Neubau erfolgt im nächsten Jahr

Behelfsbrücke über Graben gehievt

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Die Behelfsbrücke kommt angeschwebt: Wenige Meter neben der maroden, seit vergangenem Jahr gesperrten Brücke über den Stiegelgraben am Max-Bock-Heim ermöglicht sie Fußgängern und Radfahrern jetzt wieder eine sichere Überquerung.

Münster - Im vergangenen Jahr musste die marode Brücke über den Stiegelgraben hinterm Max-Bock-Heim wegen akuter Einsturzgefahr gesperrt werden.

Jetzt ermöglicht eine Behelfsbrücke Fußgängern und Radlern wieder eine gefahrlose Überquerung – davon profitieren vor allem die Kleingärtner. Der Neubau folgt 2017. Hier ist Zentimeterarbeit gefragt: Ein Kran hebt die grüne Stahlbrücke vorsichtig an und schwenkt langsam zur Seite. Gearbeitet wird direkt an der Bahnschiene mit Oberleitung, Präzision ist das A und O. Dann geht doch alles ganz schnell. Der Kran senkt die Brücke ab, scheinbar schwerelos schwebt sie über dem Stiegelgraben, einige Meter neben der total maroden und seit dem vergangenen Jahr gesperrten Betonbrücke hinter dem Max-Bock-Heim. „Noch ein paar Zentimeter nach rechts“, weist ein Bauarbeiter den Kranführer an – dann setzt das Konstrukt lautlos auf der Erde auf. Nun steht sie, die Behelfsbrücke, die vor allem vielen Kleingärtnern wieder einen leichteren Zugang zu ihren Gärten ermöglicht.

Rückblick: Der Zustand der Brücke über den Stiegelgraben hinter dem Max-Bock-Heim ist katastrophal, lautete das Ergebnis einer Überprüfung der Münsterer Brücken im vergangenen Jahr. Bröckelnder Beton und rostender Stahl sorgten dafür, dass die Brücke mit der Nummer elf wegen akuter Einsturzgefahr nicht mehr gefahrlos überquert werden durfte. Bürgermeister Gerald Frank musste sie deshalb sofort sperren lassen. Selbst Fußgänger wären nicht mehr sicher – geschweige denn Fahrzeuge.

Schlechte Nachrichten für viele Kleingärtner, die Trecker und anderes schweres Gerät in ihren Gärten hatten: Die Fahrzeuge saßen auf der nun entstandenen „Insel“ fest, denn auch auf der anderen Seite des Geländes am Max-Bock-Heim befindet sich lediglich eine Holzbrücke für Fußgänger. Doch für dieses Problem fand sich schnell eine praktikable Lösung: Per Kran wurden die Fahrzeuge der Gärtner in einer spektakulären Aktion bei strömendem Regen über den Stiegelgraben ans andere Ufer gehievt.

Die nun aufgestellte Behelfsbrücke wäre für den Neubau der Brücke ohnehin zwingend notwendig gewesen. Der soll aller Voraussicht nach im Sommer 2017 starten. Dafür konnte Bürgermeister Frank einen Zuschuss in Höhe von 30 000 Euro vom Wasserverband Gersprenz erwirken. Ihm war es aber wichtig, dass die Kleingärtner, Radfahrer und Fußgänger nicht so lange warten müssen und machte sich deshalb für die Übergangslösung stark. Die Gesamtkosten für die Behelfsbrücke, die nicht gekauft, sondern angemietet wurde, belaufen sich nach Angaben der Bauverwaltung auf 11.200 Euro. (tm)

Bilder: Kerb in Münster

Quelle: op-online.de

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