Lernlandschaften als Zukunftsbild

Tag der offenen Tür an Kennedy-Schule

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Der Chor der Kennedy-Schule brachte in die Aue-Schule einige vorweihnachtliche Stücke mit.

Münster - Der Nikolausmarkt an der Schule auf der Aue bot reichlich Gelegenheit, sich über die Aktivitäten und das Schulleben zu informieren. Auch die Frage nach dem Stand der aufwändigen Sanierung kam dort nicht zu kurz. Von Jens Dörr 

Mit einem Nikolausmarkt präsentierten sich viele hundert Jugendliche der Schule auf der Aue mit ihren Lehrern hunderten Besuchern. Neben vorweihnachtlichen Verkaufsständen und einem großen Unterhaltungsprogramm ließ die sechsstündige Veranstaltung der offenen Türen vom späten Vor- bis zum späten Nachmittag auch reichlich Raum für den Austausch mit Schulleitung und Pädagogen. So nahm Leiterin Sabine Behling eingangs bei einer Informationsrunde sowie anschließend im Gespräch mit unserer Zeitung Stellung zum weiteren Umbau von Münsters größter Schule.

In die wechseln nach der vierten Klasse nicht nur die meisten Kinder der Münsterer Kennedy- und der Altheimer Regenbogenschule, sondern auch jene der Eppertshäuser Stephan-Gruber-Schule. Gerade sie dürften noch etwas von den großen Plänen haben, die die Aue-Schule gemeinsam mit dem Landkreis Darmstadt-Dieburg und dem Land Hessen als Schulträger und -finanziers verfolgt. „Den Abschnitt null haben wir sozusagen schon geschafft“, sagte Behling und spielte damit auf den bereits umgesetzten Neubau für die Naturwissenschaften für Gymnasium, Realschule, Hauptschule und Förderstufe an.

43 Klassenzimmer stehen aktuell zur Verfügung, neun sind schon seit mehreren Jahren als Interimslösung in Containern geschaffen worden. Dort muss allerdings kein Schüler ausschließlich seine Zeit verbringen, maximal einen Teil der Unterrichtsstunden. Die Container-Klassenzimmer werden auch in den kommenden Monaten und Jahren weiter benötigt, da die Aue-Schule in weiteren fünf millionenschweren Bauabschnitten nicht nur ein Facelifting, sondern ein fast komplett neues Antlitz erhält.

„Die Zukunft besteht in Lernlandschaften“, schilderte Behling den grundsätzlichen perspektivischen Ansatz der Kooperativen Gesamtschule. Dabei handele es sich um „kleine Schulen in der Schule“, die in der Neustrukturierung der Räumlichkeiten architektonisch Ausdruck finden werden. Die Gewerke seien ausgeschrieben, die ersten Lernlandschaften dürften „übernächsten Sommer“, also 2017 und damit später als anfangs erhofft, fertig sein. In den nächsten Bauabschnitten geht es zunächst um den Neubau von 40 Klassenräumen, eine neue Fassade mit viel Glas und einer Mensa im Zentrum.

Zudem soll eine neue Aula entstehen. Danach sind die Neugestaltung der Räume für Musik und Werken sowie der Küche vorgesehen. Zuletzt schließlich kommt der Verwaltungstrakt dran. Wann das Großprojekt Umbau der Schule auf der Aue vollständig abgeschlossen werden könnte, dazu wollte Behling am Wochenende keine Prognose abgeben.

Etwas schwammig drückte sie sich auch zumindest im öffentlichen Statement zur Frage nach ihrer persönlichen Zukunft an der Aue-Schule aus. Derzeit ist sie dort nur eingeschränkt tätig, weil auch im Einsatz für das Staatliche Schulamt in Darmstadt. In ihre Aussage mit der Betonung, dass dies nur „interimsweise“ der Fall sei, konnte man indes eine baldige vollständige Wiederaufnahme ihrer Schulleiterinnen-Tätigkeit in Münster hineininterpretieren.

Zum Nikolausmarkt selbst präsentierten sich nicht nur die Aue-Schüler selbst etwa mit Sport- und Musikvorführungen, spanischem Theater oder Video-Clip-Tanz, sondern auch die baldigen Aue-Schüler, die jetzt noch auf die Kennedy-Schule gehen. Der Chor unter der Leitung von Lehrerin Odette Schleger stimmte die Besucher am späten Vormittag mit Weihnachtsliedern auf den weiteren Tag und die nächsten Wochen ein.

Quelle: op-online.de

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