Aue-Orchester gedenkt Magda Spiegel

Musik und Texte gegen Vergessen

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In der voll besetzten Arheilger Kreuzkirche gedachten jugendliche und erwachsene Musiker gemeinsam der von den Nationalsozialisten umgebrachten Operndiva Magda Spiegel.

Münster - Mit dem bewegenden Thema aus Steven Spielbergs weltberühmtem Holocaust-Drama „Schindlers Liste“ eröffnete Cellist, Musiklehrer und Komponist Ulrich Pietsch am Samstagabend einen stimmungsvollen, andächtigen Konzertabend:

In der voll besetzten Arheilger Kreuzkirche gedachten jugendliche und erwachsene Musiker gemeinsam der von den Nationalsozialisten umgebrachten Operndiva Magda Spiegel. Die Altistin, ursprünglich Jüdin und 1904 zum evangelischen Glauben konvertiert, feierte in den 1920er- und frühen 1930er-Jahren große Erfolge auf der Frankfurter Opernbühne und kam im Spätherbst 1944 im Vernichtungslager Auschwitz ums Leben. Klassische Musik von Jerry Bock und Salomon Rossi wurde ergänzt von Eigenkompositionen Ulrich Pietschs, der eigens für Magda Spiegel „ein kleines Requiem“ erschuf.

Das Orchester der Münsterer Schule auf der Aue, das Gambenterzett „Hexachord“, die Mezzosopranistin Jutta Kirschbein, Pianistin Margit Pietsch sowie der Projektchor und die Kindersinggruppe der Evangelischen Kreuzkirchengemeinde ließen das aus sechs Teilen bestehende kirchenmusikalische Totengedenken erklingen.

Die Gesamtleitung des Abends lag bei Pietsch und Musiklehrerin Cornelia Krones, die diesmal ihr Aue-Orchester nicht dirigierte, sondern am Flügel und an der Geige begleitete. Ergänzt wurde die Musik von Texten aus den Federn von Schülerinnen der Aueschule, die sich mit dem Schicksal von Magda Spiegel befassten. Die ergreifenden Zeilen wurden von Schülerinnen vorgelesen und ermöglichten so interessante Einblicke in das Leben der Frankfurter Operndiva. Die Historikerin Dr. Claudia Becker, die eine Biographie über Magda Spiegel verfasst hat, war ebenfalls zu Gast. Sie lieferte den Aueschülern in den zurückliegenden Monaten wichtige Informationen über eine Frau, die vom Leiter der Frankfurter Oper als „Jahrhundertblume“ bezeichnet wurde. (tm)

Quelle: op-online.de

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