Erinnerungen zum Dienstjubiläum

Reiner Werner: Vier Jahrzehnte im Rathaus

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Reichlich Hände schütteln durfte Reiner Werner (rechts) gestern Nachmittag bei der Feier seines Dienstjubiläums im Rathaus-Sitzungssaal.

Münster - Er hat die EDV ins Rathaus gebracht, die Fahrradbörse initiiert und nebenbei Karriere gemacht: Reiner Werner arbeitet seit 40 Jahren im Rathaus und gesteht zum Dienstjubiläum, dass Kreuzfahrten seine Leidenschaft sind. Von Jens Dörr 

Fiel in unserer Zeitung in der Vergangenheit der Name Reiner Werner, so gab es dafür verschiedene Anlässe. Mal kam die Sprache auf ihn, wenn er sich mit der Münsterer „Agenda 21“ um die Renaturierung der Gersprenz bemühte; ein andermal ging es um die Fahrradbasare vor Ort, die er einst initiierte; auch in Sachen Gemeindefinanzen war und ist er ein zentraler Ansprechpartner. Gestern Nachmittag feierte Werner sein Jubiläum zum 40-Jährigen. Dazu hatte der 56-Jährige in den Sitzungssaal des Münsterer Rathauses eingeladen. Nicht nur aktuelle Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung, sondern auch ehemalige Kollegen machten dem Oberamtsrat ihre Aufwartung.

Es sei sein Wunsch gewesen, auf diese Weise zu feiern, sagte Werner. Hieß konkret: zunächst unter dem Schütteln so vieler Hände, dass er beim Sektempfang selbst nicht dazu kam, am Gläschen zu nippen. Auch später, als sich die Gäste am warmen Buffet erfreuen durften, standen für den Jubilar selbst eher die Gespräche als die Nahrungsaufnahme im Mittelpunkt. Vor vier Jahrzehnten, damals im Alter von 16 Jahren, begann Werner seine Lehre im Münsterer Rathaus. „Das war eigentlich von Beginn an klar, dass ich einmal dort arbeiten werde“, witzelt er im Gespräch mit unserer Zeitung. „Ich bin im Haus des früheren Bürgermeisters Grimm geboren.“

Der waschechte „Minsderer“, dessen Worte indes kaum lokaldialektisch eingefärbt sind, begann eine Ausbildung als Verwaltungsangestellter. Damals durchaus eine Zäsur: „Ich war zu der Zeit der erste Lehrling der Gemeinde seit zehn Jahren“, blickt er auf die Mitte der 70er Jahre zurück. Einem jungen Menschen berufliche Perspektiven zu bieten, bereute das Rathaus nach Werner offenbar nicht. „Danach folgten wieder viele weitere Azubis.“ Der Münsterer dankt es „seinem“ Ort bis heute mit unerschütterlicher Treue. Nach der ersten Ausbildung schlug er die gehobene Laufbahn im Staatsdienst ein. Rasch wurde er Beamter. Die Einwohner kannten ihn in jungen Jahren unter anderem von seiner Tätigkeit auf dem Melde- und Passamt. Damals genoss er den regen Publikumsverkehr. „Heute halte ich mich auch gerne im Hintergrund“, erzählt Werner.

Im Laufe der Jahre trug die Münsterer Verwaltung an ihn immer wieder auch Spezialaufträge heran. So habe er Anfang der 80er daran mitgewirkt, im Rathaus die Elektronische Datenverarbeitung einzuführen. „Damals ging es weg von den Lochkarten“, erinnert er sich. Später wechselte er zur Stadtkasse, deren Leiter er werden sollte. „Dann kam das Thema Umwelt immer stärker auf“, sagt er. In der Folge richtete auch Münster ein Umweltamt ein, das sich unter anderem mit der Mülltrennung in der Gemeinde befasste. Auch das Haupt- und Personalamt sollte er schließlich leiten. „Jetzt bin ich wieder da, wo ich mich am wohlsten fühle“, meint Werner.

Bürgermeister und Landräte aus der Region

Neben seiner beruflichen Leistung ist der Münsterer insbesondere auf seine Familie stolz. Die habe in seiner bisherigen Laufbahn das ein oder andere Mal durchaus zurückstecken müssen, berichtet der verheiratete Vater zweier Kinder. Privat sei er „sehr reiselustig, meine Frau und ich sind seeaffin, machen viele Kreuzfahrten“. Noch wird sein Erwerbsleben einige Jahre andauern, danach wäre gerade für dieses Hobby mehr Zeit vorhanden. Auf die Einführung der Fahrradbörse sei er „noch heute stolz, das machen im Umkreis nun fast alle“. Inzwischen führt der Verein Radsport die von Reiner Werner ins Leben gerufene Veranstaltung erfolgreich fort. Insbesondere mit Blick auf seinen Job im Rathaus stellt der Jubilar unterdessen zufrieden fest: „Alle Arbeiten, die ich gemacht habe, haben mir Spaß bereitet.“

Quelle: op-online.de

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