Teddy-Schau im Rathaus

Nichts geht über Bären Marke Müller

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Theresia Müller mit einer kleinen Auswahl ihrer plüschigen Lieblinge aus Mohair und Alpaka.

Münster - Es wird so richtig kuschelig in Münsters Rathaus. Ab Montag, 12. Januar, präsentieren sich in den Vitrinen des Foyers rund 30 flauschige Teddybären, allesamt liebe- und kunstvoll gefertigt von Theresia Müller. Von Thomas Meier 

Garniert werden die kleinen und großen Zottel passend mit Bildern und Büchern über Grönland. Seit genau 15 Jahren ist Theresia Müller den textilen Knuddelbären verfallen, und dies eher zufällig. Eine Freundin schenkte ihr zum Geburtstag einen Kurs in Stoffbärennähen in Dieburg. „Sie hatte sich schon angemeldet, wollte aber nicht alleine hin, also bin ich mit“, erinnert sich die gelernte technische Zeichnerin, die schon immer ein Händchen fürs Handwerkliche hat und sich für Kunst interessiert.

Seitdem ist es um Theresia Müller geschehen. Schon lange gibt sie selbst Kurse im Herstellen von Teddys, zeigt ihre Tierchen auf kleinen und größeren Ausstellungen und lebt ihre flauschige Kreativität mit immer neuen Ideen aus. Zuhause hat sie rund 60 der Plüschgesellen, zumeist aus Mohair, also den Haaren der Angoraziege genäht. Doch auch Alpakawolle von südamerikanischen Lamas nimmt sie gern, nur in seltenen Fällen greift die Bärenmutter zur Synthetik. Ihre Stoffe besorgt sie sich auf der zweimal jährlich in Wiesbaden stattfindenden Kreativ-Messe: „Da gehe ich nur streichelnd durch die Stoffabteilung“, lacht die Näherin aus Leidenschaft, sie muss es fühlen, dass ein Stoff eigentlich zum Teddymachen gewoben wurde.

„Jeder macht seine Teddys etwas anders“, berichtet die Zeichnerin, die auch eine Zeitlang in einer Münsterer Grundschule Handarbeitsunterricht gab. Bevor sie sich ganz den Minibären-Nachbildungen widmete, verfeinerte sie ihre Nähkünste übrigens auch gern für die Fastnacht. Verheiratetet mit Manfred Müller von der gleichnamigen Musikschule, lief sie über 25 Jahre bei der Dieburger Fastnacht mit, zunächst bei den Deppchen, später bei den DiNos. „Ich weiß nicht, wie viele Fastnachtskostüme ich mitgeschneidert habe“, sagt die lebensfrohe Frau lachend. Sie weiß auch nicht, wie viele Teddys ihr ihr Stoffleben zu verdanken haben, hunderte erblickten das Licht der Welt durch ihre Hände. Rund 6o hat sie Zuhause, 30 von ihnen stellt sie aus, die liebsten Stücke kommen ihr nicht aus dem Haus. Viele hat sie verschenkt, viele verkauft, und auch diejenigen, die ab Montag bis zum 9. Februar im Rathausfoyer zu sehen sein werden, sind zu erwerben.

In der Bärenfamilie Müller tummeln sich die lustigsten Gesellen. Da gibt es die Blaubären, die Babybären, die Bärenclans. So beispielsweise kam sie auf einer Schiffsreise nach Grönland auf die Idee, eine Inuit-Teddybärenfamilie zu kreieren. Nicht nur, dass die kleinen possierlichen Eisbären blaue Kapuzenmäntelchen tragen, Papa- und Mamabär bekamen auch die passenden Inuit-Namen wie „Sila“ oder „Mulik“. „Es muss ja alles passen,“, sagt die bärige Fachfrau. Ihre drei Enkelkinder wurden so freilich auch nicht mit Plüsch nebst Knopf im Ohr, sondern ganz persönlichen Bärchen bedacht. Ein jedes hat den Namen des Besitzer eingestickt bekommen. Eine Vernissage zur Schau der Bären Marke Müller wird es nicht geben, doch sind die Teddys bis 9. Februar zu den Öffnungszeiten des Rathauses im Foyer zu besichtigen.

Quelle: op-online.de

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