Neuer Versuch im Frauenfußball

FSV kämpft an vielen Fronten

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Im Fluss sind bei der FSV Münster noch die närrischen Aktivitäten – hier die FSV-Garde. Probleme gibt es hingegen bei den männlichen wie weiblichen Fußballern

Münster - Die Freie Sportvereinigung Münster hat gleich mehrere offene Baustellen. Derzeit beschäftigen ein Neubeginn im bisher so erfolgreichen Frauen-Fußball und die Erwägungen nach einem neuen Männerteam. Von Jens Dörr 

Männer- und Junioren-Fußball, Frauen- und Mädchen-Fußball, Ringen und freilich die Fastnacht: Das sind die vier Säulen, auf denen das aktive Vereinsgeschehen der Freien Sportvereinigung (FSV) Münster im Wesentlichen ruht. Ruhte, muss man in diesen Tagen allerdings eher sagen: Denn besonders bei den Fußballern kämpfen die „Freien“ derzeit an mehreren Fronten. Der Klub mit seiner vereinseigenen Halle, Gaststätte und zwei Naturrasen-Großfeldern gibt dabei trotz einiger Rückschläge und relativ geringer personeller Ressourcen nicht auf.

Gerade im Frauen- und Mädchen-Fußball waren die jüngsten Entwicklungen bei der FSV eher unerfreulich. Was sich in den vergangenen Jahren noch zur neuen Vorzeigeabteilung des Vereins entwickelt hatte, wo die Nachwuchsteams Titel um Titel feierten, Spielerin um Spielerin hinzukam und wo auch die Frauen gleich mehrere Aufstiege erreichten, steht momentan ein Neubeginn an.

Denn in der vergangenen Saison musste die FSV nicht nur ihr Frauenteam aus dem Spielbetrieb zurückziehen. Auch bei den B-Juniorinnen, jener Altersklasse, die bei den weiblichen Jugendlichen die höchste ist und nach der die 16-jährigen Spielerinnen den Sprung in den Frauen-Fußball machen (bei den männlichen Jugendlichen ist dies erst mit 18 Jahren der Fall), wird in dieser Saison kein Team an den Start gehen.

Galerie zur Fastnachtsitzung der FSV Münster

„Wir haben derzeit nur noch Mädchen für die jüngeren Juniorinnenteams“, sagt Peter Samoschkoff, den die Mitglieder vor wenigen Wochen im Amt des Vorsitzenden bestätigten. Samoschkoff bedauert den Weggang aller bisheriger FSV-Frauen sowie ihrer Coaches. „Die Trainer waren alle Auswärtige. Einer hatte uns für diese Saison zugesagt, blieb dann aber nicht.“ Dadurch hätten auch die letzten bleibewilligen Spielerinnen den Wechsel zu anderen Vereinen vollzogen, so zur Germania Pfungstadt, der SG Ueberau und zum neu gegründeten Frauenteam des SC Hassia Dieburg (wo auch einige FSV-Juniorinnen in den neu gegründeten C- und B-Juniorinnen-Teams landeten).

Nun ist es an Rita Wandinger und Eddy Schäfer, den Exodus bei den FSV-Fußballerinnen zu stoppen. Sie sind neu als Trainer der verbliebenen Mädchen eingestiegen. Bei den männlichen Jugendlichen ist derzeit auch nur noch ein Team, gecoacht von Ralf Steiger, aktiv. Eine Spielgemeinschaft mit dem TSV Altheim gibt es nicht mehr. Von der derzeitigen Konkurrenzlosigkeit in der Kerngemeinde profitiert der SV Münster, der sich mit seiner Jugendarbeit einen guten Ruf erarbeitet hat und aktuell auf Augenhöhe mit Primus TS Ober-Roden die meisten Nachwuchsteams im gesamten Fußball-Kreis Dieburg stellt.

Dennoch pflegten die FSV und der SVM ein ordentliches Verhältnis, meint Samoschkoff. Zuletzt ließ die FSV auf ihrem Gelände sogar einige SVM-Teams trainieren, die ob des Umbaus des heimischen Hartplatzes am Mäusberg in einen Kunstrasen, aber auch wegen nötiger Ruhephasen für das Naturrasen-Hauptfeld im Sommer auf dem eigenen Gelände nur eingeschränkt aktiv sein konnten und können.

Bei den Männern gibt es in dieser Saison erneut keine Teams der FSV Münster im Spielbetrieb. Dies soll sich perspektivisch wieder ändern, kündigt Samoschkoff an. Ralf Steiger, Peter Schneider und Klaus Gille, der kommissarisch die Fußball-Abteilung der „Freien“ leitet, wollen hier wieder etwas anstoßen. Konkrete Resultate gibt es noch nicht, sichtbar könnten sie frühestens im kommenden Sommer, zur neuen Saison 2017/18, werden.

Im Fluss sind bei der 480 Mitglieder zählenden Freien Sportvereinigung hingegen nach wie vor Ringen und Fastnacht. Die FSV-Ringer sind gerade in die neue Hessenliga-Saison gestartet. Bei den Narren dauert es auch nicht mehr allzu lange, ehe die neue Kampagne – und hier vor allem die abendfüllende Sitzung in der Kulturhalle – vorbereitet wird.

Als generelles Problem im Verein sieht Samoschkoff indes – viele andere Vereine lassen mit ähnlichen Aussagen grüßen – die immer deutlicher werdende Überalterung bei den Mitgliedern. Auch die FSV hat zudem Schwierigkeiten, genügend anpackende Hände gerade für ihre Führungsfunktionen zu finden. So gibt es seit der jüngsten Mitgliederversammlung etwa nur noch einen statt bislang zwei stellvertretende Vorsitzende. Hans Wandinger bringt sich in dieser Position für die „Freien“ ein.

Quelle: op-online.de

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