aus Altheim und Münster, gefolgt von einer Kindergartengruppe aus Eppertshausen eröffneten mit fröhlichen Liedern das Fest. Die jüngsten Tänzer der „Sunnys Dance School“ in Dieburg brachte viel Bewegung auf die Bühne der Kulturhalle.

Etwas statischer begrüßte Günter Frey, ein Gründungsmitglied des Vereins, die Gäste im Saal und verschaffte ihnen einen Überblick auf die zu erwartenden Programmpunkte. Zunächst aber hieß er den Schirmherrn der Veranstaltung, Münsters Bürgermeister Gerald Frank, willkommen. Der hatte in seiner Begleitung die Sozialdezernentin des Landkreises Darmstadt-Dieburg, Rosemarie Lück, sowie den Träger von vielen Meistertiteln – neben anderen den eines Weltmeisters – und jetzt als Tischtennis-Bundestrainer aktiven Jörg Rosskopf („Kinder liegen mir am Herzen, darum unterstütze ich Nima.“) aus Münster. Die Tatsache, dass er sowie Rosemarie Lück seit längerem je eine Patenschaft für ein Kind aus Ghana übernommen haben, bewogen Gerald Frank spontan zu der Erklärung, ebenfalls eine Patenschaft zu übernehmen, was ihm viel Beifall einbrachte.

Das Künstler-Ensemble „Adesa“ brillierte bei einem Mitmachtheater mit Tanz, rhythmischen Klängen und prächtigen Kostümen und zog vor allem Kinder in seinen Bann. Die Geschichte „Der König langweilt sich“ lud die Kleinen zum Mitmachen ein. Und sie machten von dem Angebot regen Gebrauch.

Wer dem Geschehen auf der Bühne weniger Augenmerk schenken wollte, konnte sich um sein leibliches Wohl kümmern, denn mit exotischen Gerichten, Früchten oder schlicht Kaffee und Kuchen war für alle Geschmacksrichtungen etwas im Angebot. Auch das Schminken der Kinder gehörte zu den Attraktionen in der Kulturhalle. Die Beantwortung der Frage einer Mutter an das soeben geschminkte Kind: „Wie willst Du das denn zu Hause wieder abkriegen?“, lag allerdings nicht in der Verantwortung der Veranstalter. Die hatten mit einem mehrköpfigen Organisationsteam um Anna Zaaki, der Vorsitzenden des Vereins Nima, und etwa 80 Helfern, Vereinsmitgliedern oder Menschen, die einfach nur ihre Hilfe angeboten hatten, gut zu tun, um alle Gäste zufrieden zu stellen.

Weitere Attraktionen auf der Bühne leitete die Tanz- und Trommel-AG der John-F.-Kennedy-Schule ein. Ihr folgten erwachsene Trommler, die „Ghana Flying Stars“ mit ihrer herausragenden Performance, bestehend aus hörenswerten Trommelrhythmen und sehenswerten artistischen Darbietungen. Den bereits von früheren Veranstaltungen bekannten Holzschnitzer Papé Sidinkoma konnte man währenddessen bei seiner Arbeit beobachten. Auf einem Podest mitten im Saal sitzend, verzierte er mit einem Stechbeitel den Fuß einer afrikanischen Trommel, während sein Freund Kader Traore, ebenfalls Schnitzer, eine Figur aus grobem Buchenholz herausarbeitete. Bei beiden konnten Kunstgegenstände erworben werden. Und beim im Saal vertretenen Weltladen Eppertshausen wartete eine Auswahl aus Fair-Trade-Produkten auf Mitnahme.

Das Abendprogramm eröffneten die Tänzerinnen und Tänzer der Gruppe „Capoeira Sao Salvador“ aus Darmstadt eine eindrucksvolle Tanzperformance. Capoeira ist eine in Brasilien ausgesprochen beliebte Kunst-Kampfsportart, deren Wurzeln aber aus Afrika stammen.

Höhepunkt des Abends war dann der direkt nach dem 2:1 Sieg gegen den SV Darmstadt 98 nach Münster in die Kulturhalle geeilte Frankfurter Eintracht Spieler Constant Djakpa. Von zahlreichen Fans umringt, die hauptsächlich mit ihm zusammen abgelichtet werden wollten, gab er bereitwillig Autogramme.

Weitere Höhepunkte des Abends waren die orientalische Bauchtanz-Performance, dargeboten von „Sunnys Dance School“. Später rissen die artistischen Leistungen der „Ghana Flying Stars“ erneut das Publikum mit, bevor eine Afro-Reggae-Party auf den 1. Mai zusteuerte.

Quelle: op-online.de

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