Prächtige Punktlandung des Herrn Pu

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Ein seltsames Völkchen hat sich zur Teetafel zusammengefunden, um Herrn Pu nach seiner himmlischen Bruchlandung einiges über die Probleme mit der gestohlenen Zeit zu erzählen. Das Stück geriet zum Fest für die Sinne und die Kinder.

Altheim - Sphärenklänge unterm nachtdunklen Oberlicht des großen Foyers der Regenbogenschule. Nur untermalt vom gedämpften Geraune zahlreicher Erwachsenenstimmen und dem Gekicher einige aufgeregter Kinder. Von Thomas Meier 

Dann heißt es „kleine Taschenlampe brenn“, und die Schüler illuminieren mit ihren Ministrahlern die große Holzbühne ums dicht umlagerte Rund des Raumes. Die Musik wird lauter, ein Krachen setzt ein, und dann ertönt der Fluch: „Oh nein, schon wieder der Orbitalchronograf. “ Doch es ist nicht Major Tom, der mit den Unbilden der Raumfahrt hadert, sondern der Schüler, dem die Rolle des Herrn Pu zugedacht ist und der eben aus seinem tiefergelegten Raumschiff entstieg. Erneut stürzte sich die Regenbogenschule in ein gemeinsames Musiktheater-Abenteuer, an dem sich alle Schüler und Lehrer beteiligten. Mit lustvollen Anleihen bei „Alice im Wunderland“ entwickelt sich ein Weltraumabenteuer ganz eigener Qualität. Da wurde vor den Weihnachtsferien gespielt, getanzt, gesungen und geleuchtet, bis die Schule am Aufführungsabend abzuheben drohte. Tosender Beifall war den Akteuren gewiss, die kleine Schule mit ihren derzeit 92 Grundschülern krachte förmlich aus den Nähten beim Ansturm von Eltern, Großeltern und Freunden, die alle das Spektakel rund um Herrn Pu und das Rätsel der gestohlenen Zeit miterleben wollten.

Ausgangspunkt für das Stück ist die Inszenierung „Herr Pu und die tiefgefrorene Prinzessin“ vom Theater Lakritz. Mit dieser Darmstädter Theatergruppe hat die Regenbogenschule einen zweijährigen Kooperationsvertrag geschlossen. Als Auftakt durften alle Kinder der Schule die Premiere von „Herr Pu“ erleben. Die Kinder entwickelten dazu Fortsetzungsgeschichten, von denen nun einige Einzug in das Musiktheaterstück fanden. Max Petermann, Lehrer der Regenbogenschule und vormals Schauspieler, ist der Kontakt und die Initiative zu Lakritz zu verdanken. Der Pädagoge brachte bereits einige Theaterprojekte an die Schule mit Schwerpunkt Begabtenförderung, und auch jetzt gewann er für die Inszenierung einige Profi-Kollegen zur Einstudierung und Aufführung.

Große Hut-Modenschau der Kleinen mit riesigen Kissen und aufgeplusterten Bettdecken.

„Die Kinder waren die gesamte Zeit der Proben begeistert“, weiß Schulleiterin Helga Blitz. Und dies sah man den kleinen Darstellern auch während der Generalprobe und der großen Aufführung in der Regenbogenschule an. Dieses Weihnachtsstück war so ganz nach ihrem Geschmack, ein jeder fand hier seine Rolle, die er bestens ausfüllen konnte – von Erst- bis zum Viertklässler. Zur Regie von Max Petermann und der Musik von Julia Häfner und Angela Müth passte diese Geschichte aber auch punktgenau: Der Weltraum – unendliche Weiten. Wir befinden uns in einer fernen Zukunft. Der legendäre Chrono-Phasen-Regulator Pu durchstreift mit seinem Raumschiff ferne Galaxien. Doch defekte Zeitmessinstrumente zwingen ihn zur Notlandung auf Lunderwand. Von einem Bewohner dieses unbekannten Planeten erfährt Pu, dass hier die Zeit aus den Fugen geraten ist...

Mit Inbrunst zeigten die anderen kleinen Schauspieler ihrem Pu, wie in der Werkstatt des Hutmachers und beim Krocketspiel der Herzogin Abläufe durcheinander geraten und Chaos sich breit macht. An einer langen Tee-Tafel kamen die Lunderwand- und Regenbogenländler zusammen, um unter und hinter von zuhause mitgebrachten Bettdecken vom Zeitklau-Problem zu künden. Klar, dass Pu das Rätsel am Ende lösen und die Schulwelt retten konnte.

Quelle: op-online.de

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