Von Pantoffelhelden und Piraten

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Innerhalb einer Woche lernten die jungen Akteure des Musicals „Pantoffelpiraten“ ihre Texte auswendig.

Münster - „Pantoffelpiratenalarm!“ So schallte es am Dienstagnachmittag durch die Münsterer Kulturhalle. In einem farbenfrohen Spektakel sangen und tanzten über 70 Schüler der Altheimer Regenbogenschule als kleine Seeräuber. Von Ellen Jöckel

Das Musical „Pantoffelpiraten“ von Michael Muth und Joachim Palitzsch war ein Ergebnis der diesjährigen Projektwoche der Grundschule, in der sich alles um Piraterie drehte. In nur fünf Tagen lernten die zwölf Jungschauspieler aus der Theatergruppe von Lehrer Max Petermann ihre zum Teil umfangreichen Texte auswendig. „Die Kinder sind ganz begeistert mit dieser Anforderung umgegangen. Wenn man die Messlatte hoch setzt, akzeptieren die Kinder das. Sie wussten, wir haben nur eine Woche Zeit, das Ganze auf die Beine zu stellen, und es hat geklappt“, sagte Max Petermann hochzufrieden.

Wie auf den Leib geschnitten war die Rolle des Kapitäns Augenklappe für den zehnjährigen Florian Zeng. Augenklappe steckt als Pirat in einem Dilemma: Er hasst Wasser. In seinem Haus mit Garten fühlt er sich am wohlsten. Mit seiner Wohngemeinschaft kommt ihm aber der Haferbrei des Kochs (Daniel Schan) schon zum Hals heraus. Die Rechnungen stapeln sich und kein Schatz ist in Sicht. Doch dann verhilft die Nachbarin (Charlotte Schmekel) den Pantoffelpiraten zu unverhofftem Reichtum und wird dafür zur Ehrenpiratenbraut ernannt.

Piratentanz zu „Fluch der Karibik“

Über das Original-Skript hinaus hatte Petermann mit den Schülern aktionsreiche Zwischenspiele entwickelt, wo die Piraten auf einem Gerüst wie echte Seeräuber auf hoher See agierten. „Im Original dürfen die Protagonisten nie richtige Piraten sein, sondern nur die Pantoffelhelden, die Mülleimer plündern. Wir wollten, dass die Kinder auch wie echte Piraten spielen können“, ergänzte Petermann.

Der Schülerchor mit 45 Kindern unter der Leitung von Angela Müth hatte bereits zu Beginn des Schuljahres angefangen, Lieder wie „Mannshohe Wellen“, „Müllschatzproblem“ oder „Haferbrei“ einzuüben. Letzteres ist übrigens eine Eigenkomposition der Musiklehrerin Müth. In der Projektwoche lernten die kleinen Sänger dann zu den Songs passende Bewegungen zu machen. Einen rasanten Piratentanz zur Musik des populären Hollywoodstreifens „Fluch der Karibik“ hatten die Lehrerinnen Karina Gruber und Michaela Hillert mit 15 Kindern einstudiert. Für das passende Ambiente auf der Bühne sorgten überdimensionale Piratenflaggen, die Anja Haus mit einer Projektgruppe gestaltet hatte. Nach der Vorstellung konnten die riesigen Kunstwerke aus Stoff von Eltern ersteigert werden - mit Erfolg: Das begehrteste Objekt brachte der Schule 75 Euro ein.

Es wurden T-Shirts gebatikt

Neben den Projekten, die mit dem Geschehen auf der Bühne beschäftigt waren, gab es noch viele andere Arbeitsgruppen, die ihre Ergebnisse aus der Projektwoche im Foyer der Kulturhalle vorstellten. Begrüßt wurden die Eltern, Verwandten und Bekannten der Schüler mit einem Tanz selbst gebastelter Piraten-Marionetten. Lehrerin Janina Wernsdorfer hatte gezeigt, wie es geht. „Heute bin ich Pirat“ hieß das Projekt von Rebecca Mantey. Darin stellten 17 Kinder zuerst die Seeräuber-Ausrüstung her: Es wurden T-Shirts gebatikt, Augenklappen, Fernrohre, Schwerter gebastelt und Schatzkarten gefertigt.

Da echte Piraten auch richtig kämpfen können sollten, durften die Kinder ihre Kräfte messen. In Schwertkämpfen mit Stöcken aus Schaumstoff wurden die richtigen Bwegungen eingeübt. „Dabei haben die Kinder gemerkt, dass es gar nicht so einfach ist: Sie mussten sich vorher absprechen und sich dabei sehr konzentrieren, damit es funktioniert“, berichtete Rebecca Mantey.

In einer Druckwerkstatt erstellte Lehrerin Vroni Moritz mit 14 Schülern bunte Plakate und Handzettel zu dem Musical. Außerdem machten die Kinder in Kleingruppen Entwürfe, die zu einem Bild von einem Piratenschiff zusammengeschlossen wurden. Die Vorlage wurde dann auf Styrodurplatten übertragen und in verschiedenen Farben gedruckt.

Werke nach kurzer Zeit ausverkauft

Im Foyer der Kulturhalle konnten die farbenfrohen Werke dann für einen Preis von drei Euro erstanden werden – sie waren nach kurzer Zeit ausverkauft. Auch die selbst gebastelten Mosaiken mit bunten Motiven rund um das Thema „Meer“ kamen bei den Besuchern gut an. Monika Fuchs hatte diese Gruppe geleitet.

Nach der Aufführung bedankte sich Schulleiterin Helga Blitz besonders bei den zahlreichen Eltern, die in der Projektwoche und bei der Aufführung den Lehrern tatkräftig zur Seite gestanden hatten. Am 15. Juni um 17 Uhr steht die Theatergruppe der Regenbogenschule bereits wieder auf der Bühne der Kulturhalle mit dem Stück „Die Räuber Hotz und Plotz“.

Quelle: op-online.de

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