Freiraum für Unverkopfte

Nutzungsvertrag mit „Arthaus“-Betreibern verlängert

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Freiräume schaffen, soziale Prozesse verantwortlich mitgestalten: Mit dem jüngsten Seminar im Arthaus wurden die Teilnehmer selbst zur sozialen Plastik. Mit einem neuen Vertrag für die Nutzung des „Arthauses“ ausgestattet, lässt es sich seit Anfang des Monats auch wesentlich befreiter ans künstlerische Werk gehen.

Altheim - Krimilesung, Kräuterabend, Konzerte und Künstlertreffs – seit dem Start des Vereins Arthaus wird das ehemalige Rathausgebäude im Herzen Altheims mit kreativem Leben gefüllt. Von Ursula Friedrich 

Und nach der Kommunalwahl wurde kürzlich auch der Zeitvertrag mit den Nutzern des Anwesens, dem das „Arthaus“ betreibenden Verein, verlängert, so dass sich die Betreiber jetzt wieder ganz ihrem kreativen Kerngeschäft widmen können. Im „Arthaus“ erleben Besucher regelmäßige Veranstaltungen und außergewöhnliche Angebote. Der Verein ist auf rund 50 Aktive angewachsen, das Publikum strömt aus der ganzen Region zu Veranstaltungen ins nach Mollerplänen gestylte Anwesen. Völlig neue Impulse für alle Workshopteilnehmer boten Rüdiger Steiner und Wolfgang Schliemann am vergangenen Samstag. Ihre Botschaft: „Jeder Mensch ist ein Künstler“.

Fern gesellschaftlicher Muster, Sachzwänge und bekannter Strukturen wurde ein neuer Freiraum geschaffen. Mit unterschiedlichsten Materialien, Wolle, Blättern, bunten Bällchen, Textilien und mehr wurde der Seminarraum zur Bühne – die Teilnehmer selbst zur Kunst. Das klingt abstrakt? Rüdiger Steiner erläuterte: „Der deutsche Künstler Joseph Beuys legte die Grundlage der sozialen Plastik – mit dem Ziel, die Gesellschaft zu verändern.“ Beuys postulierte außerdem: „Jeder Mensch ist ein Künstler.“

Das Entdecken von Kreativität, der Prozess des Miteinanders und die Wahrnehmung als Gruppe öffnete den Workshopteilnehmern Türen, Erfahrenes in den Alltag zu übertragen. „Ein Beispiel wäre: Ich habe eine Idee, ein anderer greift sie auf, verändert sie“, so Wolfgang Schliemann, und weiter: „Was tue ich? Bin ich frustriert, bockig, oder arbeite ich konstruktiv mit?“ Die frisch entstandene Künstlergruppe gestaltete, meist nonverbal, mit Klängen, völlig konventionslosem, freiem Agieren und der Öffnung für den Anderen ihre soziale Plastik. Ganz im Sinne von Beuys ist diese menschliche Plastik kein materieller Artefakt. Sondern, nach dem Kunstbegriff des weltberühmten Aktionskünstlers, eine durch menschliche Kreativität entstandene Plastizität zum Wohle der Gesellschaft.

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„Eine tolle Erfahrung“, waren sich die Workshopteilnehmer einig, „unsere Gesellschaft ist auf Leistung und Effizienz getrimmt“, so Schliemann, der sich auch Manager oder Politiker als Zielgruppe seiner Workshops vorstellen kann. „Schön war, dass wir nicht verkopft, sondern sehr sinnlich agiert haben. Und am Ende stand keine Bewertung“, erklärten die Teilnehmer.

Quelle: op-online.de

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