An Aue-Schule

Stete Aktualität der Mahnmale

+
Die Frankfurterin Anna Turré vom Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge berichtete vor Achtklässlern der Aue-Schule über die stets aktuelle Bedeutung von Mahnmalen.

Münster - Krisenherde und Kriege beschäftigen die Achtklässler der Aue-Schule. Sie sammeln derzeit für die Denkmäler des Friedens.

Den Krieg kennen die Achtklässler der Aue-Schule zum Glück nur aus den Nachrichten. Im Politik-Unterricht sprechen sie derzeit immer wieder über die Konflikte in Syrien, im Irak, in der Ukraine oder im Gazastreifen. Die Behandlung der zwei Weltkriege, an denen Deutschland beteiligt war, steht im Geschichtsunterricht dann erst in der neunten Klasse auf dem Lehrplan.

Dass diese besonders verheerenden Kriege des 20. Jahrhunderts Millionen Opfer forderten, an die auch heute noch erinnert werden muss, erfuhren sie nun von der Frankfurterin Anna Turré. Die junge Frau, der für den Landesverband Hessen des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge die schulische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit obliegt, kam für einen Vortrag an die Schule auf der Aue.

Turré stimmte die Schüler auf eine Spendenaktion ein, die noch bis Ende dieses Monats läuft: Im Auftrag von Volksbund, Landkreis und Gemeinde bitten die Achtklässler an den Haustüren um Spenden für die Arbeit des Volksbundes. Wie sich diese gestaltet, erklärte die Referentin nach einleitenden Informationen über historische Hintergründe der beiden Weltkriege.

Krieg bestimmt in vielen Regionen das tägliche Leben

Insgesamt betreut der Verband 832 Kriegsgräberstätten in 45 Staaten mit über 2,5 Millionen Kriegstoten. Darüber hinaus engagiert sich der Volksbund auch auf Kriegsgefangenenfriedhöfen, um auch den Opfern der Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten ein würdiges Gedenken zu schaffen. „Gerade in einer Zeit, in der Krieg und Gewalt in vielen Teilen der Welt das tägliche Geschehen beherrschen, kommt der Kriegsgräberfürsorge besondere Bedeutung zu“, erklärte Turré. Kriegsgräber seien nicht nur Zeugen der Vergangenheit, sondern auch Spiegel der erschütternden Gegenwart und der Zukunft.

Wie nah den Menschen im Landkreis die Weltkriege waren und wie absurd die Kriegsführung der Nazis anmutete, verdeutlichte die Referentin anhand von Vermisstenmeldungen. So zeigte eine ihrer interessanten Grafiken die Daten eines Dieburger Soldaten, der in der Sowjetunion im Winter 1944 im Alter von nur 16 Jahren als vermisst gemeldet wurde. „Die Nationalsozialisten schickten gegen Ende des Krieges sehr junge und alte Männer an die Fronten eines aussichtslosen, längst verlorenen Krieges“, erklärte Turré. Viele dieser vermissten Soldaten wurden bis heute nicht gefunden. „Unsere Aufgabe ist es, auch 70 Jahre nach Kriegsende Anfragen aus der Bevölkerung zu Schicksalen deutscher Kriegstoter zu beantworten. Derzeit bearbeiten wir über 25.000 Protokolle“, sagte sie. Über die Seite www.graebersuche-online.de sei es Angehörigen möglich, die Lagedaten von Kriegsgräbern gefallener Angehöriger zu recherchieren.

Armut und Gewalt: Das ist der Gaza-Streifen

Armut und Gewalt: Das ist der Gazastreifen

Um Kriegsgräberstätten als Orte der Erinnerung und Mahnung für den Frieden erhalten zu können, ist der Volksbund auf Spenden aus der Bevölkerung angewiesen. Daher bat der Gast die Achtklässler um Mithilfe beim Spendensammeln. Nach hilfreichen Verhaltenstipps zogen die Schüler dann Anfang November durch die Münsterer und Altheimer Straßen und Gassen. Bereits nach einer knappen Woche waren die Schüler von der Spendenbereitschaft beeindruckt. In den Straßen des Altheimer Südens seien die Menschen besonders großzügig gewesen: „Wir konnten einige hundert Euro zusammenbekommen“, freute sich Michelle aus der 8Ga. Ihr und ihren Mitschülern macht das Sammeln sichtlich Spaß: „Die meisten Menschen sind sehr freundlich. Einige Senioren luden uns sogar zu einem Gespräch in ihr Wohnzimmer ein, doch das müssen wir aus Zeitmangel leider ablehnen“, erzählt Klara.

Dass die Münsterer und Altheimer Bürger gerne für den Volksbund spenden, wurde im vergangenen Jahr deutlich. Damals sammelten die Aueschüler die meisten Spenden im gesamten Landkreis und durften so als Schulsieger an die Kriegsgräberstätte Ysselsteyn in die Niederlande reisen. Diesen Sieg wollen die Schüler der drei gymnasialen achten Klassen der Aue-Schule verteidigen und werden dafür noch in den nächsten Tagen eifrig an den Türen klingeln.

tm

Quelle: op-online.de

Kommentare