Nach wochenlangen Proben

Theater-AG der Aue-Schule zeigt Max Frischs Drama „Andorra“

+
Niklas Kutschera als Andri muss in „Andorra“ erleben, wie sich alle gegen ihn stellen. Wird Kim Larsen als Barblin zu ihm halten?

Münster - Der Countdown für große Theateraufführung am letzten Maiwochenende läuft: Mit „Andorra“ bringt das Aue-Theater ein spannendes Stück mit aktueller Thematik auf die Bühne.

Für die Akteure des Aue-Theaters standen in diesem Jahr viele Proben auf der Agenda – gleich drei Übungswochenenden und eine Fünftageseinheit waren zusätzlich zu den zwei wöchentlichen Übungsstunden angesetzt, um das Stück „Andorra“ nach Max Frisch mit den Schülern zu realisieren.

„Die Kinder sind alle voller Engagement bei der Sache und waren von den immer noch aktuellen Bezügen des Stücks begeistert,“ erläutert Lehrer Andreas von der Heyden das Vorgehen: „Es ist ein anspruchsvolles Werk, gleichzeitig wollen wir mit unseren Aufführungen auch gut unterhalten, so dass wir eine eigene Version geschaffen haben, die sprachlich zugänglich ist und Themenschwerpunkte setzt.“

Bei Schülern auf großes Interesse gestoßen

Durch diese neu gefundene Balance wurde ein hervorragendes Drama für die Bühne geschaffen, das bei den Schülern auf großes Interesse gestoßen ist. „Die Jungen und Mädchen haben dadurch viel über unsere Geschichte und unsere Gesellschaft erfahren“, freut sich Geschichtslehrer Philipp Schumann, der ebenfalls das Aue-Theater betreut.

Kim Larsen, die seit der fünften Klasse Theater spielt und nun die weibliche Hauptrolle der „Barblin“ inne hat, bestätigt die große Kraft des Stückes: „Ich wollte erst gar keine so große Rolle übernehmen, doch dann haben meine Lehrer mich motiviert und das Stück hat mich überzeugt: Es zeigt, wie sehr sich die Welt verändert hat und wie vieles doch gleich geblieben ist.“

Das Hauptthema von „Andorra“ sind die Vorurteile, die Menschen entgegengebracht werden und die sie häufig in bestimmte Rollen zwingen. „Dass Rollenzuweisungen von der Umgebung erbracht und dann von dem Betroffenen übernommen werden, ist ein Vorgang, der immer wieder passiert. Wer weiß schon immer ganz genau, ob er seine Rolle selbst gewählt hat oder ob er sie zugeschrieben bekommen und angenommen hat?“, hinterfragt von der Heyden den gesellschaftlichen Hintergrund.

Herausforderung für Schauspieler

Vorurteile bewusst erleben musste Hauptdarsteller Niklas Kutschera selbst noch nicht, wie er erzählt, die Figur des „Andri“ hat es ihm dennoch angetan: „Ich habe mir die Rolle ausgesucht, weil sie im Stück besonders wichtig ist. Ich habe schon viel Bühnenerfahrung als Saxophonist und kann auch schnell Text lernen, sodass die Hauptrolle an sich kein Problem für mich ist. Ich kann mich gut in Andri hineinversetzen, auch wenn er ein Opfer ist, was ich persönlich noch nie erleben musste. Dennoch kann ich mir vorstellen, wie er sich fühlen muss.“ Und genau das ist nach eigener Aussage die größte Herausforderung für die Jungschauspieler der Schule auf der Aue: Immer wieder die eigene Gestik und Mimik der Gefühlswelt der gespielten Person anzupassen. Doch dafür sind die vielen Proben gut gewesen: Die Zuschauer erwartet ein bestens inszeniertes, spannendes Stück. Unterstützt wird das Ensemble des Aue-Theaters dabei von der Bühnentechnik- und der Bühnenbild- AG, deren Leiter Patrick Braun und Eva Gfall mit ihren Schülern ebenfalls viel Zeit und Energie in das Projekt gesteckt haben. Um die musikalische Begleitung kümmert sich Ulrich Pietsch mit einer vierköpfigen Schülergruppe.

Andorra nach Max Frisch wird am Freitag, 29., und Samstag, 30. Mai, jeweils um 20 Uhr in der Kulturhalle Münster aufgeführt, der Eintritt beträgt fünf Euro. Für das leibliche Wohl sorgt der Förderverein der Schule auf der Aue.

Karten im Vorverkauf gibt es im Münsterer Spieltrieb, Altheimer Straße 25, und in der Mediothek der Schule auf der Aue.

Quelle: op-online.de

Kommentare