Nicht nur wegen Storch und Biber

Landkreis überreicht Naturschutzbund den Umweltschutzpreis

+
Kreisbeigeordneter Christel Fleischmann (r.) überreichte dem Nabu-Münster-Vorsitzenden Dieter Günther (l.) und seinem Stellvertreter Matthias Kisling den Umweltschutzpreis des Landkreises Darmstadt-Dieburg.

Münster - Schon wieder der Naturschutzbund (Nabu): 2013 gewann die Ortsgruppe Kleestadt/Klein-Umstadt/Richen den alle zwei Jahre vergebenen Umweltschutzpreis des Landkreises Darmstadt-Dieburg; nun verlieh Kreisbeigeordneter Christel Fleischmann die Auszeichnung an die Münsterer Ortsgruppe. Von Jens Dörr 

Daran, dass der Kreis einen würdigen Träger des mit 2 000 Euro dotierten Preises gefunden hatte, gab es bei der Feierstunde im Kreistags-Sitzungssaal in Kranichstein keinen Zweifel. Es habe viele Bewerbungen um den Preis 2015 gegeben, sagte Fleischmann – die Entscheidung der Kreisjury sei schließlich aber eindeutig zugunsten des Nabu Münster gefallen. Im Beisein des Vorsitzenden Dieter Günther und seines Stellvertreters Matthias Kisling, würdigte der Kreisbeigeordnete die vielfältigen Verdienste des Nabu Münster in seiner Laudatio. Aber Münsters Bürgermeisters Gerald Frank (den Fleischmann zunächst fälschlicherweise als dessen Vorgänger Walter Blank begrüßte) und der Langstädter Naturschützer Otto Diehl (Fleischmann: „Für mich nach wie vor die Leuchtfigur, wenn es um Naturschutz im Landkreis geht“), verfolgten die Auszeichnung.

„Sie haben Naturschutz-Flächen geschaffen und gepflegt. Es ist kaum zu glauben, wie viel sie ehrenamtlich leisten,“ sagte der Kreisbeigeordnete. Zudem beweise die Münsterer Ortsgruppe, die seit 64 Jahren besteht und 500 Mitglieder hat, einen langen Atem: „Sie haben es geschafft, dass der Storch in Münster wieder Halt macht.“ Vor allem aber sprach er große, langfristige Projekte wie das Gebiet „Auf dem Sand“, den Urwald am Erlenbach und die Pflege der Adamsteiche an.

Biber und andere Tiere

Für die Münsterer hatte anschließend Kisling die Gelegenheit, die ehrenamtliche Arbeit des Nabu in der Gemeinde und seinem nahen Umland näher zu erläutern. Die Tätigkeiten teilen sich in Routineaufgaben und besondere Projekte auf. Zu den ersten zählen etwa die Pflege der einstmals angelegten Streuobstwiesen (von deren Apfelertrag sich alljährlich die Besucher des Kelterfests überzeugen können), das Mähen von Wiesen, der Rückschnitt von Weiden, die Reinigung von Nistkästen und der Schutz der Gewässer. Letztgenannter hat zum Beispiel zu dem Erfolg geführt, dass es an der Gersprenz inzwischen immer wieder zur Sichtung des vormals verschwundenen Bibers kommt. Fleischmann bezeichnete das Tier in seiner Laudatio absichtlich als „Fisch“ und spielte damit auf Papst Gregor I. an, der im sechsten Jahrhundert zur Fastenzeit zwar den Verzehr von Fleisch „warmblütiger“ Tiere verboten, wohl aber einige Säuger und Vögel kurzerhand zum Fisch erklärt und das Fasten somit erleichtert hatte.

Wälder, Wiesen, Weltenbummler: Wandern im Naturpark Nordvogesen

Eins der Großprojekte des Nabu Münster ist der Wald am Erlenbach, der vom Wirtschafts- zum Urwald entwickelt wird. Die dortigen zehn Hektar sind zwei Prozent des gesamten Münsterer Gemeindewalds. Hier verzichtet die Gemeinde auf die forstwirtschaftliche Nutzung. Durch das sehr feuchte Gebiet mit seinen mehr als 140 Jahre alten Bäumen fließt auch der Erlenbach, der seinen Beitrag dazu leisten soll, dass das Münsterer Waldstück, das allerdings schon nahe an der Grube Messel liegt, länger feucht bleibt.

Quelle: op-online.de

Kommentare