Teilnehmer der Münsterer Ferienspiele stellen Ergebnisse vor

Wenn Kids eine Stadt errichten

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Zum Abschluss der Münsterer Ferienspiele präsentierten die Kinder ihre selbstgebauten Häuser.

Münster - „Wir bauen eine Stadt , hieß in diesem Jahr das Motto der Münsterer Ferienspiele. Zwei Wochen werkelten die 93 Mädchen und Jungen im Freizeitzentrum an kleinen Holzhütten. Zum Abschluss der Spiele zeigten die Kids nun die Ergebnisse.

Es war vor 14 Tagen, als der Lkw eines Baumarktes reichlich Holz in Form von Schalbrettern auf seiner Ladefläche ins Freizeitzentrum lieferte. „Die Größenordnung belief sich auf rund sechs Kubikmeter“, wusste Detlev Pröve, Gemeindemitarbeiter und Leiter der Ferienspiele. Bevor die Kinder ans Werk durften, legte Pröve mit den Flüchtlingen Manochehr Shamloo und Omar Maroush sowie David Gauf von der Flüchtlingsbetreuung selbst Hand an. Sie schufen die Grundgerüste, damit keine Gefahr bestand, dass die zehn Mini-Häuschen mit Giebel und einer Seitenlänge von 1,50 mal 1,50 Meter über den Köpfen der Kinder zusammenbrachen.

Die Aufgabe des Nachwuchses lag darin, die äußere Verkleidung und das Dach anzubringen. Hier musste gesägt, gehämmert und geschraubt werden. Pröve sah darin eine gute Möglichkeit, dass seine Schützlinge ihre motorischen Fähigkeiten verbessern. „Heute gibt es wenige Väter, die handwerklich zu Hause tätig sind. Damit werden praktische Fähigkeiten oft nur in geringem Umfang an Söhne und Töchter weitergegeben“, führte er an. Wichtig war ihm in der Beschreibung der Ferienspiele, dass keine Häuser, sondern eine Stadt errichtet wird: „Das Bauen eines Hauses wird immer als eine männliche Domäne gesehen. Wir wollten aber auch die Mädchen ansprechen.“

Die Ferienspiele bestanden aber nicht nur aus dem Bau einer Stadt. Dazwischen unternahmen die vier altersgerecht aufgeteilten Gruppen, die von acht jungen Erwachsenen beaufsichtigt wurden, eine Vielzahl von Ausflügen – unter anderem nach Darmstadt ins Vivarium und ins Landesmuseum. Zudem stand im Münsterer Freizeitzentrum täglich Basteln und Tollen auf einer Hüpfburg auf dem Plan. Ein Mittagessen war im Gesamtpreis von 130 Euro für die Ferienspiele ebenfalls enthalten. Doch nicht alle Ausflüge, wie etwa der ins Senckenbergmuseum nach Frankfurt, klappten. So hatte jene Gruppe das Pech, dass der Fahrkartenautomat am Bahnhof in Münster nicht funktionierte. Um nicht schwarzzufahren, entschieden sich die Betreuer zur Umkehr. Als Ersatz wurde Mini-Golf gespielt. Wegen einer Gewitterwarnung wurde zudem am Donnerstag auf den Badetag im Dieburger Freibad verzichtet. Dafür wurde in der ersten Woche der Trip nach Obertshausen ins Monte Mare realisiert. Nicht ganz spielte das Wetter auch bei einer Zelt-Übernachtung im Freizeitzentrum mit, wo ein Starkregen einsetzte. Die zwölf Kinder verbrachten die Nacht im JUZ.

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„Von zwei Tagen abgesehen hat das Wetter aber gepasst“, bilanzierte Pröve. Somit konnte, meist bei Sonnenschein, an den Häuschen gebaut werden. Ein Vater, der als Dachdeckermeister arbeitet, war von der Idee so begeistert, dass er sich Zeit nahm, beim Hüttenbau mitzuhelfen. Sein Einsatz stach in bestimmten Details, etwa bei den Blumenkästen oder einem Holzbriefkasten, heraus. Laut Pröve lässt sich eine solche Idee nur erfolgreich realisieren, wenn die pädagogische Leitung selbst handwerklich beflissen und fachkundig ist. „Am Ende des Betreuungszeitraumes waren dann alle Beteiligten ziemlich geschafft“, blickt der Leiter zurück und nimmt sich dabei nicht aus. Schließlich war seine Aufmerksamkeit für die Sicherheit genauso gefordert wie seine Motivationskünste. Letztere deshalb, da bei vielen Kindern Durchhaltevermögen nicht mehr zu den ganz großen Stärken zählt.

Den Bau der Holzhäuschen unterstützten mit einem Besuch auch zwei Gruppen der Gemeinde-Kita „Im Rüssel“. Sie werden zwei der Werke für ihren Außenbereich erhalten. Die restlichen Exemplare sicherten sich Eltern gegen eine kleine Spende. Deren Nachwuchs kann als neuer Hausbesitzer im eigenen Garten gleich damit weiterspielen. mj

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Quelle: op-online.de

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