Pflegekonferenz erörtert in Münster komplexe Probleme

Wo hört Betreuung auf?

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Symbolbild

Münster - Ein wachsendes Pflegeangebot im Kreis und die Möglichkeiten, Flüchtlinge in der Pflege einzusetzen, beschäftigte die Pflegekonferenz des Landkreises in Münster. Von Michael Just 

Das Pflegeangebot im Landkreis ist weiter gewachsen: In Groß-Umstadt bietet die Philos GmbH eine Intensivpflege für beatmungspflichtige Personen an. An der Einrichtung sind auch die Kreiskliniken beteiligt. Direkt gegenüber dem Kreiskrankenhaus sind zwölf barrierefreie Apartments entstanden, die Wohnen und Fürsorge kombinieren. „Dafür lagen bisher im Kreis keine adäquaten Angebote vor“, so eine Vertreterin von Philos bei der jüngsten Pflegekonferenz. Gastgeber war die Seniorendienstleistungs gGmbH Gersprenz. Die Konferenz bietet regelmäßig Haupt- und Ehrenamtlichen im Pflege- und Seniorenbereich die Möglichkeit zum Austausch.

Rosemarie Lück, Sozialdezernentin des Landkreises, ging auf die Möglichkeit ein, Migranten in der Pflege einzusetzen. „Derzeit bereitet der Kreis für diese Zielgruppe Informationen zu Bewerbung und Ausbildung vor“, sagte Lück. Eine kleine Diskussion kam bei jenem Tagesordnungspunkt in Gang, der die Frage aufwarf, ob Betreuungskräfte zunehmend mit Pflegeaufgaben missbraucht werden. Immer öfter würden sie in Heimen mit „Mach-mal-schnell-Aufgaben“ betraut, die von examinierten Pflegekräften ausgeführt werden müssten.

Wie diffizil das Thema ist, zeigte die Frage, ob Essensreichungen bereits zur Pflege gehören. Betreuungskräften wurde empfohlen, auf die Stellenbeschreibung zu achten. Insgesamt sei eine Trennungslinie aber schwierig. „Das Leben im Pflegebereich funktioniert nicht exakt nach Abrechnung“, hieß es. Und: Gut laufe der Hausalltag aus Erfahrung immer dort, wo Pflege und Betreuung ineinander greifen.

Pflegekurse erleichtern die Versorgung der Lieben

Mit „Sieben Wege zum Glück“ hatte Tom Best vom Seniorenzentrum Bethesda in Harreshausen einen außergewöhnlichen Vortrag parat. Darin thematisierte er, was im Alter glücklich macht. Eine Großfamilie, die persönliche Haushaltshilfe oder der möglichst lange Verbleib in der eigenen Wohnung gehören dazu. Da Letzteres nicht immer möglich ist, würden auch Wohn- oder Hausgemeinschaften, die ambulant versorgt werden, zum Glück beitragen. Best stellte ein Projekt vor, an dem das Christliche Sozialwerk, Träger von Bethesda, beteiligt ist. Bald soll in Schaafheim ein Bungalow-Wohnpark nur für Senioren entstehen.

Quelle: op-online.de

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