SV Münster will Kunstrasenprojekt realisieren

Mäusberg bleibt Sportstätte

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Das Weinfest dürfte der SV Münster (zusammen mit dem MGV) auch auf lange Sicht auf dem Gelände Am Mäusberg feiern. Dort soll ein Kunstrasen entstehen, womit ein baldiger Wegzug des SVM ausgeschlossen wäre.

Münster - Nachdem die Entwicklung eines Sportparks am Gersprenzstadtion gescheitert ist, scheint die Realisierung eines Wohngebiets in Münsters Mitte in weite Ferne zu rücken. Grund dafür ist ein einstimmiger Beschluss des SV Münster. Von Jens Dörr 

Der SV Münster will auf seinem Sportgelände „Am Mäusberg“ bleiben: Das machten am Freitagabend 138 Mitglieder in einem klaren Votum deutlich. Konkret ging es dabei um die Frage, ob der Vorstand des mehr als 700 Männer, Frauen und Jugendliche zählenden SVM den angepeilten Bau eines Kunstrasens an der Stelle des jetzigen Tennenplatzes (Hartplatzes) weiter verfolgen soll. Dies wurde einstimmig bejaht. Die Entscheidung hat weitreichende Konsequenzen für die Münsterer Ortsentwicklung.

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Doch der Reihe nach: Die 138 Mitglieder, für eine Vereinsversammlung ein sehr hoher Wert, sorgten für eine proppenvolle SVM-Halle. Peter Roßkopf, einer der drei Vorstände, freute sich insbesondere darüber, dass Vertreter diverser Gruppen des Vereins gekommen waren. „Das ging von den Aktiven über die Alten Herren bis hin zu den Gymnastikdamen.“ Der SV Münster zählt derzeit 18 Fußball-Teams, darunter 15 Jugendmannschaften, zwei Aktiventeams und ein Altherren-Team. Sie bilden den sportlichen Schwerpunkt der Vereins, den aber auch noch andere Gruppen erweitern. Der SVM hat darüber hinaus noch eine Flag-Football-Mannschaft, eine Aerobicgruppe und den Krabbelkreis „Glückskäfer“ und bietet darüber hinaus Damen- und Herrengymnastik unter dem Namen „Fit für die Enkel“ an. Mancher ist dem Verein auch durch den Besuch der vielen geselligen Anlässe – etwa dem Sommergarten oder der „Wies’n“ – verbunden.

Kontroverse Wortmeldungen

Unter diesen Vorzeichen also referierte Roßkopf zu den beiden sich aktuell stellenden Alternativen für den Verein: erstens die Umwandlung des Tennenplatzes in einen Kunstrasen, wofür bereits der einstige Vorsitzende Martin Peußer mit seinem Team die Vorarbeit geleistet hatte und dessen Planung und Finanzierung vom derzeitigen dreiköpfigen und gleich- sowie vertretungsberechtigten Vorstand um Roßkopf, Michael Beilstein und Dieter Huther fortgeführt wird; oder zweitens der Umzug auf das Gelände der FSV Münster, nachdem die Entwicklung eines Sportparks am Gersprenzstadion gescheitert war.

In diesem Zusammenhang kam es zu durchaus kontroversen Wortmeldungen. Unklar ist etwa die genaue Summe, die das Infrastrukturprojekt Kunstrasen den SVM kosten würde. „Zum finanziellen Rahmen sind das mit Blick auf Zuschüsse, Spenden und eine Beitragserhöhung bislang nur Annahmen“, sagte Roßkopf. Dennoch beauftragten die Mitglieder den Vorstand schließlich, das Vorhaben voranzutreiben.

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Detaillierte Ausbauvarianten soll den Mitgliedern dann in einigen Wochen präsentiert werden. „Ich schätze, dass diese Versammlung Anfang nächsten Jahres stattfindet“, skizzierte Roßkopf das weitere Vorgehen. Das einstimmige Votum habe aber gezeigt, dass „jeder überzeugt“ sei, „dass wir das Projekt stemmen können“.

Was Roßkopf nicht direkt sagte, am Freitag auf indirektem Wege aber eingeleitet wurde: Die von Teilen der Lokalpolitik und auch Bürgermeister Gerald Frank als attraktiv befundene Entwicklung des Mäusberg-Areals zum Wohngebiet ist mit der Entscheidung der SVM-Mitglieder fast vom Tisch. Sie könnte nur noch einmal aktuell werden, sollte sich herausstellen, dass der Kunstrasen für den Verein wider Erwarten doch nicht zu stemmen ist.

Frank sagte auf Anfrage, er respektiere die Entscheidung des Vereins. Der SV Münster hat das Gelände noch bis 2054 in Erbpacht sicher. Frank stellte noch einmal heraus, er habe nicht darauf gedrängt, dass SV und FSV Münster fusionieren sollten. Er sei in diese Richtung lediglich rein beratend tätig gewesen, auch mit Blick auf die hohen Investitionen, die beiden Vereinen in naher Zukunft ins Haus stünden. Vor seiner Wahl zum Bürgermeister war Frank zwei Jahrzehnte lang hauptberuflich bei der Stiftung Deutsche Sporthilfe tätig und daher professionell mit Sportthemen befasst und vertraut.

Der Vorsitzende der FSV Münster, Peter Samoschkoff, bedauerte die Entscheidung der SVM-Mitglieder. Die FSV informiert ihre Mitglieder diesen Freitag (23.) in einer eigenen Versammlung über den Stand der Dinge und die Perspektive des Vereins.

Quelle: op-online.de

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