Unterkünfte für 120 Asylbewerber in Goebelstraße

Modulbau am Ortsrand für Flüchtlinge

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Wo jetzt noch Pusteblumen an der Goebelstraße zwischen Netto (rechts) und einem Fahrzeuglagerplatz wuchern, soll am Ortsrand Münsters bis Herbst eine Unterkunft für 120 Flüchtlinge entstehen.

Münster - In die Goebelstraße auf ein noch unbebautes Grundstück direkt hinter dem Nettomarkt soll eine Asylantenunterkunft in Modulbauweise für rund 120 Flüchtlinge gebaut werden. Von Peter Panknin 

Diese Katze ließ Bürgermeister Gerald Frank am Donnerstagabend bei einer Informationsveranstaltung im Rathaus aus dem Sack. Noch im Herbst soll der Bau bez. ugsfertig sein. Bei der Informationsveranstaltung der Gemeinde begrüßte Bürgermeister Gerald Frank rund 50 Bürger. Sie waren überwiegend den politischen Lagern und dem Helferkreis Asyl zuzuordnen und gekommen, um sich über den aktuellen Stand der Planungen zur Unterbringung von Asylbewerbern in der Gemeinde zu informieren. Gleich in seiner Eröffnung eröffnete Gerald Frank dem wissbegierigen Publikum den geplanten Standort der zukünftigen Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber, über den bislang nur konträr gemunkelt wurde. Vorgesehen dafür ist das unbebaute, gemeindeeigene Grundstück in der Goebelstraße hinter dem Netto-Markt. Auf diesem Grundstück soll von einem Investor aus Griesheim ein Objekt aus mobilen Wohnelementen errichtet werden, das Platz für bis zu 120 Personen bietet.

Die Kosten für die Errichtung und Instandhaltung des Objektes liegen beim Investor, der das Projekt im Rahmen eines Betreibervertrages dem Landkreis vermieten wird. Der Gemeinde Münster entstünden keine weiteren Kosten, so Frank. Gedacht ist an eine Nutzungszeit von zehn Jahren, was danach mit dem Objekt in Fertigbauweise passiert, bleibt offen. Vertraglich geregelt werden könnte eine Rückbauverpflichtung, ein Übernahmerecht der Gemeinde oder eine anderweitige weitere Verwendung.

Feinplanung liegt noch nicht vor

Erste Kreisbeigeordnete Rosemarie Lück, Bürgermeister Gerald Frank und Andreas Bluck von der Planungsfirma informierten rund 50 Bürger über die Flüchtlingsunterbringung.

Zur Seite hatte der Verwaltungschef Gerald Frank die Erste Beigeordnete des Landkreises, Rosemarie Lück, sowie den Geschäftsführer der Amola GmbH, Andreas Bluck. Während Lück in einem Vortrag die gesetzlichen Bundes- und Landesvorgaben zur Aufnahme und Unterbringung von Asylbewerbern präsentierte sowie einen Überblick zur Entwicklung der Flüchtlingszahlen gab, stellte Andreas Bluck als Vertreter des Investors den generellen Stand der Entwicklung mobiler Wohnsysteme vor. Anhand von Schaubildern zeigte er, wie es in der Göbelstraße einmal aussehen könnte. Bei der Darstellung des Musterbeispiels sind Erfahrungswerte aus der von der Amola in Griesheim betriebenen Unterkunft für Asylbewerber mit eingeflossen. Eine Feinplanung für das Objekt in Münster bezüglich der Innenausstattung und der Gestaltung des Außenbereichs (Fassade, Grünanlage, Wäscheplatz, Müllentsorgung) liegt jedoch noch nicht vor.

Es gibt keine einheitlich festgelegten Richtlinien für die Größe und Ausstattung von Asylunterkünften, daher wird nur von einem Maßstab ausgegangen, der einen „Hotel-Standard“ nicht erreicht, aber gestaltbar ist. Der Abschluss der Planungen ist Voraussetzung für einen Vertrag, der Grundlage für die Produktion der von einem Hersteller individuell gefertigten Wohnelemente ist. Was bestellt wird, wird geliefert und muss so auch bezahlt werden.

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Bluck verdeutlichte, dass bei Errichtung eines Wohnobjektes aus mobilen Elementen die gleichen baulichen Vorschriften bestehen und einzuhalten sind wie für einen normalen Hausbau. Dies bedeutet, Pläne müssen erstellt und zur Genehmigung bei den Baubehörden eingereicht werden. Unterstellt man eine rasche Abwicklung durch alle beteiligten Stellen, könnte ein derartiges Objekt in Münster bereits im Spätherbst bezugsfertig sein.

Doch was passiert bis dahin? Denn Lück zufolge werden stetig weitere Asylbewerber eintreffen. Dazu erklärte Gerald Frank, dass die Gemeinde eigene Wohnungen zügig instand setze, sodass hier ebenfalls Flüchtlinge untergebracht werden können. Da niemand die weitere Entwicklung der Asylbewerberzahlen abschätzen kann, müsse flexibel reagiert und, soweit es geht, auf andere Unterkünfte im Landkreis zurückgegriffen werden. Steigende Asylbewerberzahlen und die damit wachsende Nachfrage nach mobilen Wohnelementen in Deutschland ließen die Preise für solche Elemente nach oben gehen. Es sei also bei Beratungen und Beschlüssen in den Gremien keine Zeit zu verlieren, wenn die Gemeinde Münster nicht im Herbst vor einem ungelösten Problem stehen wolle.

Quelle: op-online.de

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