Viel mehr als nur ein Besuch

Schule auf der Aue begrüßt Warschauer Austauschschüler

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Wenn eine Schule mit über 1000 Schülern internationalen Besuch aus der französisch sprechenden Schweiz und aus Polen bekommt, ist eine buntes Fest angesagt. Auf der Aue ging es Mittwochabend rund.

Münster - Einen bunten Abend bereiteten sich Schüler, Lehrer und internationale Gäste in der Schule auf der Aue, bei dem es auch sprachlich kunterbunt zuging. 20 Austauschschüler aus Lousanne wurden am Mittwochabend verabschiedet, 19 aus Warschau begrüßt. Von Thomas Meier 

Zu den Klängen der Schulband gaben die Gäste aus Lousanne auch ein eigenes Ständchen zum Besten.

Seit 1985/86 besteht eine Reihe von Partnerschaften zwischen der Aue- und anderen Schulen weltweit. Die Besuche finden in der 9. Jahrgangsstufe für Jugendliche aus allen Schulzweigen statt. Damit können die Münsterer Schüler zurzeit neben Lausanne in der Schweiz, Warschau in Polen oder auch noch Irland als Ziel auswählen. Der China-Besuch fiel den finanziellen Belastungen zum Opfer.

Mit Lousanne in der französischen Schweiz bestehen seit 14 Jahren enge Kontakte. Aus dem „Collège Belvédère“ weilten nun zehn Tage 20 Schüler mit ihren beiden Lehrerinnen Viviane Frey und Aurelia Bachmann in Münster, wobei sich dies eher auch die Nächte bezog, denn zahlreiche Ausflüge bestimmten den Programmablauf.

Die Gastschüler waren bei Aue-Kindern der neunten Klassen untergebracht, und zwar bei denen, die im Herbst bereits im Schweizer Kanton Waadt als Gäste weilten. Betreut wurden die Austauschaktivitäten in Münster von Lila Sandberg und Birgit Kraatz. Und an Programmpunkten gab es viele: Heidelberg, Frankfurt nebst Flughafen, der „Deutsche Wald“, das Pompejanum in Aschaffenburg und andere lohnende Ziele in der Umgebung wurden angesteuert.

Hielten Kontakt via Facebook

Die Verständigung funktionierte gut, sagen die Lousanner Lehrerinnen, den schweizer Kindern, die im Durchschnitt ein Jahr jünger sind als die Münsterer Neuntklässler, habe es gut gefallen. Die Kontakte und Freundschaften würden erfahrungsgemäß auch nach den Besuchen fortgeführt, via Internet, Facebook und Twitter hielten die Schüler den Kontakt untereinander. Viviane Frey weiß gar von Freundschaften, die sich unter Eltern entwickelt hätten, und von gegenseitigen Besuchen in den Urlaubszeiten.

An Mittwoch frisch angereist waren 19 Schüler aus Polen mit ihren beiden Lehrerinnen Karolina Chojnawska und Sylwia Jakiela. Die Öffnung Europas nach Osten unterstützt die Aueschule seit 2003 durch das Austauschangebot mit dem „Gimnazjum Nr. 49“ in Warschau. Erst im Oktober waren 19 Aue-Schüler in Polens Hauptstadt zu Gast.

Unterhaltung findet auf Englisch statt

Den Gästen von der Weichsel wird an der Gersprenz ein ähnliches Programm geboten, wie es die Schweizer gerade erleben durften. Hier ist die Verständigung untereinander etwas komplizierter, denn die Aue-Schüler lernen kein Polnisch, und von den Gäste nur wenige Deutsch, viele aber Spanisch. Die Unterhaltung findet so auf Englisch statt, das an beiden Schulen unterrichtet wird.

Sylwia Jakiela ist zum achten Male beim Austausch dabei, sie hat in der Lehrerschaft der Aue-Schule seit langem feste Freundschaften geschlossen. Der Austausch bringe sicher allen Beteiligten beider Schulen viel, ist sie sich sicher. Der grenzüberschreitende Blick öffne Verständnis für unterschiedliche Kulturen und schaffe echte Freundschaften.

Auch kulinarisch ging es sehr vielfältig zu beim bunten Abend. Eltern und Schüler hatten internationale Speisen zu einem leckeren Buffett zubereitet, die Schulband trat auf, die Gäste aus Lousanne gaben ein Dankeschönständchen und einige Programmpunkte entstanden aus dem Stegreif.

Quelle: op-online.de

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