Brandübung auf Fiege-Gelände

Heiße Reifen lassen Feuerwehren rotieren

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Klein und ohnmächtig wirken die Löschgruppen, die sich am Ende der riesigen, 90.000 Quadratmeter großen Lagerhalle anschicken, glücklicherweise nur angenommene Brandherde an Laster und Flachdach zu löschen.

Dieburg/Münster - 131 Einsatzkräfte von Freiwilligen Feuerwehren aus dem Ostkreis sowie dem DRK und der Johanniter Unfallhilfe bestritten Donnerstagabend eine Großübung am Logistiklager Fiege. Von Thomas Meier 

Angenommen wurden ein Lkw-Brand und die Ausbreitung von Rauch in die riesigen Hallen am Dieburger Dreieck. Einen kleinen Vorgeschmack dessen, was passiert, wenn’s im riesigen Logistiklager von Fiege mal brennt, konnten sich am frühen Donnerstagabend zahlreiche Zaungäste am Dieburger Dreieck verschaffen: Die Feuerwehren aus Dieburg, Münster, Altheim und Groß-Umstadt sowie zahlreiche Einheiten des Rettungsdienstes wurden Schlag 18 Uhr alarmiert und rückten dann mit großem Tatütata aus allen Himmelsrichtungen am Industriegebiet zwischen Dieburg und Altheim an.

Angenommen wurde ein Feuer im Bereich einer Lade-rampe, das zum Vollbrand eines großen Lastwagens führte. Groß prangte auf dem schwarzen Auflieger der Name des Reifenherstellers, dessen Pneus im Innern wohl mächtig kokelten. Vom Laster aus griff das Feuer auf Verpackungsmaterial in die Halle über. „Es gibt eine massive Rauchausbreitung, ein Mitarbeiter wird vermisst“, lautete die Losung an die alarmierten Helfer. Als erste Einsatzfahrzeuge trafen die der Chefs der Wehren aus Dieburg und Münster an der Lagerzufahrt ein. Sofort nach Ankunft der nachfolgenden Einsatzkräfte und dem Absolvieren der Regularien am stets mehrfach durch Schranken und Baken gesicherten Eingangstor wurde ein Brandangriff gestartet und die Suche nach der vermissten Person im Innenbereich aufgenommen.

Einsatzleiter Sven Weyrauch, Stadtbrandinspektor von Dieburg, teilte das Übungsobjekt in die Einsatzabschnitte „Wasserversorgung, Löschen, Rettungsmaßnahmen und Bereitstellung“ auf, heißt es im Einsatzbuch. Und weiter: „Im Außenangriff wurden acht Strahlrohre unter Atemschutz eingesetzt. Die vermisste Person wurde nach kurzer, intensiver Suche in der Halle gefunden, ins Freie gebracht und dem Rettungsdienst zur Versorgung übergeben. Nach 30 Minuten war der Übungsbrand unter Kontrolle.“ Für die Zaungäste war indes das knapp zweistündige farbenfrohe Spektakel der 131 Einsatzkräfte, die mit 31 Fahrzeugen am Fiege-Lager vor- und einfuhren, nicht so klar zu durchschauen.

Großübung der Feuerwehr auf Fiege-Gelände

Ziel der Übung war es, die Alarmierungsstrukturen zu überprüfen und einen möglichen Einsatzablauf vor Ort zu simulieren. Kreisbrandinspektor Ralph Stühling und Dr. Herbert Stommel, Leiter Region Dieburg bei Fiege, waren mit dem Einsatzablauf zufrieden, kleinere Optimierungen würden in den bestehenden Alarmplan eingearbeitet. Dies sah auch Florian Kisling, Münsters Brandinspektor, so. 36 Feuerwehrleute aus Münster und zwölf aus Altheim waren in neun Fahrzeugen zum nahen Nachbarschaftseinsatz geeilt. „Für die erste Übung vor Ort, die nach der einmaligen Begehung kurz nach Fertigstellung des Logistikzentrums vor einem halben Jahr stattfand, war das in Ordnung“, sagt Kisling.

Dass der Kreis dem Mammutobjekt große Aufmerksamkeit wegen seines brandgefährlichen Inhaltes widmet, erklärte der Kreisbrandinspektor bereits während der doch sehr umstrittenen Bauphase. Und auch am Donnerstag war selbst für Laien leicht ersichtlich, wie riesig das auf einer Fläche von 16 Hektar errichtete große Reifenlager mit seinen vielen aneinander gesetzten Hallentrakten zwischen B 26 und B 45 ist. Nicht zuletzt deshalb kamen auch beim kleinen angenommenen Malheur vom kokelnden Laster am Rande des Komplexes gleich so viele Wehren. Zu den Einsatzkräften aus Dieburg, Münster, Altheim und Umstadt gesellten sich später noch Rettungswagen und Regelrettungsdienst Dieburg, die Sondereinsatzgruppe der JUH Dieburg nebst Arzt, der Organisatorische Leiter Rettungsdienst, der Brandschutzaufsichtsdienst, die Polizei Dieburg, zwei Einsatzleitwagen aus dem doch Dieburg eher fernen Pfungstadt sowie die Pressegruppe der Wehren Darmstadt-Dieburg.

Quelle: op-online.de

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