„4. River Night“ in Münster

Nach jeder Pause ein neues Publikum

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Kerrygold spielten im Museum an der Gersprenz Irish Folk.

Münster - Mit ihrer inzwischen vierten „River Night“ hat die gleichnamige Münsterer Interessengemeinschaft (IG) am Samstagabend hunderte Musikfans in drei Vereinslocations, das Museum sowie ins „Minsderer Pilsstibbsche“ gelockt. Von Jens Dörr

„Man hat praktisch in jedem Set ein neues Publikum“, freute sich nach der „4. River Night“ Ralf Schneider. Rund um den „River“ Gersprenz nutzten nicht wenige der Zuhörer die Gelegenheit, bei freiem Eintritt und allenfalls gegen eine freiwillige Spende gleich allen fünf Bands des Abends ihren Besuch abzustatten. Schneider ist Mitglied der gleichnamigen Interessengemeinschaft und war mit Rabaz (Münster) als Musiker zugleich in eins der fünf Konzerte involviert. Seine Beobachtung im Wanderheim, wo die Gruppe eine Mischung aus Folk, Country und Rock ‘n’ Roll präsentierte und hinsichtlich Stil und Interpreten insbesondere Bezug auf die Vereinigten Staaten nahm: Rabaz spielten nicht nur in einen vollen Saal hinein; die personelle Zusammensetzung des Auditoriums änderte sich auch mit jeder Pause.

„Viele nutzen wirklich die Gelegenheit, von Ort zu Ort zu ziehen und sich verschiedene Bands anzuschauen“, so Schneider. Mindestens ebenso wertvoll aus Sicht der Künstler: Die Auftritte bei der „River Night“ hätten Konzertcharakter, „die Leute kommen vor allem wegen der Musik“. Dies hebe sich von so manchem Fest ab, bei dem Bands ab und an eher zum Beiwerk gerieten.

Am Samstagabend war das an diversen Stätten aus diversen Gründen anders. Im „Minsderer Pilsstibbsche“ etwa gaben vis-à-vis des Bahnhofs Cool Daddy Gas und spielten Evergreens der 50er bis 70er Jahre. Hier kam der Verbindung zwischen Musikern und Zuhörern allein schon die gemütliche Enge des Lokals entgegen. Der Anteil jener, die sich in erster Linie ihrem Getränk und Gesprächspartner widmeten, war auch wenige Meter entfernt gering: LetSwing forderten in der Halle des Vereins Radsport im Bahnhofsgebäude mit ihrem Swing auf hohem musikalischen Niveau die Zuhörer dort heraus, wo sie bereits im Jahr zuvor gespielt hatten. Erneut nahmen in der Radsport-Halle viele Besucher auch dankbar die Gelegenheit an, sich an einem der großen Tische rund um die Teelichter ins gelbe Schummerlicht zu setzen und in stimmungsvollem Ambiente in die Welt von Frank Sinatra und Louis Jordan entführen zu lassen. Die Musiker aus Dieburg und Groß-Umstadt, die Vokal- mit Instrumentaltiteln zu mischen verstehen, arrangieren die Werke sogar selbst.

Nicht nur dem Rock der vergangenen Jahrzehnte und von heute, sondern immer wieder auch Ausflügen etwa ins Pop-Genre, widmeten sich am Samstagabend The Pins (Münster) im Anglerheim. Das hatte sich in diesem Jahr auf Wunsch einiger Besucher der Vorjahre für den Samstagabend als Nichtraucherlokal positioniert. Nur einen kräftigen Steinwurf entfernt plauderte der Frontmann der Irish Folker von Kerrygold (Münster) zwischen den Stücken allzu gern, aber durchaus unterhaltsam aus dem Nähkästchen. Als mancher Konzertbesucher am Nachmittag noch die Lilien in der Bundesliga verfolgt habe, hätten sich Kerrygold im Museum an der Gersprenz (das diesmal ohne Sonderausstellung ausreichend Platz für die Musikfans bot) den Kopf über die Beleuchtung der Bühne gemacht. Mit dem zweiten Auftritt der Fans der grünen Insel, bei deren Bühnenbild freilich auch die Irland-Fahne nicht fehlen durfte – das Guinness indes wurde beim Sänger durch einen Schluck aus einer heimischen Bierpulle ersetzt –, schloss sich für Kerrygold ein Kreis. Die Lokalmatadoren hatten auch bei der Premiere 2013 schon mitgemacht.

Im kommenden Jahr feiert die „River Night“ mit der fünften Auflage ein kleines Jubiläum. Der Termin für 2017 steht auch schon fest: Vormerken sollte man sich den 25. März. Bis dato sind einige sanfte Änderungen geplant, wie Ralf Schneider für die IG nach der diesjährigen Nacht am Flüsschen mitteilte: So werde man immer wieder Veränderungen bei der Auswahl der Bands vornehmen. Rabaz etwa werde im kommenden Jahr pausieren.

Quelle: op-online.de

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