Initiative freut sich über sichtbare Erfolge im Ortskern

Tatkraft lässt Altheim aufblühen

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Altheims Fünf an den Gießkannen (von links): Silvia Werner, Johanna Hahne, Hannelore Heinrich, Helga Farnung und Hanne Oswald.

Altheim - Voller Elan haben sich einige Frauen vor Jahren ein Ziel gesetzt: Der kleine Münsterer Ortsteil soll mit Hilfe zahlreicher Blumen und Pflanzen aufblühen. 2012 riefen sie das Projekt „Altheim blüht auf“ ins Leben. Von Thomas Meier

Und allen Widrigkeiten am Anfang zum Trotz sagen sie heute: „Unsere Saat ist aufgegangen“. Mitstreiter werden nichtsdestotrotz weiterhin mit Freuden aufgenommen. Hanne Oswald und Helga Farnung waren die Vorreiterinnen in Sachen Erblühen, schnell fanden sich Silvia Werner, Johanna Hahne und Hannelore Heinrich als Mitverfechterinnen des bunten Anliegens. Sie alle teilten bereits vor der Gründungsphase ihrer Initiative die Ansicht, dass man vor allem in Altheims Ortskern allerlei Stellen hätte, an denen ein „Grüner Daumen“ Wunder wirke. Vor allem die leeren oder mit Steinen ausgelegten Blumenbecken, -kübel oder Baumscheiben seien es gewesen, die förmlich „um Anpflanzung baten“.

Oswald und Farnung gingen damals auf Bürgermeister Walter Blank zu, baten um amtliche Unterstützung zur Verschönerung des kleinen Ortsteiles. Und der fand die Aktion und auch den Slogan „Altheim blüht auf“ sofort gut. Doch Unterstützung sollte es einzig ideeller Natur geben, denn schon damals war die Kommune klamm. Einzig die Nutzung des Kopierers und anderer Büro-Hilfsmittel wurden in Aussicht gestellt. Doch Hanne Oswalds Gatte hatte eine Idee, die sich in klingender Münze auszahlen sollte: „Wir wandten uns an die Münsterer Bürgerstiftung und haben umgehend 500 Euro erhalten.“

Und was alles mit dem Geld in Altheim umgesetzt werden konnte: Vor der Kirche, dem Altheimer Lädchen, dem Bäcker und der Sparkasse wurden Blumentöpfe, -tröge oder -körbe wieder bepflanzt. Zuvor fragten die Beteiligten freilich die Eigentümer verwaister oder vertrockneter Blumenbehältnisse, ob eine Neubepflanzung auch erlaubt sei. 16 Pflanzorte im Ortskern sind es mittlerweile geworden, die von den Damen und einigen neu gewonnenen Mitstreitern mittlerweile betreut werden.

Ein besonderer Hingucker sind die Blumenampeln an den drei Ortseingängen, durch die der kleine Ort einladend gestaltet wurde. „Doch genau sie sind auch unsere Sorgenkinder“, bedauert Oswald und erklärt: „Bei heißer, trockener Witterung müssen alle Bepflanzungen täglich gegossen werden. Vielfach wird dies von den Geschäften übernommen, vor denen wir die Kübel aufgestellt haben. Aber die Blumenampeln pflegen wir selbst. Alle Ortseingänge mit dem Fahrrad anzusteuern und zu gießen, das übersteigt doch unser Zeit- und Kraftbudget. Und wenn wir in Urlaub sind, droht den Blumen die völlige Austrocknung.“ Oswald weiß, wovon sie spricht, denn bevor es vor wenigen Tagen endlich zu regnen begann, schwang sie sich mehrfach aufs Radel, in den Gepäcktaschen gefüllte Wasserflaschen, mit denen sie die am meisten darbenden Pflanzen versorgte.

Doch hat sich der Aufwand über die Zeit gelohnt. Wurden die Unermüdlichen anfangs noch belächelt, so erhielten sie sukzessive immer mehr Unterstützung. „Erst jüngst fragte mich ein junger Mann, was ich denn da täte, als ich in der Hauptstraße einen verwaisten, wiederaufgeforsteten Trog goss“, sagt Helga Farnung. „Als ich es erklärte, meinte er nur, das könne er auch tun, schließlich wohne er gleich um die Ecke. „Da habe ich ihn natürlich gleich beim Wort genommen“, freut sich die Überzeugungstäterin.

Und so habe sich vor allem in der Hauptstraße viel getan. Auch wo vorher kein Behältnis für Blumenschmuck stand, sei etwas passiert. „Die Idee mit der Hilfe zur Selbsthilfe fruchtete, immer mehr Bewohner stellen Blühendes raus“, sagt Johanna Hahne, und Hannelore Heinrich ergänzt: „Auch neue Sponsoren haben wir gewinnen können.“ Denn schnell waren die 500 Euro von der Bürgerstiftung für neue Pflanzen ausgegeben. Auch wenn von ihr zwischenzeitlich nochmals die gleiche erkleckliche Summe floss, so kam doch die Spende des Altheimer Eintracht-Fan-Clubs gerade recht. Mit dem Erlös aus der Tombola-Einnahme des Clubs wurden die neuen Willkommensschilder erstellt, die an den drei Ortseingängen aufgehängt wurden. Auch eine Gärtnerei in einem Nachbarort wurde ausfindig gemacht, in der die Initiative dank Fürsprecher aus Altheim günstiger an Pflänzchen kommt.

Beim Fest im und am ARThaus habe man auch Kontakt mit dem neuen Bürgermeister aufgenommen, erklären die Initiatorinnen. Auch Gerald Frank habe zwar Lob gezollt, aber keine Gelder in Aussicht stellen können. Deshalb gebe man gern die Bankverbindung bei der Sparkasse Dieburg weiter. IBAN: DE 9750 8526 5100 3102 5752. Spenden unter „Münster blüht auf“ sind willkommen. Dass es nicht heißt, „Altheim blüht auf“, sei ein Wunsch des ehemaligen Bürgermeisters gewesen, klären die selbsternannten Ortsgärtnerinnen Altheims auf.

Quelle: op-online.de

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