Werben mit Münsters Identität

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Münsters neuer Bürgermeister Gerald Frank in seinem mit wenigen Mitteln frisch angelegten Arbeitszimmer. Auf dem Monitor das aus dem Wappen neu gestaltete Logo.

Münster - Münsters neuer Bürgermeister Gerald Frank will mehr Bewusstsein für den Ort im Großraum schaffen. Von Thomas Meier 

Die Gemeinde mit ihren rund 15.000 Einwohnern liegt „im Herzen der Region“ und tut dies auch auf einem Logo kund, das seit Jahr und Tag auf vielen öffentlichen Broschüren, Briefbögen und der Internetpräsens prangt. Rund ums Wappen mit dem Schwan auf rotem Grund schweben ein Flieger (abgewandt vom Ort und wegfliegend) sowie drei blaue Wölkchen, auf denen Frankfurt mit Römer-Silhouette, Darmstadt mit dem Fünffingerturm und Aschaffenburg mit Schloss eingezeichnet sind. Von Münster kündet nur das Wappen im Schild. Zu wenig plakativ erscheint dies dem neuen Bürgermeister. Gerald Frank hat sich auf die Fahne geschrieben, Münster und seine Ortsteile stärker herauszustellen, den Ort bewusster und prägnanter zu präsentieren.

Den Anfang machte er bereits: Er befreite den Schwan aus dem Schild, konzipierte aus dem altehrwürdigen Wappen ein modernes Signet mit den weißen und schwarzen Balken überm roten Grund. Auf seiner sachlich-schlicht gehaltenen Visitenkarte sticht das prägnante Logo mit dem Schriftzug „Münster“ schon hervor. Und das Briefpapier fürs Rathaus sowie die entsprechenden Briefbögen sind bereits in der Mache. Wenn erst der Internet-Auftritt sukzessive modernisiert wird, soll das Signet als ein erstes Zeichen für den Umbau dienen.

Nur etwas Farbe

„Alle gemeindliche Kommunikation soll Münster mehr Identität geben“, sagt Frank in seinem Bürgermeisterzimmer, dem er mit wenigen Mitteln bereits einen eigenen Anstrich gegeben hat. Im wahren Sinne des Wortes, denn die wertvollen Möbel seines Vorgängers – einen großen, massiven Holzschreibtisch und den dazu passenden Konferenztisch – behielt Frank. Auch der Teppich ist der alte, denn der „Neue“ will nicht „durch Ausgaben für meine Person den Haushalt belasten“.

Nur etwas Farbe brachte der Freund der malenden Künste in den Raum. So ließ er einen Teil der Wand in karminrot anlegen. Passend zu dem Bild von Lyonell Feininger, das ihm seine Partei zur Wahl geschenkt hatte. Eine Szene segelnder Boote am Meer, die der New Yorker Vertreter der Klassischen Moderne wohl in seiner Zeit als Mitglied des Bauhauses in Weimar malte.

Und auch die Schrankwand hinterm Schreibtisch bekam einen neuen Ton. Ausgetauscht die Front des Holzfurniers mit einer neutralgrauen, die einzig unterbrochen wird durch vier quadratische, farbig angelegte Schrankregaltüren. Ein bisschen erinnert diese Komposition an Piet Mondrian, ein niederländischer Vertreter klassischer Moderne mit konstruktivistischer Prägung.

Quelle: op-online.de

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