Positionierung als Thema

Quo vadis, Ortsschild?

Münster - Kurzfristig wurde jetzt für die jüngste Sitzung der Münsterer Gemeindevertretung die Positionierung des Ortsschilds auf der Altheimer Straße zum Tagesordnungspunkt geadelt.

Grund war ein gemeinsamer Hinweis von Unterer Verkehrsbehörde beim Landkreis, dass dieses Schild, an dem Tempo 70 auf Tempo 50 wechselt, weiter in die Ortslage zu verrücken ist, an das Zusammentreffen von Goethestraße, Werlacher Weg und Altheimer Straße. Kommunalpolitiker aller Couleur fanden dies jetzt ziemlich verrückt. Gerhard Bonifer-Dörr, Fraktionsvorsitzender der Alma, karikierte dieses Ansinnen als Büttenthema und konterkarierte diesen humorvollen Ansatz sogleich mit der Feststellung: „Die machen ernst!“

Die Position des Ortsschilds und das damit verbundene Tempolimit auf der Altheimer Straße ist mit der Planung eines Neubau-Gebietes an der Verbindungsstraße zwischen Münster und dem Ortsteil Altheim Thema geworden. Während sich die Menschen in Münster durchweg zwischen der Siedlungslage und dem neuen Stadtteil Tempo 50 wünschen, pochen Behörden auf Vorgaben der Landesregierung, die dem Muster folgen: Wo kein Unfallschwerpunkt ist, hat freie Fahrt für freie Bürger Vorrang. Dieses Paradigma hat in einem Bürgerworkshop zum Neubaugebiet zur bitteren Formulierung geführt: „Da muss also erst ein Kind totgefahren werden, bis was geschieht“ – eine Sichtweise, der Bürgermeister Gerald Frank ausdrücklich nicht widersprochen hat.

So liegen die Nerven bei diesem Thema sowieso blank, und möglicherweise hat erst die Diskussion die Untere Verkehrsbehörde und die Polizei zum genaueren Hinschauen (aber sozusagen in die andere Richtung) wachgerüttelt. Deren „Hinweis“ stößt in der Münsterer Kommunalpolitik auf breiten Widerstand, der beinahe in die Form einer Resolution gegossen worden wäre. Bonifer-Dörr hatte die Formulierung vorgeschlagen: „Die Gemeindevertretung nimmt mit großem Befremden von der Anordnung Kenntnis, spricht sich gegen eine Versetzung des Schildes aus und fordert ersatzweise auf dem fraglichen Straßenabschnitt weiter eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 50 Stundenkilometer.“

Die lustigsten Schilder der Welt

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Bürgermeister Frank, der hoch motiviert manchmal schneller agiert als die Politik, sorgte aber für eine mildere Gangart, indem er erklärte, mittlerweile Kontakt zur Landesbehörde Hessen Mobil aufgenommen zu haben. Unter Bezug auf Andreas Moritz teilte Frank mit, dass dieser Planer den angemessenen Standort fürs Ortsschild direkt nordwestlich des künftigen Erschließungskreisels fürs Neubaugebiet auf Höhe der Einmündung der Friedrich-Ebert-Straße sieht. Da das den Wünschen der Münsterer Kommunalpolitiker bei weitem mehr entgegenkommt, wurde aus der Resolution ein Arbeitsauftrag an die Verwaltung: Einstimmig wurde das Bauamt mit Gesprächen beauftragt, in denen als Maximalforderung eine Positionierung des Schildes unmittelbar an der südöstliche Grenze des Neubaugebiets formuliert werden soll.

Bisher ist das Ortsschild übrigens noch nicht verrückt worden, verharrt gewissermaßen stoisch südöstlich, ein Stück vor Dünjas Beauty Tempel. Die Verrückung anordnen müsste der Bürgermeister, denn der ist kraft Amtes die zuständige Ortspolizeibehörde.

sr

Quelle: op-online.de

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