Laientheater feiert groß seinen 20. Geburtstag

„Spectaculum“ reicht’s noch lange nicht

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Seit 20 Jahre existiert die Theatergruppe „Spectaculum“. Am Samstag beging man das Jubiläum mit einer großen Feier.

Münster - Dass Christiane Otten zum Gründungsmitglied der Theatergruppe „Spectaculum“ wurde, hat sie im Grunde ihrem Sohn zu verdanken. Denn Dominik Otten, heute 28 Jahre alt, gehörte damals zu den Schützlingen von Brigitte Wagner im evangelischen Kindergarten. Von Michael Just 

Als Wagner mit anderen Erzieherinnen bei einem Sommerfest ein kleines Theaterspiel aufführte, war das die Geburtsstunde von „Spectaculum“. Schon bald gesellten sich weitere schauspielbegeisterte Frauen aus dem Ort und der Umgebung hinzu und schufen eine bis heute währende Erfolgsgeschichte. In diesem Jahr existiert die Gruppe, die ausschließlich aus Frauen besteht, seit 20 Jahren. Nach dem jüngsten Stück „Opa, es reicht!“, das im November an zwei Abenden wie gewohnt mit großem Zuspruch in der Kulturhalle aufgeführt wurde, widmete „frau“ sich jetzt mal nicht dem Auswendiglernen von Text und Stellproben, sondern dem Feiern der eigenen Tradition. Im großen Versammlungsraum des Münsterer Kinos, der Kaisersaal-Lichtspiele, wartete am Samstag ein geselliger Abend mit mehrgängigem Buffet und Disc-Jockey. Das zehnjährige Bestehen wurde bereits an gleicher Stelle begangen. Die Einladungen gingen neben den Mimen und ihren Partnern auch an sämtliche Helfer und Unterstützer, die sich etwa beim Bühnenbild, dem Aufbau oder bei den Brötchen und Getränken für die Besucher engagieren, raus. So kamen über 50 Personen zusammen.

Erwünscht war zudem die Anwesenheit von gleich vier Pfarrern: Dazu zählten auf evangelischer Seite Christoph Sames und Werner Stoklossa, die neue Pfarrerin Kerstin Groß sowie Bernhard Schüpke von der katholischen Pfarrei St. Michael. Zwei der vier haben eine ganz besondere Bedeutung für Spectaculum: Werner Stoklossa und Bernhard Schüpke übernahmen in der Vergangenheit bereits Gastrollen und zogen damit beim Publikum reichlich Interesse auf sich. Zur Jubiläumsfeier waren zudem ehemalige Mitglieder der Riege willkommen. Von den fünf verschickten Schreiben wurden drei angenommen. Aus Oberursel kam Gabi Grimm: Die 54-Jährige schlüpfte bis zum Jahr 2000 in verschiedene Charaktere. Danach zog sie in den Taunus. „Das Ausscheiden bei Spectaculum habe ich immer sehr bedauert“, erzählte sie. Von Oberursel fuhr Grimm die ersten Jahre regelmäßig nach Münster, um die neuesten Aufführungen anzuschauen. „Mit der Zeit riss der Faden dann aber ab“, blickte sie zurück. Umso mehr habe sie sich jetzt über die Einladung und die herzliche Begrüßung gefreut. Wie sie ergänzte, gebe es in Oberursel auch verschiedene Theatergruppen, bei denen sie aber keine neue Herausforderung auf den Brettern, die laut Sprichwort die Welt bedeuten, gesucht hat.

Bilder: Aufführung der Jügesheimer Georg-Büchner-Schule

Die weiteste Anreise ehemaliger Mimen bewältigte Petra Händgen. Sie machte sich aus Stuttgart auf den Weg und richtete für die Geburtstagsparty eine Übernachtung in Münster ein. Auch ihr ist die damalige Zeit noch in bester Erinnerung. So hofft sie, vielleicht doch eines Tages wieder mit ihren ehemaligen Kolleginnen auf der Bühne zu stehen. Mit diesem Wunsch ließ sich auch ihre heitere Frage an alle Akteure erklären: „Warum spielt ihr nicht mal in Stuttgart? Das wäre klasse, dann könnte ich wieder mit dabei sein.“

Quelle: op-online.de

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