Vandalismus in Münster

Kunstwerk vor der Kulturhalle mutwillig zerstört

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Zwei große Lecks im Flechtwerk verunstalten die geliehene Skulptur Künstler Roger Rigoth ist fassungslos: Seine „Über-See“ fand er am Dienstagmorgen demoliert vor. 

Münster - Roger Rigoth dachte an nichts Böses, als er am Dienstagmorgen mit seinem Fahrrad durch die Friedrich-Ebert-Straße fuhr. Umso größer war der Schock über den Anblick der zerstörten Skulptur „Über-See“.

Rigoth hatte das Kunstwerk am 28. Oktober als Leihgabe vor der Kulturhalle platzieren lassen (siehe OP vom 19. November). Entstanden ist die Skulptur in aufwändiger Webarbeit, die nun über Nacht der blinden Zerstörungswut Unbekannter zum Opfer fiel. An zwei der drei riesigen Kokons, die sich um eine fünf Meter hohe Mittelsäule gruppieren, klaffen große Lecks. „Über-See“ hat Schiffbruch erlitten. „Beziffern lässt sich der Schaden auf etwa 4 000 Euro. Das Ganze zu reparieren dauert einen Monat“, so die Einschätzung von Rigoth, dem die Entrüstung am Dienstagnachmittag immer noch ins Gesicht geschrieben steht.

Nicht nur in seiner Künstlerseele fühle er sich verletzt, es sei auch die ideelle Enttäuschung, die ihm zu schaffen mache: „Die Skulptur war ein Geschenk an Münster, mit dem Hintergedanken, mehr Kunst ins Dorf zu bringen. Statt Wertschätzung erlebe ich nun mutwillige Zerstörung.“ Besonders peinlich für Münster ist, dass Rigoths Skulptur Jahre im öffentlichen Raum, „in großen Städten und bei großen Events“ überstanden hat, ohne dass größere Ausbesserungen nötig waren. „Jetzt steht sie zum ersten Mal auf dem Land und schon ist sie kaputt“, stellt der Urheber fassungslos fest.

Wer dahinter stecken könnte? Davon hat auch Rigoth keinen Schimmer. Bei der Polizei hat er deshalb Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt und die Presse informiert. Der Künstler will den Schaden möglichst weit in die Öffentlichkeit tragen. Er hofft, so zu den Tätern durchzudringen, mit der Botschaft, dass die Handlung „absolut kriminell und in keinster Weise tragbar ist“. Die beschädigte Skulptur bleibt noch einige Zeit als Mahnmal stehen. Bis zum Sommer müssen Rigoths Künstlerhände „Über-See“ wieder geflickt haben. Denn dann soll sie bei der Jahresausstellung der Darmstädter Sezession, „einlaufen“. (rin)

Quelle: op-online.de

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