Kulturprogramm für die Gemeinde

„Das bringt Strahlkraft nach außen“

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Stephanie Lange sorgt sich seit knapp einem Jahr um ein Kulturprogramm für die Gemeinde. Für den neuen Bürgermeister Gerald Frank ist es das Projekt seines Vorgängers ein Glücksfall. Stephanie Lange kümmert sich seit Anfang des Jahres um das kulturelle Programm der Gemeinde Münster.

Münster - Seit Beginn diesen Jahres gibt es das Kulturprogramm der Gemeinde Münster. Während andere Kommunen in diesem Bereich den Rotstift ansetzen und sparen, wird der Kultur, gegen den allgemeinen Trend, in Münster mehr Stellenwert eingeräumt. Von Michael Just 

Derzeit etabliert sich das Angebot noch mit bisher verbesserungswürdigen Besucherzahlen. Unsere Zeitung hat einmal mit Stefanie Lange vom Amt für Sport und Kultur, Öffentlichkeitsarbeit und Wirtschaftsförderung sowie Bürgermeister Gerald Frank über die Zukunft des Programms gesprochen.

Wieviel Veranstaltungen gibt es dieses Jahr?

Stefanie Lange: Sechs waren es schon, mit Denis Wittberg und seinen Schellack-Solisten am 11. Dezember steht die siebte an.

Nach welchen Kriterien wurde das Programm zusammengestellt?

Stefanie Lange: Wir haben Hilfe von einer Event-Agentur aus Stockstadt, die uns bei der Zusammenstellung beraten und unterstützt hat. Im ersten Jahr ging es darum, Dinge aus verschiedenen Genres auszuprobieren. Dazu zählten bereits Comedy, a-Capella, das Bauchreden und weitere Kleinkunst wie jüngst die Zauberin Marion Metternich. Damit galt es auszuloten, was von der Bevölkerung angenommen wird.

Welche Erkenntnisse gibt es nach dem ersten Jahr? Was will Münster sehen?

Stefanie Lange: Ganz spezielle Sachen, wie Zauberei oder Rock’n’Roll, haben sich als schwierig in der Akzeptanz erwiesen. Das breite Publikum kam bei Andy Ost, der auch schon über das Fernsehen bekannt ist. Daraus lässt sich erkennen, dass wir mehr mit Namen und regional bekannten Größen arbeiten müssen. Wenn die Bevölkerung weiß, dass gute Leute kommen, geht sie auch hin.

Gerald Frank: Um herauszufinden, was Münster will, braucht es mehr als ein paar Monate. Seitdem ich in der Gemeinde lebe, habe ich ein Kulturprogramm immer vermisst. Deshalb geht zuerst mal das Lob an meinen Vorgänger, dass er das noch angeschoben hat. Stefanie Lange gilt für uns als Glücksfall: Sie ist fachfremd eingestiegen und hat sich mittlerweile richtig eingearbeitet. Das ist bemerkenswert, aus dem Nichts so etwas aufzubauen. Genauso bemerkenswert ist, dass sie für das Kulturprogramm drei Sponsoren gefunden hat. Das Sponsoring soll nun noch ausgeweitet werden.

Die Besucherzahlen haben sich in den ersten Monaten insgesamt als verbesserungswürdig, manchmal sogar als sehr bescheiden gezeigt. Bei welcher Veranstaltung war das Interesse am größten, bei welcher am geringsten?

Stefanie Lange: Bei Andy Ost lag der Zuspruch mit 150 Besuchern am höchsten, bei Zauberin Marion Metternich mit rund 60 war das Gegenteil der Fall. Die Zahlen sollten und müssen noch nach oben klettern. Aber wie gesagt, wir stehen noch am Anfang. In der Regel braucht es rund drei Jahre, bis ein neues Kulturprogramm in den Köpfen der Menschen ankommt.

Kunst- und Kulturtage 2014 in Babenhausen

Kunst- und Kulturtage 2014 

Grundsätzlich sieht man also eine Chance, dass sich ein Kulturprogramm in Münster etablieren und funktionieren kann?

Gerald Frank: Absolut. Für mich funktioniert es jetzt schon. Derzeit gehen wir Schritt für Schritt, damit sich das entwickelt. Interessant ist eine Statistik von Stefanie Lange für den Andy Ost-Auftritt, wo die Leute herkamen. Sie zeigt, dass bei seinem Auftritt zwei Drittel von außerhalb waren. Für das Image von Münster ist das eine tolle Sache. Natürlich soll das Kulturprogramm in erster Linie ein Angebot für die Münsterer sein. Es ist aber ein prima Nebeneffekt , wenn die Gemeinde nebenbei eine Strahlkraft nach Außen entwickelt.

Das Kulturprogramm für 2015 soll bereits zu 90 Prozent stehen?

Stefanie Lange: Lediglich im Frühjahr gibt es noch eine Lücke, aber da kann sich das Programm noch ausweiten. Der Schwerpunkt wird mit den bisherigen Erfahrungen auf der Comedy liegen. Dazu berücksichtigen wir verstärkt den Bekanntheitsgrad der Künstler, wie etwa bei Johannes Scherer, Andy Ost und Hans Joachim Heist aus der ZDF Heute-Show. Das bringt einen größeren Einzugsbereich. Zudem macht die Werbung großer Künstler auf ihrer Facebook-Seite viel aus.

Gesetzt den Fall, der Zuspruch bei den Besucherzahlen bleibt gering. Wie weit kann sich Münster leisten, das Programm weiterlaufen zu lassen?

Gerald Frank: Wir werden in nächster Zeit weitere Sponsoren suchen, um damit die Finanzierung auf feste Füße zu stellen. Das Kulturprogramm wird auf alle Fälle weitergehen. Wir knüpfen an den Erfolg lokaler Vereine an, die bei Kabarett und Comedy schon bewiesen haben, dass so etwas in Münster funktioniert. Die Bevölkerungs- und Wirtschaftsstruktur von Münster legt dies ebenfalls nahe. Wir sind hier keine Hinterbänkler, durch die Lage im Rhein-Main-Gebiet ist Potenzial vorhanden. Bei Andy Ost waren 150 Besucher da. Die kommen das nächste Mal wieder und sicherlich noch mehr.

Quelle: op-online.de

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