35. Oktoberfest der Feuerwehr sprengt fast die Fahrzeughalle

100 Hax’n und viel Bier in 250 Maßkrügen

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Gründlich daneben ging der Bieranstich mit Gerald Frank, trotz ruhigen Händchens des Münsterer Bürgermeisters.

Münster - Als die Freiwilligen Feuerwehr auf die Idee kam, erstmals ein Oktoberfest zu veranstalten, war an die nun kräftig gefeierte Deutsche Einheit noch nicht zu denken. Zum 35. Mal waren die Brandschützer Gastgeber für insgesamt mehr als 1 000 Gäste.

Kleinere Neuerungen, Bewährtes und eine Festübung bildeten das Fundament für das gelungene Ereignis. Offiziell sollte um 19 Uhr Einlass in die leer geräumte, bajuwarisch dekorierte und mit Bierzelt-Garnituren, Bühne und Theke vorbereitete Fahrzeug-Halle sein. Schon eine halbe Stunde früher jedoch gab die Wehr dem Ansturm der zum großen Teil in Tracht gekleideten Besucher nach und ließ sie ein. Eine Stunde vor dem Bieranstich war kaum noch ein Sitzplatz zu bekommen. Als Josef Haus, Vorsitzender des Feuerwehr-Vereins, um 20 Uhr zur Begrüßung und zum Bieranstich mit Bürgermeister Gerald Frank schritt, war nicht nur auf den Bänken kein Plätzchen mehr zu haben; auch vor der Theke tummelten sich die Besucher. „Wir haben unseren Außenbereich in diesem Jahr vergrößert“, sagte Pressesprecher Andreas Dollheimer und wies auf das Areal zwischen Halle und Abtenauer Platz, der mit verkleideten Bauzäunen vom Festgelände abgetrennt war.

Für Heiterkeit sorgte Bürgermeister Frank, dem der Anstich des Fasses trotz ruhiger Hand und klaren Schlägen kräftig misslang. Anstatt aus dem Zapfhahn floss der Gerstensaft aus einem Loch darunter. Ob der Anschlagspunkt falsch gesetzt war oder das Fass einen grundsätzlichen Defekt aufwies, ließ sich auf Anhieb nicht klären. Haus, Frank und Co. machten das Beste aus der Situation und zapften zum Verteilen dennoch etliche Biere ab. Auch sie selbst gebaute Kuh „Elsa“, die ansonsten vom Wettmelken arg strapaziert wurde, schaute auf der Bühne weiter stoisch-fröhlich drein.

Dann übernahmen die Musikkapellen: Als Hauptstimmungsmacher hatte die Wehr die Gruppe Waidler Wahnsinn verpflichtet, die sich in Münster zu einem Stammgast mausert. Das darf man von den Hinnergassebuwe ohnehin behaupten. Die wohl weit mehr als 500 Besucher des Abends vertilgten einige Hektoliter Festbier. 250 Maßkrüge brachte die Wehr in Umlauf, steigerte die Zahl gegenüber dem Vorjahr noch einmal, „damals war es etwas knapp“, gab Dollheimer zu. Die Metzgerei durfte sich über einen Großauftrag freuen, lieferte allein für den Samstagabend 100 Hax’n, die auch ihre Abnehmer fanden. Hinter der Theke halfen sowohl Mitglieder des befreundeten SV Münster – wo die Wehr wiederum beim Sommergarten unterstützt –und der Stammtisch von Ehrengemeindebrandinspektor Franz Orth mit. Hoch die Krüge hieß es bei den Gästen unter anderem auch bei einer 25-köpfigen Gruppe der Feuerwehr Dieburg.

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Tags darauf setzte die Wehr ihr Fest fort, unter anderem mit einer Übung, in die ein Dutzend Kräfte der Einsatzabteilung eingebunden war: Man nahm hierbei einen Unfall beim Verladen von Salzsäure an. „Das ist gar nicht so utopisch“, sagte Kisling und verwies auf die Lage Münsters an gleich zwei Bundesstraßen. Mit dem dennoch recht speziellen Übungseinsatz habe man zudem einmal mehr das breite Einsatzspektrum der Wehr verdeutlichen wollen.

jd

Quelle: op-online.de

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