Für 18 Millionen Euro: Schule auf der Aue wird bis 2020 saniert

Endlich startet Rundumerneuerung

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In vier Bauabschnitte ist die Sanierung der Schule auf der Aue aufgeteilt. Derzeit laufen die Arbeiten vor dem ersten eigentlichen Abschnitt (grün), in den Herbstferien geht es dann richtig los.

Münster - Die grundhafte Sanierung an der Schule auf der Aue ist in Angriff genommen worden. Rund 18 Millionen Euro soll die lange erwartete Maßnahme kosten, die bis 2020 dauern wird. Von Thomas Meier 

Worauf Generationen von Schülern vergeblich und viele Lehrer seit zig Jahren händeringend warten, wird endlich angepackt: Die umfassende Rundumerneuerung der Schule auf der Aue. Schon für 2003 war der Kooperativen Gesamtschule ein neuer, naturwissenschaftlicher Trakt versprochen worden. Mit mehr als zehnjähriger Verspätung konnte er vor eineinhalb Jahren in Betrieb genommen werden. Und auch mit der „umgehend“ in Angriff zu nehmenden grundhaften Sanierung der in den 70er Jahren entstandenen Lehranstalt wurde seitens des Kreises immer wieder gewartet, die Lehrer und Schüler immer wieder aufs Neue vertröstet.

Seit Beginn der Sommerferien wird das Gebäude, in dem der ehemalige naturwissenschaftliche Trakt lag (auf unserem Übersichtsplan grün unterlegt), zumindest einmal provisorisch zu Unterrichtsräumen hergerichtet. Aus fünf großen Klassensälen, in denen einst Physik, Chemie und Biologie unterrichtet wurde, werden neun kleine „normale“ Klassenräume. Und während dort Handwerker bereits Zwischenwände einzogen und die Weißbinder derzeit am Streichen sind, läuft im Gebäude 1 seit Ende Juli die Schadstoffsanierung.

Laut Kreispressestelle wird die gesamte Sanierungsmaßnahme in vier Bauabschnitten abgespult und soll voraussichtlich bis Ende 2020 fertiggestellt sein. Die Kosten – bis zur Einweihung des rund drei Millionen Euro teuren neuen naturwissenschaftlichen Traktes noch mit 16,2 Millionen Euro taxiert – sollen nun 18 Millionen betragen. Die für die Sanierungsmaßnahme bereits installierte Containeranlage bleibt bis zum Ende der Arbeiten 2020 stehen.

Aus einem naturwissenschaftlichen Saal werden zwei Unterrichtsräume in der Aue-Schule: Damit hat endlich die Sanierung der alten und teilweise maroden Lehranstalt begonnen.

Zu sehen sind die gravierenden Baumängel seit Jahren überall. Die ungenügende Bausubstanz der Schulanlage aus den 1970er Jahren erfordert Erneuerung an allen Ecken und Enden. Allein die Sanierungsausschreibung des Kreises für das Millionenwerk spricht selbst in ihrer Kurzversion Bände: „Im Einzelnen steht eine Sanierung von Bauschäden und Substanzmängeln an Dächern, Wänden, Betonsanierung, eine energetische Sanierung der Außenhülle, umfassende Sanierung der Innenräume und der Haustechnik sowie Maßnahmen zum vorbeugenden Brandschutz und der Verbesserung der Raumakustik an.

Neben diesen Sanierungsmaßnahmen werden die Funktionsbereiche der Schule neu strukturiert. Die Schulanlage besteht aus sechs Gebäuden, die kammartig beidseitig an eine lineare Haupterschließung andocken. Mit Ausnahme der beiden westlichen zweigeschossigen Gebäude von 1972, sind die nordöstlich anschließenden Gebäude von 1979 eingeschossig, ebenso wie der südöstlich gelegene Verwaltungsbau von 1992.“

Vor allem der Fassade des Altbaus wird große Aufmerksamkeit geschenkt, denn „die thermische Bilanz der Schule belastet den Kreishaushalt mit immensen Kosten“, wie Kreisbeigeordneter Christel Fleischmann schon vor Jahren ausführte. Er verspricht zwar schon seit langem eine Sanierung, scheiterte aber stets an der defizitären Haushaltslage des Landkreises, denn der Regierungspräsident als Kommunalaufsicht muss die Kreditaufnahme für solche Projekte genehmigen.

Bilder: Abschlussfeier der Schule auf der Aue

Die kooperative Gesamtschule auf der Aue, die mit fast 1100 Schülern zu den größeren im Landkreis gehört, kämpft bereits seit langem um eine gymnasiale Oberstufe, mit neidischem Blick auf die Alfred-Delp-Schule im benachbarten Dieburg. Ob es Schulleitung, Münsters Kommunalpolitikern und der Kreis-CDU gelingen wird, solche nach der Rundumerneuerung zu installieren, oder ob sinkenden Schülerzahlen das Ansinnen untergraben, bleibt noch abzuwarten.

Quelle: op-online.de

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