Nabu Münster mit neuen Projekten

Ersatzanpflanzung für Saatkrähen

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Zu den neuen Vorhaben im Nabu gehört auch die Renaturierung der Semme. Für die im vergangenen Frühjahr gefällten Pappeln im Naturschutzgebiet Auf dem Sand, in denen eine Saatkrähenkolonie nistete, will der Nabu mit der Gemeinde nun eine Ersatzanpflanzung realisieren.

Münster - Zu den neuen Vorhaben im Nabu gehört auch die Renaturierung der Semme. Für die gefällten Pappeln gibt es Ersatz. Von Thomas Meier

Der Naturschutzbund, Ortsgruppe Münster, kann nicht nur auf ein tatenreiches Jahr zurückblicken, er hat sich auch für die Zukunft einiges in und rund um Münster herum vorgenommen. Erst kürzlich präsentierte er das neue Projekt „Alte Handys für die Havel“ doch auch an Gersprenz und Semme werden einige Vorhaben aus der Taufe gehoben. So stehen im nahen Frühjahr Aktionen zum Schutz der Saatkrähenkolonie sowie der Beginn zur Renaturierung der Semme auf dem Programm.

Mehrere ältere, als „bruchgefährdet“ eingestufte Pappeln ließ die Gemeinde am Wirtschaftsweg zu den Aussiedlerhöfen Auf dem Sand im vergangenen Frühjahr ohne Genehmigung der übergeordneten Naturschutzbehörde abholzen. „Gefahr im Verzug“ lautete das Fäll-Argument. Für die Gemeinde erarbeitete Münsters Nabu danach ein Schutzkonzept, das die Anpflanzung von Ersatzbäumen in der Nähe vorsieht. Es soll im Frühling umgesetzt werden.

Ziel ist die Renaturierung der Semme

Weitere Auskünfte über die Arbeit der Ortsgruppe gibt es online

Ebenfalls für die Gemeinde konzipierten die heimischen Naturschützer ein Projekt, das in den kommenden Jahren gemeinsam realisiert werden soll. Wesentliches Ziel ist die Renaturierung der Semme zwischen Bahnlinie und B 26. Am rund 640 Meter langen Gewässerabschnitt soll ein nutzungsfreier Uferrandstreifen beiderseits der Semme durch Ankauf der Flächen von Privateigentümern geschaffen werden. Ziel: punktuelle Renaturierung zur Steigerung der Gewässerdynamik.

Und auch im Naturschutzgebiet Auf dem Sand wird sich noch einiges tun. Mit finanzieller Unterstützung der Naturschutzbehörde konnte der Nabu ein etwa zwei Hek-tar großes Wiesengrundstück kaufen. „Wir werden es in den kommenden Jahren durch den Verzicht auf Düngung, spähte Mahd und die Anlage von Altgrasstreifen, beispielsweise als Deckung für Niederwild, entwickeln“, erläutert Matthias Kisling, zweiter Vorsitzender im Nabu Münster. Viele Vorhaben, die sich nahtlos an die Vorjahresaktivitäten anschließen.

Die NABU-Ortsgruppe besteht seit mehr als 62 Jahren und hat zur Zeit rund 300 Mitglieder, von denen zirka 15 aktiv ehrenamtlich in ihrer Freizeit mit der Pflege der Naturschutzgebiete befasst sind. Dazu zählen im Wesentlichen die Neuanlage und Pflege von Biotopen, Betreuung und Erhaltung von Streuobstwiesen, Gewässerschutz, Schutzprogramme für Insekten, Pflege der Nistkästen, Bestandserfassung und -entwicklung von Vögeln, Pflege von Kopfweiden und mehr.

Ausstellung über den Biber an der Gersprenz

Mit der Ausstellung „Der Biber – ein Baumeister mit Biss“, informierte die Ortsgruppe vergangenes Jahr über diese seltene Tierart, die sich an der Gersprenz zwischen Münster und Babenhausen wieder angesiedelt hat.

Und noch viele weitere Beobachtungen aus 2014 lassen aufmerken: So brütete erstmals seit langen Jahren wieder ein Dohlenpaar, ein nicht mehr nur in unseren Breiten sehr seltener Rabenvogel, im Münsterer Gemeindegebiet. „Wir haben verschiedene Schutzmaßnahmen eingeleitet, die wir in diesem Jahr fortführen wollen“, informiert der Vorstand. Als großen Erfolg sieht er die Wiederansiedlung des Weißstorchs an. Der Wappenvogel des Nabu brütet mittlerweile mit bis zu sechs Brutpaaren in den Hergershäuser Wiesen. Nicht nur das „gemachte Nest“ an der Kläranlage und am Schutzgebiet Auf dem Sand werden bezogen, auch drei Horste auf Pappeln an der Gersprenz zwischen Münster und Hergershausen erfreuen sich regen Geklappers.

Die Geselligkeit kommt nicht zu kurz bei allem Naturschutz. So erfreuten sich Storchen- und Kelterfest guten Besuchs. Beide dienten nicht nur der Informationsvermittlung und der Verwertung der (bis dahin nicht geklauten) Äpfel der vereinseigenen Streuobstwiesen: Die Einnahmen fließen in neue Naturschutzaktionen.

Beim Gemarkungsrundgang der Gemeinde im Oktober stellten Nabu-Mitarbeiter die Projekte „Urwald am Erlenbach“ und die Renaturierung der Adamsteiche vor. Die Jugendarbeit hat große Bedeutung, nicht nur bei der angegliederten Naturschutzjugend Deutschland, in Münster „Naturfüchse“ ge-nannt. Ausflüge, Zeltlager und Gruppenstunden mit naturkundlichem Aspekt gehören zum Standardprogramm. Auch die Konfirmanden der St. Martinsgemeinde wurden eingespannt. Sie unterstützten den Nabu bei der Pflegemaßnahmen im Schutzgebiet. Gemeinsam wurden Hecken zurück geschnitten und Reisighaufen für Igel und Amphibien angelegt.

Die besten Tiergeschichten der Wissenschaft 2014

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Quelle: op-online.de

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