Projekt von FH-Studenten

Mühlrad für die Museumsenergie?

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Wird sich an der Langsmühle in Münster, in der auch das Museum des Heimat- und Geschichtsvereins untergebracht ist, bald wieder ein Wasserrad drehen, um die Kraft des Gersprenzwassers zur Energiegewinnung zu nutzen? Die Idee scheint bestechend.

Münster - Die Wege der umweltfreundlichen Energiegewinnung sind vielfältig und auf manche stößt man auch in der Gemeinde eher unerwartet. Wenngleich die Historie des Ortes den Weg der Gersprenznutzung eigentlich vorzeichnete. Von Thomas Meier

Wie wäre es beispielsweise, könnte man das fließende Gersprenzwasser nutzen, um das Münsterer Museum in der Langsmühle und umliegende Gebäude mit Heiz- und Lichtenergie zu versorgen? Vor einem Jahr knüpfte Gemeindevorstandsmitglied Jan Stemme von der Alternativen Liste Münster und Altheim (ALMA) einen Kontakt mit Prof. Nicole Saenger vom Fachbereich Bauingenieurwesen der Hochschule Darmstadt (h-da). Bei der Arbeit des Energietisches in Münster beteiligte sich unter der Leitung von Saenger bald schon eine Gruppe von Master-Studenten an der Erarbeitung eines Konzeptes für alternative Energiegewinnung. Und ihr schien angesichts der Situation ein Licht aufgegangen zu sein. „In vielen Arbeitsstunden neben und sogar in der Gersprenz wurden Möglichkeiten erarbeitet, die alte Mühle mittels eines Wasserrades in die Energiegewinnung einzubinden und dabei auch die hohen Anforderungen der Naturschutzbehörde zu erfüllen“, berichtet nun Gerhard Bonifer-Dörr, die Früchte einiger ALMA-Initiativen aufzeigend.

Die Ergebnisse wurden nun bei einer Präsentation an der Hochschule Darmstadt vorgestellt. Heinz-Willi Dubbel für den Energietisch und Jan Stemme für die Gemeinde nahmen an der Präsentation teil und konnten sich von den interessanten Ideen ein Bild machen. Die Unterlagen werden jetzt der Gemeinde zur weiteren Verwendung zur Verfügung gestellt und in die Arbeit des Energietisches eingebracht.

Vielleicht auch möglich bei der Kläranlage

Eine Untersuchung zur Einbeziehung auch der Kläranlage in die Stromerzeugung ist derzeit noch in Arbeit. Ein weiterer Kontakt konnte mit Prof. Birte Frommer, ebenfalls von der h-da und auch dem Fachbereich Bauingenieurwesen zugeordnet, geknüpft werden. Sie ist zuständig für den Forschungsbereich Raum- und Umweltmanagement und wird der Gemeinde bei der Konzept-entwicklung für das Breitefeld zur Seite stehen.

ALMA hatte bereits vor über einem Jahr beantragt, dass für das Breitefeld endlich ein schlüssiges Entwicklungskonzept erstellt werden solle. Die Mittel hierfür, immerhin 20 000 Euro, sind erst kürzlich mit den Stimmen aller Fraktionen im Haushalt der Gemeinde zur Verfügung gestellt worden (wir berichteten).

Mittlerweile gab es schon eine ausführliche Begehung des Breitefelds, an der auch eine größere Gruppe Studenten teilnahm, die derzeit ihr Masterstudium absolvieren. Wie in einem Vorgespräch geklärt werden konnte, soll ein Konzept für das Breitefeld auch die Situation in der gesamten Gemeinde Münster mit ihren Ortsteilen einbeziehen. Die ersten konkreten Vorschläge für die zukünftige Zusammenarbeit werden bald vorliegen.

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Quelle: op-online.de

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