Bürgermeister Frank weist CDU-Kritik zu Kompetenzüberschreitung zurück

Einstimmiger Beschluss pro Kunst

Sie möchten aus dem Rat- ein ARThaus machen: Ellen Jöckel und Kristin Wicher. Auf die Fahnen haben sie sich bereits den Schlüssel zum Mollerbau gedruckt. - Foto: Th. Meier

Münster - Mit Unverständnis reagierte Bürgermeister Gerald Frank auf die Kritik der CDU, nach der er die gemeindlichen Gremien in Bezug auf die weitere Verwendung des ehemaligen Altheimer Rathauses ignoriere.

Stein des Anstoßes war ein Bericht über eine Künstlerinitiative, die im lange leer stehenden Mollerbau am 9. Mai ein Fest steigen lässt. Sie wollen testen, ob das Ex-Rathaus als „ARThaus“ zu etablieren ist und damit der öffentlichen Nutzung durch die Bürger erhalten bleiben kann. „Damit sind wir im Einklang mit den Gremien“, erklärt Frank und verweist auf einen einstimmig gefassten Beschluss der Gemeindevertretung vom 10. Februar 2014. Demnach wird der Gemeindevorstand beauftragt, die Marktgängigkeit des Objekts zu testen und die Umsetzung des vorgelegten Konzepts für ein Künstleratelier zu prüfen.

„Dass die CDU-Fraktion dem Bürgermeister fünf Fragen zum Altheimer Rathaus gestellt hat und noch vor deren Beantwortung mit ihrer Stellungnahme an die Presse ging, lässt nur schwer die Interpretation zu, dass es der CDU um Information und Sachorientierung gehe“, zürnt nun Frank. Die Marktgängigkeit des Altheimer Rathauses war noch unter der Ägide von Franks Vorgänger Walter Blank geprüft worden. Mit dem Resultat: nicht vermittelbar. Insbesondere für Familien ist die Immobilie unattraktiv, da kein Garten vorhanden und zudem der Standort von starkem Verkehr beeinträchtigt ist. Auch die Auflagen des Denkmalschutzes schrecken potenzielle Käufer ab.

Kein Interessent bis Ende 2014

Immobilienmakler bekundeten laut Frank damals: „nicht an den Mann zu bringen!“ Obwohl über den Leerstand berichtet worden sei, habe niemand in den acht Monaten bis zum Jahresende Kaufinteresse angemeldet. Erst im Frühjahr 2015 seien zwei Kaufinteressenten beim Bürgermeister vorstellig geworden, „nachdem die Künstlerinitiative längst auf vollen Touren arbeitete“. Mit den Interessenten sei vereinbart worden, dass – wenn das Künstlerprojekt sich als nicht realisierbar erweise – die Gemeinde auf die Interessenten zurückkommen werde.

Kurz nach Franks Amtsantritt wurde die Initiativgruppe um den international renommierten Altheimer Künstler Roger Rigorth wieder wegen des alten Rathauses vorstellig. Frank erklärt, er habe die Gespräche ganz im Geist des einstimmigen Beschlusses der Gemeindevertretung geführt und Möglichkeiten von Veranstaltungen und einer zukünftigen Nutzung besprochen. „Entschieden wurde außer der Erprobung nichts. Allerdings wurde die Möglichkeit der Gründung eines Kunstvereins erörtert“, so der Bürgermeister. Satzungszweck könnte neben der Pflege von Kunst unter der Beteiligung von Bürgern auch der Erhalt des Hauses sein.

Erhaltung des Hauses über den Verein

Das Rathaus soll so für die Bürger erhalten und zugänglich werden. Die Unterhaltung des Hauses könne dann über den Verein erfolgen. „Die Künstler wollen nun erproben, ob sich das Gebäude überhaupt für die Art der von ihnen geplanten Veranstaltungen eignet“, informiert Frank, „da müssen Erfahrungen gesammelt werden.“ Die Künstler haben auch Ideen, wie Geld und Fördermittel für Renovierungszwecke eingeworben werden können. Wie dies alles zu bewerkstelligen ist, müsse konzeptionell entwickelt werden. „Das Künstlerprojekt bedeutet für die Gemeinde kaum Risiko, aber eine Riesenchance“, erklärt Frank.

Auftakt der Erprobung ist am Samstag, 9. Mai, ab 15 Uhr. Die Initiatoren laden zu einer Veranstaltung mit Ausstellungen mehrerer Künstler, einer Auktion, Musik und Lesungen bis in die Abendstunden ein.

(tm)

Quelle: op-online.de

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