Neubaugebiet M37 an der Altheimer Straße

„Für das Gute kämpfen“

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Bei einem Workshop dürfen die Münsterer ihre Vorschläge für das Neubaugebiet „An der der Altheimer Straße“ einbringen. Rund 80 interessierte Münsterer nahmen am Bürgerworkshop im Rathaus teil.

Münster - Zum Bürgerworkshop „Neubaugebiet M37 an der Altheimer Straße“ hatte Bürgermeister Gerald Frank eingeladen. Von Peter Back 

„Ich finde es großartig, wie viele Menschen an einem Abend unter der Woche kommen, um sich dieser Thematik anzunehmen“, lobte Frank die rund 80 Interessierten, die sich im großen Sitzungssaal des Rathauses eingefunden hatten. Gleichzeitig drückte er seine Hoffnung aus, dass gute Ideen aus dem Besucherkreis in die fortgeschrittene Planung einfließen könnten.

Nicht zuletzt durch den Hinweis eines Praktikanten in der Verwaltung regte der seit 100 Tagen amtierende Bürgermeister an, der Barrierefreiheit im Neubaugebiet einen hohen Stellenwert einzuräumen. Dies käme außerdem billiger, als später teuer nachzurüsten. „Das Neubaugebiet ist in die drei Abschnitte Gewerbe-, Misch- und Wohngebiet, das im östlichen Bereich angesiedelt ist, aufgeteilt“, stellte Margarethe Stahl, Stadtplanerin der Kommunalentwicklungsgesellschaft LBBW, den Bebauungsplan vor.

Im Wohngebiet sei eine hufeisenförmige Ringstraße mit zwei Querverbindungen und nach außen abzweigenden Sackgassen geplant. Da die Sackgassen im Gegensatz zu den üblichen sechs Meter breiten Straßen nur 4,50 Meter breit seien und keine Wendemöglichkeit böten, dürften keine Müllfahrzeuge einfahren. Dadurch seien Zonen im Eingangsbereich vorzuhalten, an denen die Mülltonnen zur Abfuhr gesammelt werden müssten. Eine von zahlreichen städtebaulichen Vorschriften und Details, die die Komplexität des Verfahrens verdeutlichten.

Feuchte, humusartige Böden

Eine zweigeschossige Bauweise sei zulässig. Die Pflanzung eines Obst- oder Laubbaums durch die Grundstückseigentümer Pflicht, so Stahl. „Der Lebensraum der auf dem Neubaugebiet vorkommenden geschützten Vogelarten Feldsperling, Feldlerche, Blaumeise, Rabenkrähe und Stieglitz müsse berücksichtigt werden“, erläuterte Thomas Hauptmann, der mit der Umweltüberprüfung befasst ist.

Feuchte, humusartige Böden lägen über einer älteren Schotterschicht, die mit Flugsand bedeckt sei, informierte der Landschaftsplaner und betonte, dass die Frage, ob Grundwasser neu gebildet werden könne, für die Entwässerungsplanung von Bedeutung sei. Auf den Flachdächern des Gewerbegebietes solle eine Dachbegrünung vorgeschrieben werden. Michael Hebel vom Dreieicher Ingenieurbüro Hermann Schäfer, das mit der Erschließungsplanung beauftragt ist, sagte, dass das Regenwasser im Wohngebiet getrennt vom verunreinigten Nass, das in den Kanal fließe, in Gräben abgeleitet werde. Zur Verkehrsanbindung an die Altheimer Straße sei ein Kreisel geplant, der als positiven Nebeneffekt die Geschwindigkeit auf der L3095 reduziere und dadurch für zusätzliche Sicherheit sorge.

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Im Anschluss diskutierten die Bürger an den beiden Stationen „Grün im Neubaugebiet, Schallschutz“ und „Straßen, Gehwege und Verkehr, Bebauungsmöglichkeiten, Wohnen und Gewerbe“ mit Unterstützung der Fachleute weitere Möglichkeiten und sammelten Ideen. Einige schlugen vor, im Mischgebiet neben den geplanten Grundstücksgrößen von 800 bis 1 000 Quadratmeter auch 500 Quadratmeter große Parzellen auszuweisen. Nach jetziger Planung werde es im Wohngebiet 54 Grundstücke mit einer Durchschnittsgröße von 450 Quadratmetern geben. Nach aktuellem Stand würden sich die Quadratmeterpreise im Wohngebiet auf 290 Euro, im Mischgebiet auf 200 Euro sowie im Gewerbegebiet auf 100 Euro belaufen.

Dass neben den geschützten Vogelarten auch der Lebensraum von Amphibien berücksichtigt werden solle, war ein weiteres Ergebnis der Ideensammlung. Ebenso die Planung eines Kinderspielplatzes. Ein Vertreter des Nabu regte an, zusätzlich einen Naherholungsplan für das Neubaugebiet samt angrenzender Flächen zu erstellen, um die Freizeitnutzung der Anwohner zu lenken und die umliegende Natur zu schonen. „Wir werden nicht müde, für das Gute zu kämpfen“, versprach Gerald Frank, möglichst viele Ideen und Verbesserungsvorschläge in die Planung einfließen zu lassen.

Quelle: op-online.de

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