Fachabteilungen prüfen Verkehrssicherheit in Münster

Schulkinder vor Eltern schützen

Münster - Gibt es besondere Unfallschwerpunkte? Sind die Bahnübergänge in Schuss? Kann die Verkehrssicherheit auf Münsters Straßen noch optimiert werden? Das waren drei von zahlreichen Fragen, denen die Teilnehmer bei der jüngsten Verkehrsschau nachgingen.

Alexander Schober vom Polizeipräsidium Darmstadt bespricht mit Bürgermeister Gerald Frank sowie Klaus Dony und Matthias Jelinek von der Ordnungs- und Straßenverkehrsverwaltung (von links) die Sicherung der neuen Haltestelle in der Friedrich-Ebert-Straße.

„Bis zum Juli sind innerhalb von 13 Monaten beim Linksabbiegen von der Erzberger Straße in die Darmstädter Straße 17 mal die Abweiser umgefahren worden“, sagte Ordnungsamtsleiter Klaus Dony und regte so ein Diskussion unter den Teilnehmern der Verkehrsschau an. Sie empfahlen ein Halteverbot im vorderen Bereich sowie ein Verbot des Linksabbiegens, mit Ausnahme für Rad- und Motorradfahrer. „Wenn Verkehrsteilnehmer trotz aufmerksamer und angepasster Fahrweise eine besondere Situation nicht erkennen können, ist eine Beschilderung erforderlich“, erläuterte Alexander Schober vom Polizeipräsidium Darmstadt und erinnerte daran, dass vor dem Aufstellen eines Verkehrsschildes die Polizei angehört werden muss, die die tatsächliche Erforderlichkeit hinterfrage und prüft, ob alles rechtskonform sei. Die neuralgischen Punkte auf Münsters Straßen nicht nach Aktenlage hinter dem Schreibtisch bewertet sondern vor Ort in Augenschein genommen, haben auch Bürgermeister Gerald Frank, Matthias Jelinek von der Ordnungs- und Straßenverkehrsverwaltung, Hamid Mehralivand von der Landesbehörde Hessen Mobil und Wolfgang Röhrig von der Verkehrsbehörde des Landkreises Darmstadt-Dieburg.

Die eine oder andere Verbesserung wurde dabei diskutiert und auf Umsetzbarkeit geprüft. Unterstützt wurden die Teilnehmer an den sechs Bahnübergängen von den Mitarbeitern der Deutschen Bahn (DB), Alexander Ide und Ralf Gunkel. Außer einem leicht beschädigten Andreaskreuz sowie überwachsenden Büschen sei alles im Lot, lautete das einhellige Urteil der Experten an den Eisenbahnkreuzen. „Sollte eines der roten Lichtzeichen trotz regelmäßiger Kontrollen ausfallen oder eine Schranke defekt sein, hält der Zug direkt vor dem Übergang automatisch an und der Zugführer macht mit einem Hornsignal auf sich aufmerksam“, versicherte Ralf Gunkel von der DB.

Die Verkehrsschau ist laut Bürgermeister Frank gesetzlich vorgeschrieben und in zweijährigen Abständen vorzunehmen. „Wie schütze ich das Schulkind vor seinen Eltern?“, machte Dony die Teilnehmer auf die verfahrene Situation am Nebeneingang der John F.-Kennedy-Schule an der Iglauer Straße aufmerksam. Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen und wieder abholen, behinderten regelmäßig den Verkehr, beeinträchtigten die Wegstrecke des Linienbusses, verstellten die Feuerwehrzufahrt und parkten den Eingang zur Bäckerei Giegerich zu. „Vor allem gefährden sie durch ihr Parkverhalten die eigenen Kinder“, so Dony.

Die irrsten Autofahrer der Welt

Frank wies auf die Initiativen seitens der Gemeinde und des Elternbeirats hin, die Eltern mit Infoveranstaltungen und Briefen für die Gefahrensituation zu sensibilisieren versuchen – allerdings mit wenig nachhaltigem Erfolg. Zwei zeitlich begrenzte Halteplätze mit Parkscheibe an Werktagen in der kurzen Stichstraße zum Schulhof hin sollen auch den Bedürfnissen der Kunden der Bäckerei Giegerich gerecht werden sowie eine freie Feuerwehrzufahrt sicherstellen. „Ein Zonenhalteverbot in Kombination mit Parkzonen für Kurzzeitparker“ lautete der Vorschlag der Experten. (rin)

Quelle: op-online.de

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