Erlös für Bürgerstiftung Münster bestimmt

Ritter und Drachengewürm: Walter Renneisen im Museum an der Gersprenz

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Des Künstlers liebstes Instrument beim Kabarett-Abend des Heimat- und Geschichtsvereins war die Drehorgel. Walter Renneisen trat im Museum an der Gersprenz mit seinem Programm „Liebe, Tod und Teufel“ auf.

Münster - Kabarettist Walter Renneisen sorgte mit seinem Programm „Liebe Tod und Teufel“ für ein voll besetztes Museum an der Gersprenz. Seine witzigen Gedichte, Couplets und Moritaten rund um Ritter und Drachengewürm strapazierten die Lachmuskeln des Publikums. Von Peter Panknin 

„Liebe, Tod und Teufel“, so der Name des Programms von Walter Renneisen, der am Sonntagabend beim Heimat- und Geschichtsverein im Museum an der Gersprenz gastierte. Gewählt wurde dieser Titel in Anlehnung an den berühmten Kupferstich von Albrecht Dürer, der allerdings mit „Ritter, Tod und Teufel“ überschrieben ist. „Gegen die Liebe sehen Tod und Teufel aber ziemlich alt aus“, begrüßte der Künstler seine Gäste und stimmte ein Lied über die „Rittersleut“ an.

Die Zuschauer im vollbesetzten Museumsraum stiegen sogleich mit ein. Der Auftakt eines unterhaltsamen Abends, gefüllt mit Geschichten, Gedichten, Couplets und Moritaten rund um Ritter und Drachengewürm, um die Liebe in vielen Formen, ja, auch um das Sterben. Dass es dabei nicht zu ernst wurde, dafür sorgten die von Renneisen zitierten Autoren, darunter bekannte deutsche Satiriker aus dem 20. Jahrhundert wie Erich Kästner, Joachim Ringelnatz, Eugen Roth oder Heinz Erhardt. Heiter vorgetragene Zeilen von Wilhelm Busch wurden abgelöst von ausdrucksstarker Rezitation, zum Beispiel von Conrad Ferdinand Meyers Gedicht „Die Füße im Feuer“.

Renneisen schaffte es scheinbar mühelos, die atemlose Spannung, die sich im Publikum breit gemacht hat, in ein gelöstes Lachen zu verwandeln. Hilfreich waren dabei musikalische Einlagen, bei denen es schwerfällt, nicht zu lachen. Mit Unterstützung eines Leierkastens trug er bekannte Küchenlieder wie „Mariechen saß weinend im Garten“ oder den Gassenhauer über Bolle, der „jüngst zu Pfingsten“ nach Pankow reiste, vor. Auch „Der Haifisch“ aus Brechts „Dreigroschenoper“ wurde nicht ohne einen gewissen Biss vorgetragen. Zur Freude des Künstlers sang das Publikum an einigen Stellen mit, was ihn dazu bewog, eine Ablösung durch die Zuschauer vorzuschlagen. Stattdessen gab es aber nur eine Pause, nach der Renneisen sein Programm mit vollem Elan fortsetzte.

Gedichte und Moritaten traten jetzt etwas in den Hintergrund, die Musik kam mehr zur Geltung. Er trug Lieder vor, oder stimmte sie zumindest an, um dann festzustellen „erstklassige Musik, aber Lyrik, Texte, na, ja, wohl eher nicht so doll.“ Beispiele hierfür waren Elvis’ „Love me Tender“ oder der Beatles-Song „Yeah, yeah, yeah“. Nach mehr als zweieinhalb Stunden neigte sich das unterhaltsame Programm dem Ende zu, die Zuschauer spendeten reichlich Beifall. „Ich hatte extra jemanden gebeten, Zugabe zu rufen, aber der ist wohl in der Pause gegangen“, sprach Renneisen und spielte noch ein paar Extra-Stücke.

Abschließend ergriff Günter Willmann das Wort. Er bedankte sich bei den Organisatoren für deren Unterstützung und bei den zahlreich erschienenen Gästen für ihr Kommen. Der Reinerlös der Veranstaltung soll der Bürgerstiftung Münster zugute kommen, die ihrerseits wieder Projekte – unter anderem aus den Bereichen Kunst, Kultur und Heimatpflege – in Münster fördert.

Quelle: op-online.de

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