Besondere Motive und Techniken

Schweizer Hobbykünstler stellt in Rathausfoyer aus

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Hans-Jakob Etter liebt die Romantik. Bei „Kunst in Münster“ im September stellt er erneut aus.

Münster - Eine dreiwöchige Ausstellung des Schweizer Hobbykünstlers Hans-Jakob Etter im Münsterer Rathausfoyer ist zu Ende gegangen. Die Ansammlung der 35 Aquarell- und Acrylgemälde stieß auf gute Resonanz bei den Besuchern. Von Mayely Müller 

Für rund 60 Euro konnten Interessierte eines der zahlreichen Bilder erwerben. Hans-Jakob Etter, 1942 in Luzern geboren, wuchs in der Schweiz auf. Er studierte an der Universität Zürich und arbeitete anschließend lange als EDV-Experte. Mit 35 Jahren wanderte Etter nach Deutschland aus, wo er sich als IT-Berater selbstständig machte. Der Hobbymaler lebte zuerst in Dietzenbach, danach in Münster. Während des stressigen Berufslebens blieb Etter wenig Zeit und Muse für die Kunst. Trotzdem begeisterte er sich schon immer für Formen und Farben. Erst im Rentenalter beschäftigte sich der Wahl-Münsterer wieder intensiver mit der Materie und setzte sich mit verschiedenen Stilrichtungen und Maltechniken auseinander. So eignete er sich an, wie er bestmöglich seine persönlichen Eindrücke in Bildern widerspiegeln kann.

Dies geschieht keineswegs eintönig, seine Ausstellung ist ein Sammelsurium aus Kunstwerken, die eine Bandbreite an verschiedensten Methoden und Epochen aufweisen. Manche Gemälde wurden ausschließlich getupft, bei anderen verwendete Etter die Verlauftechnik, bei der eine Farbe so auf den Malgrund aufgetragen wird, dass sie einheitlich immer blasser wird oder langsam in einen anderen Farbton übergeht. Aufgrund seiner Begeisterung für Technik benutzte er für die Bilderreihe „data“ Computergegenstände wie Festplatten und Hardware-Elemente. Die Orientierung an mathematischen Strukturen prägt seine Arbeit. Durch Bilder in den Medien, wie zum Beispiel in Zeitungen, und bei Spaziergängen durch die Natur lässt Etter sich inspirieren. „Die Epoche der Romantik reizt mich besonders, da mich Landschaftsbilder mit Tupftechnik, Motive mit Flüssen, Wiesen und Blumen faszinieren“, erzählt er. Seine verwitwete Großmutter malte schon romantische Blumenbilder, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Etter selbst hat zwei solcher Gemälde in seiner Ausstellung.

Seine Experimentierfreudigkeit und die Lust zur Abstraktion zeigt sich in der Verwendung von Kies, Pappe und Sand in einzelnen Kunstwerken. Eine weitere abstrakte Bildreihe, die Gesichter und in Aquarell gemalte Porträts zeigt, wurde von einem Wiesbadener Porträt-Künstler angeregt. Der Schweizer stellte erstmals bei Kunst zwischen der Kerb aus. Von 25. bis 27. September präsentiert Etter mit 38 weiteren Kreativen erneut seine Werke – das Ereignis findet nun unter dem Namen „Kunst in Münster“ (KiM) statt.

Quelle: op-online.de

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