Kein Städtebaulicher Vertrag

Frankenbach-Areal: Münster plant für Mischgebiet

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Das Frankenbach-Areal im Südwesten Münsters soll schon bald ein neues Mischgebiet sein.

Münster - In der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung haben Münsters Kommunalpolitiker den Bebauungsplan zum Frankenbach-Areal im Südwesten der Gemeinde aufgestellt.

Münster In der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung haben Münsters Kommunalpolitiker den Bebauungsplan zum Frankenbach-Areal im Südwesten der Gemeinde aufgestellt. Zwischen Ellie- Center und Bahnschienen, wo der Logistiker Frankenbach derzeit noch Autos umschlägt, soll durch das Investment und die Planung der Werkmann & Fäth Gruppe ein Mischgebiet entstehen. Gescheitert ist in der Gemeindevertreter-Sitzung ein Antrag der CDU-Fraktion, mit dem Investor vorab einen Städtebaulichen Vertrag zu schließen. Aus diesem Grund wollten die Christdemokraten die Aufstellung des Bebauungsplans „Mozartstraße/Beethovenstraße“, wie das Gebiet ob der angrenzenden Straßen offiziell heißt, noch einmal in den Ausschuss verschieben. Dort sollte ein Vertragsentwurf ausgearbeitet werden, der die Gemeinde an der Wertschöpfung durch die Erlaubnis der Neubebauung des Geländes beteiligen sollte. Dies könne etwa durch Einmalbeträge für eine möglicherweise notwendige Verbreiterung von Straßen und Kanälen geschehen, regte die CDU an.

Aus der Verwaltung wurde der Fraktion indes beschieden, ein Städtebaulicher Vertrag sei erst dann möglich, wenn ein Gebiet und/oder seine Straßenzüge ins Eigentum der Gemeinde übergingen. Der Antrag wurde mit den Stimmen von SPD, ALMA und Fraktionslosen abgelehnt. Diese Fraktionen beschlossen danach auch die Aufstellung des Bebauungsplans. Vorgesehen sind auf dem fast 33.000 Quadratmeter (etwas mehr als drei Hektar) großen Areal Wohnen, Pflege, Betreutes Wohnen und Gewerbe. „Anfänglich wollte der Investor nur Wohnbebauung“, berichtete Bürgermeister Gerald Frank (SPD) von den Verhandlungen. „Wir haben uns dahingehend angenähert, dass nun auch Betreutes Wohnen und Tagespflege möglich ist.“ Frank verhehlte nicht, dass er gern noch mehr Raum für Gewerbe genutzt sähe: „Wir brauchen Gewerbe“, sagte er mit Blick wohl auch auf die eher mickrigen Münsterer Gewerbesteuer-Einnahmen. Hier wird für 2016 gerade einmal von zwei Millionen Euro ausgegangen. Tagespflege und Betreutes Wohnen schafften zudem Arbeitsplätze. Mehr als die jetzige Aufteilung sei nicht drin gewesen: „Das Mischgebiet war verhandlungsmäßig das Optimum.“

"Unverbaute Lage" und "gut erhalten": Das bedeuten Immobilien-Codes

Gleichzeitig stellte aus Franks Partei Sozialdemokrat Bernd Fritsch heraus, man brauche im Münsterer Südwesten „vor allem Geschossbebauung“, damit bezahlbares Wohnen entstehe. Er verwies auch auf das Baugebiet an der Altheimer Straße, wo man einer derartigen Nachfrage gewahr geworden sei. Mit Blick aufs sich ansiedelnde Gewerbe wird derzeit insbesondere von einem „Handwerkerhof“ ausgegangen. Ursprünglich was das Areal im Regionalplan Südhessen mal ein „Vorranggebiet für Industrie und Gewerbe“, wovon in Abstimmung mit dem Regierungspräsidium Darmstadt nun aber im Zuge einer Anpassung der Raumordnung abgewichen werden soll.

jd

Quelle: op-online.de

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