Verwaltung stellt Ergebnisse aus Ideenfindung vor

Pläne für Rathausplatz mit Flair

+
Rathausplatz mit Platanenhain und weniger Parkplätzen: So könnte einmal das seit Jahren verwaiste Areal vor der Verwaltung aussehen.

Münster - Seit Jahren wird von vielen Bürgern das langweilige Erscheinungsbild des Münsterer Rathausplatzes beklagt. Eine IG zur Belebung des zumeist verwaisten Ortes erreichte bis auf punktuelle Aufheiterungen bislang nichts. Von Thomas Meier

Feste, die einmal hier stattfanden, sind ebenso eingeschlafen. Nun legt die Verwaltung urplötzlich einen Planungsentwurf vor. Mit der Formel „Ein Parkplatz ist kein Platz“ brachte es der Darmstädter Planer Michael Schauss schon im Juni auf den Punkt. Wenig einladend dient er weitgehend als Autoaufbewahrungsplatz. „Von einem charakteristischen Begegnungsort gesellschaftlichen Lebens, wo sich Menschen – groß und klein – gerne hinbegeben, ist er weit entfernt“, heißt es unter neuem Bürgermeister nun aus dem Rathaus. Das soll sich nach Gerald Franks Vorstellungen schon bald ändern. Nach seinem Vorschlag könnte der Platz 2016 und 2017 in zwei Abschnitten zu einem repräsentativen, multifunktionalen Platz umgestaltet werden, der für vielfältige Anlässe nutzbar ist. Das Rathaus, so Planer Schauss, werde durch eine „grüne Barriere“ regelrecht abgeschirmt, als gehöre es gar nicht dazu: „Von Repräsentativität keine Spur.“ Genaugenommen seien es drei Parkplatzparzellen und eine Brunnenfläche, in die der Platz durch Hecken, Randsteine und eine Mauer zergliedert sei, was auch eine Nutzung als Veranstaltungs- bzw. Festplatz sehr schwer macht.

Bereits unter Franks Vorgänger Walter Blank wurden 2011 erste Konzepte durch das Darmstädter Architekturbüro Eichler und Schauss entwickelt und in der Wirtschaftskommission beraten. Bürgermeister Gerald Frank griff nun diese Pläne auf und ließ sie im Sommer bei einem BürgerWorkshop zur Neugestaltung des Rathausplatzes interessierten Bürgern präsentieren und diskutieren. Mit dabei waren auch die Interessengemeinschaft Rathausplatz und die Agenda 21-Gruppe mit eigenen Anregungen.

Fuhr der Weihnachtsmann am alten Rathausplatz zum letzten Mal mit seinen Schlittenhunden vor? Annelore Oestreicher jedenfalls wusste am Wochenende schon, warum es wohl der letzte Weihnachtsmarkt am angestammten Platze war.

„Bei der Suche nach der angemessenen attraktiven Gestaltung des Platzes haben die Bürger engagiert mitgewirkt“, erklärt Verwaltungschef Frank. Das Ergebnis war eine Sammlung an Anforderungen und Erwartungen, Ideen und Wünsche für den Rathausplatz, die auf vielen Karteikarten die Stellwände füllten. Die Ideensammlung wurde in großer Runde zusammengefasst, kommentiert, gemeinsam besprochen und zuletzt mit den bestehenden Konzepten abgeglichen. Frank: „Dabei zeigte sich, dass die Bürger viele neue Ideen einbringen konnten, um die vorliegenden Planungen zu optimieren.“

Der aus den Beiträgen der Münsterer entwickelte Gestaltungsentwurf wurde vom Architekten Michael Schauss dem Bau-, Planungs- und Umweltausschusses im November präsentiert. Hierbei wurde zunächst in erster Linie über die Grundzüge des Vorentwurfs informiert. „Über die Details der Gestaltung sprechen wir später beim Planungsstand Entwurf“, sagte Schauss. Zur Art des Pflasters und der Gestaltung eines Brunnens seien verschiedene Alternativen möglich. Die Neugestaltung, zu der auch Anwohner und Gewerbetreibende ihre Anregungen gaben, soll den gesamten Platzraum umfassen und einen durchgehenden barrierefreien Belag als Ganzes erhalten. Diese Platzfläche soll als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen werden, wobei im Norden weiterhin die Mozartstraße über die Platzfläche verläuft. Auf der Ostseite begrenzt die Leibnizstraße die neugestaltete Fläche.

Weihnachtsmarkt in Münster

„Die Platzfläche soll als repräsentativer öffentlicher Raum eine gute Aufenthaltsqualität haben und der prädestinierte Ort der öffentlichen Veranstaltungen und örtlichen Feste sein“, erklärte Schauss. Als Aufenthaltsraum soll es eine Sitz- und Spielfläche unter einem „Platanenhain“ geben. Als gestalterisches Gegengewicht könnte in der Nähe des Restaurants auf der gepflasterten Fläche ein Brunnen oder Wasserspiel entstehen, der als Aufenthalt- und Spielort ausgestaltet wird. Vor dem Rathaus wird als Übergang zur Platzfläche ein Podest eingerichtet, der als feste Bühne bei öffentlichen und spontan initiierten Anlässen zum Podium und Spielort werden wird.

„Die bisherige Nutzung des Areals auch als Parkplatz für die anliegenden Geschäfte, Dienstleistungen und Besucher des Rathauses bleibt grundsätzlich erhalten“, heißt es jetzt aus dem Rathaus. Zugunsten einer größeren Offenheit des Platzes und Verbesserung der Atmosphäre werde jedoch die bisherige Dominanz des Autos im Ortsbild zurückgedrängt. Rund 50 Parkplätze bleiben erhalten. Das bedeutet zehn Stellplätze weniger. „Ein verschmerzbarer Preis für Großzügigkeit und neu gewonnenes Flair“, meint Frank, zumal auf dem Hotelgrundstück neue Stellplätze für Hotelgäste entstehen sollen.

Quelle: op-online.de

Kommentare