Abholung im Briefzentrum nicht ermöglicht

Post ist noch nicht im Tritt

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Kein Einlass: das Briefzentrum der Post in Münster.

Münster - Seit Mitte Juli ist der Poststreik beendet, doch immer noch gibt es Nachwehen bei der Zustellung. Von Jens Dörr

Mehrfach berichtete unsere Zeitung in den vergangenen Wochen über die Folgen des Poststreiks und noch immer nicht zugestellte ältere Sendungen in Münster, Dieburg und Groß-Zimmern. Die Probleme halten auch in Münster stellenweise weiter an, wie nun aus der Friedhofsstraße zu erfahren war.

Zuletzt erschien ein kleiner Text über die nach wie vor herrschenden Schwierigkeiten im Osten Dieburgs. Dort wurde es einem Anwohner der Straße Am Schlangensee, der auf Magazine und Briefe wartete, nun zu bunt: Er fuhr am vergangenen Montag persönlich ins Briefzentrum nach Münster, wo die Post vor der Verteilung innerhalb von Münster, Dieburg und Groß-Zimmern landet. Dort bestand er auf der Herausgabe seiner Post, die vor Ort tatsächlich auch vorlag und ihm nach längerer Suche ausgehändigt wurde.

Nach dem Erscheinen dieses Texts wandte sich auch eine Leserin aus der Münsterer Friedhofsstraße an unsere Zeitung. Obwohl der Poststreik seit Mitte Juli beendet ist und die Nachwehen eigentlich längst abgeklungen sein sollten, ist die Lage dort teils schlechter statt besser geworden. „Bis zum Streik lief alles prima“, schildert die Anwohnerin. Doch nun, da alles wieder normal laufen sollte, sei dem keineswegs so: „Seit 14 Tagen erhalte ich überhaupt keine Post mehr.“

Dies sei einerseits schlicht problematisch: „Meine Tochter wartet auf ein Medikament vom Heilpraktiker.“ Bislang schaue man aber in die Röhre. Apropos Röhre: Das Letzte, was angekommen sei, sei eine 14 Tage alte Fernsehzeitschrift gewesen. Auf die neueren Ausgaben warte man weiter. Merkwürdig: Die Nachbarin in derselben Straße habe die gleiche TV-Zeitschrift abonniert – und sie pünktlich erhalten.

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Gerade wegen des Medikaments sei der Schwiegersohn der Anwohnerin nun ebenfalls ins Münsterer Briefzentrum gefahren, das sich etwas zurückversetzt in der Darmstädter Straße neben einem Getränkemarkt befindet. Die Hoffnung, man bekäme dort wie der Dieburger die Post herausgesucht und könne sie zeitnah zumindest auf diesem Weg erhalten, wurde jedoch enttäuscht: Man habe ihren Schwiegersohn nicht eingelassen, sagt die Anwohnerin. Unverrichteter Dinge habe er wieder abziehen müssen.

Die Post verweist unterdessen darauf, dass Münster, Dieburg und Groß-Zimmern vom Poststreik schlicht besonders intensiv betroffen gewesen seien und man sich nach wie vor bemühe, den Normalzustand wiederherzustellen sowie die Altlasten rasch abzuarbeiten. Andernorts ist das bereits gelungen. In Münster, Dieburg und Groß-Zimmern seien seitens der Post nun insgesamt 46 statt der üblichen 40 Boten unterwegs, um Abhilfe zu schaffen. Zupass kommen beim Nachtragen der liegengebliebenen Briefe und Pakete soll der Post zudem die Sommerferien-Zeit. In der sei das Aufkommen in der Regel geringer als zu anderen Jahreszeiten.

Quelle: op-online.de

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