Brandschutzanforderungen erfüllt

Neue Türen für die Bücherei

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Die Bücherei in Altheim bekam durch Brandschutzauflagen neue Türen, die zudem behindertengerecht sind. Beim Bücherflohmarkt wurde das Ergebnis mit Sekt, Orangensaft und Schokolade gefeiert.

Münster/Altheim - Nur selten begrüßt eine Bücherei ihre Leseratten mit Sekt und Schokolade. Am vergangenen Freitag wartete dieser besondere Empfang in der Außenstelle der Gemeindebücherei im Gustav-Schoeltzke-Haus in Altheim. „Heute feiern wir unseren neuen Eingangsbereich“, erklärte Büchereileiterin Jasmin Frank. Von Michael Just 

In den letzten Wochen waren in der Bücherei mehrere Türen ausgetauscht und durch moderne Exemplare ersetzt worden. Diese entsprechen den gegenwärtigen Brandschutzanforderungen. Zusätzlich sind sie breiter und lassen sich für Rollstuhlfahrer als auch für ältere Menschen mit Rollatoren leichter durchqueren. Damit wird die im Außenbereich befindliche Rampe ergänzt. Die sogenannten Panikschlösser gehören ebenfalls zu den Neuerungen: Mit ihnen lassen sich Eingänge von außen abschließen, so dass niemand mehr hereinkommt. Befinden sich dennoch Menschen im Gebäude, können diese im Notfall die Tür jederzeit von innen – auch ohne Schlüssel – öffnen. „Durch den Umbau kam es ein paar Wochen lang zu Beeinträchtigungen. Unsere Leser haben die Baustellenzeit tapfer ertragen“, sagte Frank. Der Sekt und die süße Aufmerksamkeit seien nun als kleines Dankeschön zu verstehen.

Die Änderungen beim Brandschutz betreffen nicht nur die Bücherei in Altheim, sondern auch die Hauptbücherei im Storchenschulhaus in Münster. Hier wurden in den letzten Wochen ebenfalls Präventionsmaßnahmen umgesetzt. Dazu gehört unter anderem der Einbau eines Brandschutzvorhanges. Zusätzlich sind Vorgaben zu beachten, dass in bestimmten Räumen eine maximale Personenmenge nicht überschritten werden darf. Deren Anzahl ist an Zeitvorgaben bei der Evakuierung beziehungsweise der Räumung des Gebäudes gekoppelt. Der Maßnahmenkatalog verlangte auch den Abbau der liebgewonnenen Sitzecke im Eingangsbereich. Im Schlepptau verschwanden Kunstskulpturen, die Umfallen und Fluchtwege versperren könnten. Mit dem nahezu komplett leeren Eingangsbereich müssen sich Mitarbeiter und Besucher fortan abfinden.

Nach dem Sekt- und Schokoladengenuss freuten sich vor allem die Schnäppchenjänger auf den Altheimer Bücherflohmarkt: Die aussortierten Exemplare waren für gerademal 50 Cent das Stück zu haben. Wer aufrunden beziehungsweise mehr geben wollte, durfte das guten Gewissens tun, denn das Geld kommt der Leseförderung von Kindern zugute. Die ausrangierten Büchern bestanden unter anderem aus Titeln, die sich nur geringer Nachfrage erfreuten.

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Laut Frank wird dabei viel über das Leseverhalten der Bücherei-Nutzer evident. In der Regel würde „unterhaltsam“ vor „anspruchsvoll“ stehen. Das bedeutet eine gute Ausleihe für Frauenliteratur und Krimis, die von Autorinnen wie Susanne Fröhlich oder Nele Neuhaus reicht. Zu den ausrangierten Exemplaren gesellten sich aber nicht nur „Ladenhüter“, sondern auch Bestseller, was wiederum verwundert. „Viele Leute kaufen sich Bestseller. Nach dem Auslesen bekommen wir die dann geschenkt“, so Frank. Deshalb liegen von „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ gleich mehrere Exemplare in den Regalen. Die Bücherei bewahrt nur die am besten erhaltenen Exemplare auf. Da stellt sich die Frage, warum Bestseller überhaupt angeschafft werden, wenn sie die Bücherei irgendwann geschenkt bekommt. Die Antwort liegt auf der Hand: „Wir wollen nicht warten, sondern immer aktuell sein“, so Frank.

Quelle: op-online.de

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