Martin Heckwolf  und seine Huskies

Der Leithund gibt die Richtung vor

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Martin Heckwolf und seine Huskies geben beim Training in den heimischen Wäldern Vollgas.

Münster - Martin Heckwolf aus Münster geht in seiner Freizeit mit seinen Huskies auf die Rennstrecke. Von Matthias Grimm 

Passend in finnischer Sprache nennt sich ein Münsterer Schlittenhunde-Rennteam „Puskasusi“. Flott sind sie unterwegs, die Sibirian Huskies „Talvi“, „Lumikki“ und „Paja“, wenn sie mit ihren drei Kameraden vor einem Rollschlitten im Sechsergespann durch den Münsterer Wald flitzen. Und der Team-Name ist mit Bedacht gewählt: „Puska“ heißt auf Deutsch „Hecke“ und „Susi“ wird mit „Wolf“ aus dem Finnischen übersetzt - zusammen ergibt beides „Heckwolf“.

Martin Heckwolf ist der „Musher“, also Schlittenhundführer des Gespanns, das in der Rennsaison mit maximal 30 Kilometern pro Stunde drei bis viermal wöchentlich in den heimischen Wäldern trainiert. „Die Reisegeschwindigkeit liegt aber im Durchschnitt bei etwa 13 Kilometern pro Stunde“, relativiert Martin Heckwolf nach einer 14 Kilometer langen Trainingsrunde, die ihn vom Münsterer Freizeitzentrum durch den Wald über die Dieburger Fohlenweide wieder zurück führte. Gerade eine halbe Stunde haben Heckwolf und seine Huskies dafür gebraucht.

Bei Kälte „gehen die Hunde voll ab“

„Ab einer Temperatur unter 15 Grad“, erläutert der 45-jährige „Musher“, „gehen die Hunde voll ab.“ Im Sommer hingegen wird nicht trainiert, da besteht die Gefahr, dass die Hunde überhitzen. „Dann toben sie sich auf unserem Freigelände aus oder spielen Ball.“

Bis dahin stehen jedoch noch Wettkämpfe im Renn-Kalender. Noch im Januar startet das Gespann bei einem Rennen im tschechischen Adler-Gebirge, im Februar dann bei der Trans-Thüringia. Dieser Wettkampf ist ein Etappenrennen und führt auf 280 Kilometer Länge über den thüringischen Rennsteig. Bei Etappenlängen von 30 bis 45 Kilometern sind die etwa 70 teilnehmenden Gespanne eine Woche lang unterwegs.

Dabei können sich die „Musher“ abends nicht im Wellness-Bereich eines schmucken Hotels erholen, so Martin Heckwolf: „Alles was wir in dieser Zeit brauchen, müssen wir auf dem Schlitten mitführen, denn in den Etappenpausen geht es ins Biwak.“ Nur Futter und Proviant können an Depots unterwegs aufgenommen werden.

Klar, dass die sechs Huskies und ihr Schlittenhundführer unter diesen Bedingungen bestens aufeinander eingespielt sind. Zumal die Hunde nur mit Worten, also ohne Zügel geführt werden. „Das geschieht über den Leithund, alle anderen Hunde im Gespann folgen diesem dann“, berichtet Martin Heckwolf, der im Jahr 1992 seinen ersten Hund erwarb und 1994 seine Rennpremiere hatte. „Infiziert von diesem Hobby wurde ich 1986, als ich bei einem Rennen in Aschaffenburg/Obernau zuschaute.“

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Mit der Hündin „Lovis“ begann Heckwolf, eigene Huskies zu züchten. Seine jetzigen Tiere stammen allesamt von den drei Würfen der Stammmutter. Und die Hunde, die er weggeben musste, besucht Martin Heckwolf gelegentlich bei den neuen Besitzern: „Das ist wie mit Kindern, manchmal erkennen sie einen, manchmal nicht.“

„Jetzt lasse ich das langsam auslaufen“, so Heckwolf. Er wird keine weiteren Hunde züchten und mit seinem aktuellen Gespann „kann ich das mit den Rennen noch so acht Jahre machen“. Auf die Frage, was ihn so sehr an den Huskies fasziniere, antwortet er: „Sie sind menschenfreundlich und im Rudel verträglich.“

Wenn das Gespann im „Hunde-Rentenalter“ sein wird, bleibt er seinen Huskies sicher verbunden. Martin Heckwolf wird dann seinerseits als Betontechnologe noch einige Jahre arbeiten müssen und dabei sicher das eine oder andere mal von den kalten Nächten im Biwak träumen.

Quelle: op-online.de

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