Singen gehört dazu wie Mathe

Regenbogenschule als Musikalische Grundschule zertifiziert

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„Mit einem Freund wie dir...“: Die Schulgemeinschaft eröffnete ihr buntes Fest mit Tanz und Gesang.

Altheim - Englischtest und Mathearbeit – für Schüler gehören Prüfungen zum Alltag. Doch auch die Schulleitung muss hin und wieder auf den Prüfstand.

Die Regenbogenschule hat es geschafft: Zum zweiten Mal wurde sie vom Staatlichen Schulamt zertifiziert und darf sich musikalische Grundschule nennen. An der Regenbogenschule gehören Singen, Swingen, Tanzen und Musizieren in den Unterricht, wie ABC und Einmaleins. Mit Schnecken-Pantomime, Einmaleins-Song und Anlaute-Rap lernen Kinder lesen, schreiben und erlangen Sozialkompetenzen, wenn sie ihre Konflikte mit Trommeln austragen.

„So einen Schwerpunkt langfristig durchzuhalten, ist etwas Besonderes“, sagte Schulamtsdirektorin Karin Bausen, die Altheims Grundschule das Zertifikat und Bestnoten verlieh. Im Landkreis Darmstadt-Dieburg hat sich lediglich die Friedensschule in Groß-Zimmern bisher als musikalische Grundschule profiliert. Die Folge: Das Erlernen des Schulstoffs mit Hilfe von Musik, Bewegung und Theaterspiel begeistert auch Eltern im Umland, die mit großem Einsatz darauf hinarbeiten, ihre Sprösslinge in Altheim beschulen zu lassen. Kinder pendeln gar aus dem Rodgau und Messel ein. Dennoch ist die Schulgemeinde mit 90 Kindern klein und familiär.

Die vergangene Woche war für die Schüler in doppelter Hinsicht etwas Außergewöhnliches. Statt dem üblichen Unterricht stand die beliebte Projektwoche auf dem Plan. Als Indianer pirschten sich ABC-Schützen durch den Schultag, gingen als Naturforscher auf Beobachtungsreise, kreierten eigene Comics oder wurden im Batik-Designerstudio zum Modeschöpfer.

Zu Beginn des Präsentationstages am Freitagnachmittag wurde, wie nicht anders zu erwarten, erst einmal musiziert. Im Foyer steppte „der Bär“, als die Kinder mit Mimik, Tanz und Gesang auch Eltern und weitere Angehörige „infizierten“. Musizieren, das gehöre selbst in die Lehrerkonferenzen, erklärte Helga Blitz, Chefin über das Kollegium. Zum wöchentlichen Auftakt stimmen die neun Pädagogen ein Stück an – stets etwas Neues.

So wirkt Musik auf unseren Körper

Helga Blitz ist als Frau der ersten Stunde seit der Eröffnung der Regenbogenschule 1992 für die musikalische Ausrichtung verantwortlich. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Hochbegabtenförderung. „Mir ist außerdem wichtig, dass wir eine integrative Schule sind“, sagte die Rektorin, „die Kinder sollen begreifen, wie satt sie sind, welches Glück sie haben.“ Dass haben viele hautnah erlebt – durch den Mitschüler, der sich Insulin spritzte, einen anderen, der im Rollstuhl saß.

Helga Blitz hat Pionierarbeit geleistet und wird dies noch drei weitere Jahre tun. Dann geht sie in den Ruhestand. Mit Wehmut? Keineswegs. Doch sie will den Weg bereiten. Derzeit animiert sie die Kollegen verstärkt zu Fortbildungen, die Forscherwerkstatt der Grundschule soll aufgefrischt, einzelne Kinder sollen intensiv betreut werden. Dann ist das Feld bestellt – „und ich werde einfach die Tür zumachen“, wie sie sagt.

ula

Quelle: op-online.de

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